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Skulpturenprojekt „FahrArt“ soll ab 2021 in der Leader-Region Kunst und Kultur verbinden

Skulpturenprojekt : Kunst im Dialog mit dem Niederrhein

Kreative können sich ab sofort für die 16 Standorte der „FahrArt“ bewerben. Die Objekte stehen ab 2021 zwei Jahre lang in Nettetal, Straelen, Geldern und Kevelaer.

Wie weitreichend und kreativ die Initiative der „Leistenden Landschaft“ in der Leader-Region zwischen Nettetal und Kevelaer sein kann, zeigt sich am jüngsten Skulpturenprojekt. Es trägt den Titel „FahrArt“ und soll ab Mai 2021 eine neue Perspektive auf Kunst und Kultur aufzeigen – eine Symbiose mit der niederrheinischen Landschaft. Wie das praktisch funktioniert, erklärten Ute Neu, Regionalmanagerin der Leistenden Landschaft, sowie Projektleiter und Kurator Wilko Austermann.

„Wir wollen 16 künstlerisch gestaltete Orte entlang einer 100 Kilometer langen Radroute schaffen, die sich am Knotenpunktsystem der Strecke orientiert“, so die Regionalmanagerin. Jeweils zur Hälfte sollen Aufenthaltsräume in der Natur für einen Zwischenstopp geschaffen und Skulpturen in der Landschaft platziert werden. Für das Projekt wurden Kosten in Höhe von 160.000 Euro angesetzt, die zu 65 Prozent über die Leader-Zuwendung getragen werden, ein Viertel steuert die regionale Kulturpolitik NRW hinzu. Die Leader-Kommunen Kevelaer, Geldern, Straelen und Nettetal teilen sich die übrigen zehn Prozent der Finanzierung.

Wilko Austermann appelliert nun an die Kunstschaffenden, sich ab sofort für das Projekt mit kreativen Ideen zu bewerben. Es werde spannend, „weil bei der „FahrArt“ die Kunst nicht in die Stadt transportiert wird, sondern im Dialog zu Natur und Landschaft steht“, so der Kurator. Vorab seien in jeder Kommune je zwei Positionen für diesen Zweck ausgewählt worden.

In Geldern beispielsweise biete sich der neue Kreisverkehr am Gesundheitszentrum für eine Skulptur an, eine zweite könne er sich in Walbeck an einer Grünfläche am Bergsteg vorstellen. Als kreativen Denkanstoß könne sich der Kunsthistoriker einmal eine Verknüpfung der Geschichte Gelderns oder in Walbeck die touristische Attraktion des Spargelanbaus vorstellen. Beim Thema Drachenstadt konkretisierte Rainer Niersmann von der Stadt Geldern, dass der sagenhafte Drache in Pont zur Strecke gebracht worden sei.  Immerhin, an einer idyllischen Niers-Halbinsel bei Haus Golten sei jetzt ein Aufenthaltsort vorgesehen. In Straelen haben die Kunstplaner unter anderem die Paesmühle und die Allee der Jahresbäume, in Nettetal einen Platz am De-Witt-See und am ehemaligen Fliegerhorst, in Kevelaer eine Wiese vor der Wettener Kirche für die Kunst in der Natur auserkoren.

Mit der Bewerbung bis zum 16. Oktober sollen Beschreibungen und Skizzen für den jeweiligen Standort, möglicherweise begleitet durch ein künstlerisches Portfolio, eingereicht werden. Nach der ersten Sichtung durch Ingrid Misterek-Plagge, Geschäftsführerin des Kulturraums Niederrhein, und dem Kurator werden die Künstler aufgerufen, ihren Vorschlag konkret einer Jury vorzulegen. Das Gremium entscheide bis Ende November über den Zuschlag, sodass jeder Künstler danach genügend Zeit zur Realisierung bekomme. Für jede Skulptur sind zunächst Kosten in Höhe von 10.000 Euro kalkuliert, für die Aufenthaltsräume – das können beispielsweise individuell gestaltete Sitzplätze mit Überdachung sein – bis zu 4000 Euro. Über den Verbleib der Skulpturen nach Ende der Zwei-Jahres-Förderung 2022 könne man noch nichts Konkretes sagen, schloss Ute Neu. Da gäbe es aber beispielsweise Ansätze, über die Kunst im öffentlichen Raum mit den Kommunen zu verhandeln.

Weitere Infos über die Konditionen und Standorte gibt es  für die Kunstschaffenden über die Homepage www.leader-leila.de. Meldeschluss ist am 16. Oktober 2020. Kontakt zum Kurator: wilko.austermann@leader-leila.de.