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Kabarettist Jürgen B. Hausmann war zu Gast in Issum

„Nix Vi-rus“ im Bürgersaal : Blick auf Corona durch die Kabarettisten-Brille

Jürgen B. Hausmann war zu Gast im Issumer Bürgerhaus. Natürlich war auch die weltweite Pandemie Thema – der Abend fand unter Corona-Bedingungen statt. In stillen Momenten wurden die Helden des Alltags geehrt.

Seit mehr als 20 Jahren begeistert der Kabarettist Jürgen B. (Beckers) Hausmann sein Publikum. Er spricht mit seinem Programm aus, was viele in diesen Zeiten denken „Nix Vi-rus?!“ Das Fragezeichen drückt aus, dass wir mit der Freiheit vorsichtig umgehen müssen. Vorsicht ließ auch der Veranstalter Bruno Schmitz vom Kulturbüro Niederrhein walten. Jeder der rund 250 Besucher musste sich die Hände desinfizieren und wurde im gut durchlüfteten Bürgersaal platzgenau registriert.

Schaut man sich Hausmanns bisherige Programme an, weiß man, auf welche humoristische Sprachdurchmischung man sich einlässt: „Isch glaub’ et disch“, „Wie jeht et? Et jeht!“, „Frühling, Flanzen, Feiertare“ und jetzt „Korona, Krise, Klopapier“ (ja, weil es besser in die Aufzählung passt, steht bei Jürgen B. Hausmann Corona mit „K“). Unterstützt wurde er mit Arrangements seines Partners Harald Claßen. Der stimmte die Melodie „Spiel mir das Lied vom Kot“ an, als Hausmann mit einem Klopapier-Patronengurt und einer Klobürste bewaffnet auf die Bühne trat. Er ließ die Jagd auf das Klopapier Revue passieren und nahm das „neue Normal“ mit „Homeschooling“ und „Maskengeschichten“ auf die Schippe: „Ich hab‘ ma verjessen, die abzusetzen und Kaffee jetrunken. Da kriegt ‚Filterkaffee‘ ’ne neue Bedeutung.“ Den Bezug zu Issum stellte er schnell her: „Ich hab‘ da mal wat besichtigt! Kriegt man da immer noch ne Kiste pro Monat?“ Auch wenn der Abstand zur Bühne groß war, Hausmann blieb zwei Stunden nah am Publikum. In leisen Momenten erzählte er vom „Trio Corona“, mit dem er für über sechs Wochen „vor“ die Altenheime getingelt ist, um alte Schlager zu präsentieren. Entsprechend huldigte er auch an diesem Abend den „wahren Helden des Alltags“ das Lied „Que sera, sera, ihr ward‘ stets für alle da“.

Der Kabarettist ließ die begeisterten Zuschauer teilhaben an Anekdoten aus seinem Buch und gleichzeitigem Jubiläumsprogramm „Jung, wat biste jroß jeworden!“, das coronabedingt nicht zur Aufführung kam. Er erinnert sich an die Zeit mit „Asbach und Appelkorn“, an einen „Dinett“ und eine „Batterie von Tanten“, die mit dem „Code 4711“ gechipt waren. Auch die Luxusversion „Tosca“ stand auf der Kommode mit dreiteiligem Spiegel vor dem Bett mit der dreiteiligen Matratze.

Es waren Hausmanns Vielfältigkeit, sein trockener Humor und sein Aachener Dialekt, die sein Programm ausmachten und den Besuchern Spaß und Abwechslung bot. Mit einer Zugabe suggerierte er die Gedanken der Zuschauer, wenn sie zu Hause ankommen: „Et war jut, aber jetzt isset auch jut“.