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Brüder-Grimm-Schule wird digital

Schulleben in der Gemeinde Issum : Die Brüder-Grimm-Schule wird digital

Mit dem neuen Schuljahr gibt es im Klassenzimmer neue Möglichkeiten. Smartboards haben die grüne Tafel abgelöst, ein Spezialstift die Kreide. E-Books ergänzen das normale Schulbuchangebot. Kinder sollen die Mediennutzung lernen.

Der erste Schultag nach den Ferien ist immer ein bisschen aufregend. Wie haben sich die anderen verändert? Was haben sie in den Ferien erlebt? Auf die Schüler der Brüder-Grimm-Schule in Issum wartete eine besondere Überraschung. Ihre Klassenräume haben sich verändert. Statt der grünen Tafel hängen nun Smartboards in den Klassen. Schulleiterin Christel Münster fragte ihre Kollegin Heike Steckel nach der ersten Reaktion der Kinder. Die spricht von einem „Wow-Effekt“. Neue Medien seien in der heutigen Zeit kaum noch aus dem Alltag der Menschen wegzudenken. Ziel der Grundschule müsse es daher sein, die Kinder bei ihrer Mediennutzung zu unterstützen und zu einem angemessenen Umgang zu befähigen, so die Schulleitung.

Um diesem Bildungsauftrag gerecht zu werden, wurden die Klassenräume der Brüder-Grimm-Schule als eine der ersten Grundschulen im Umkreis mit interaktiven Großformatdisplays (Smartboard) als Tafelersatz ausgestattet. Anders als Whiteboards der ersten Generation wird nicht mit einem Beamer gearbeitet, sondern das Smartboard läuft über den PC-Arbeitsplatz. Dadurch, dass es keinen Beamer gebe und damit ein Gerät weniger, setze man auf geringere Wartung, sagt Christel Münster.

Die Gemeinde Issum hat sich die Digitalisierung der Schulen vor Ort zum Ziel gesetzt. Mit Hilfe des Förderprogramms „Gute Schule 2020“ des Landes NRW stellte die Gemeinde Issum die Modernisierungsmittel im Haushaltsplan 2019 zur Verfügung.

Mit dem Einzug der Smartboards verschwindet aber nicht das gute alte Schulbuch, erklärt die Schulleiterin. Vielmehr werde das Lehrangebot ergänzt. Zu den Schulbüchern, die es auch als E-Book gibt, gebe es jede Menge ergänzendes Material. Das kann über die neuen digitalen Medien angezeigt werden. Matheaufgaben an der Tafel üben, auch das ist immer noch möglich. Geschrieben wird dann aber nicht mit Kreide, sondern mit einem Spezialstift auf den neuen Oberflächen. „Der herkömmliche Unterricht bleibt bestehen, aber wir haben sehr viel mehr Möglichkeiten als vorher“, erklärt Christel Münster den entscheidenden Unterschied.

Möglich war dieser Schritt in Richtung Digitalisierung nur, weil das ganze Kollegium dahintersteht, sagt die Schulleiterin.

Trotzdem gebe es natürlich auch Ängste. Was passiert zum Beispiel, wenn ein Programm mal nicht läuft? Aber dazu gibt es eine engmaschige Betreuung. Auf dieser Basis ergab sich eine Zusammenarbeit der Brüder-Grimm-Schule, unter Leitung von Christel Münster, mit der Sealnet GmbH mit Sitz in Duisburg und ihrem Firmeninhaber Andreas Laege. Gemeinsam wurde in einer Machbarkeitsstudie bereits Anfang 2018 der Computerraum der Brüder-Grimm-Schule konzeptionell auf eine neue, möglichst wartungsfreie Technik erfolgreich umgestellt.

Neben der Anbindung an das schnelle Glasfasernetz und Installation neuer Serverlösungen wurden in den Sommerferien die Klassenräume in Angriff genommen.

Für die Demontage der herkömmlichen Tafeln, die neue EDV-Verkabelung und die Montage und Inbetriebnahme der neuen Smartboards waren viele interne und externe Kräfte im Einsatz. Und für das kommende Schuljahr sind weitere Maßnahmen in Sachen Digitalisierung geplant.