Waldorf-Initiative Niederrhein-Aue

Rees: In guten Gesprächen

Auf dem Herbstfest der Waldorf-Initiative Niederrhein-Aue zeigte sich erneut das große Interesse aus dem gesamten Kreis Kleve an der Gründung einer solchen Schule. Anmeldungen gäbe es genug. Offen ist nach wie vor der Standort.

In Grietherort herrschte am Samstag ungewöhnlich viel Verkehr; die Waldorf-Initiative Niederrhein-Aue hatte zum Herbstfest geladen und viele Eltern aus dem gesamten Kreis Kleve kamen zum Hof von Judith Schmitdt und Valentijn Jansen. Wie berichtet, möchten Eltern die erste Waldorf-Schule im Kreis Kleve mit einem angegliederten Kindergarten ins Leben rufen. Zum Schuljahr 2019/2020 soll mit einer ersten Klasse und – je nach Bedarf – den Klassen 2 bis 4 begonnen werden. Die Schule soll jährlich wachsen und alle Abschlüsse bis zum Abitur in der Klasse 13 ermöglichen.

In der Initiative sind viele Eltern aus Rees, Emmerich, Kalkar und Kleve engagiert. Sie sind guter Dinge, dass es mit der Schulgründung klappt: Vor dem Herbstfest lagen schon 40 Anmeldungen für die Schule vor, nach dem Fest waren es noch fast 20 mehr. Ein Trägerverein ist kurz vor der Gründung, einen Förderverein, mit dem man die Initiative finanziell unterstützen kann, gibt es bereits.

Die Frage, die jetzt noch zu klären ist: Wo soll die Schule entstehen? Das steht noch nicht fest. „Wir sind in guten Gesprächen“, sagt dazu Judith Schmidt von der Waldorf-Initiative. Links- und rechtsrheinisch wurden bereits Gespräche mit Kommunen und Privatleuten geführt. In Kürze soll es auch einen Termin bei der Bezirksregierung geben. Die Initiative ist zuversichtlich, dass dann auch eine Entscheidung fällt.

Auf dem Herbstfest in Grietherort war auch Gründungslehrerin Nicole Fröhlich dabei. Die Pädagogin, die seit 15 Jahren auf der Waldorfschule in Dinslaken unterrichtet, soll die ersten Waldorf-Kinder im Kreis Kleve im kommenden Schuljahr als Klassenlehrerin unterrichten und sie, gemäß dem Waldorf-Konzept, von der ersten bis zur achten Klasse begleiten. Sie gab Eltern eine Kostprobe aus ihrem Unterricht, die sich im so genannten Formenzeichnen versuchen durften. Ein Unterrichtsfach, das auf der Waldorfschule Kinder ab der ersten Klasse zunächst mit ganz simplen geraden und krummen Linien vertraut macht und sie, nach und nach, an immer kompliziertere, geometrische Formen heranführt. Der Praxistest zeigte: Was Viertklässler schaffen, gelang Eltern nicht immer gleich im ersten Anlauf. Diese Art des Unterrichts soll Kinder auf spielerische Weise an das Fach Geometrie heranführen. „Es fördert zudem die geistige Flexibilität der Kinder“, erklärte Nicole Fröhlich.

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Die Lehrerin erläuterte interessierten Eltern zudem die Unterrichtskonzepte der Waldorfschule. „Wir gehen davon aus, dass alle Kinder lernen wollen. Der Waldorf-Unterricht soll die persönliche Entwicklung eines jeden Kindes berücksichtigen“, erklärte sie die grundlegende Idee des Waldorfgründers Rudolf Steiner.

Im Anschluss konnten die Eltern Fragen stellen. Sie reichten von der Finanzierung (87 Prozent der Kosten werden vom Land getragen, für den Rest müssen die Eltern aufkommen) bis zu Detailfragen, wie es mit dem Schülertransport aussieht.

Diese Frage kann natürlich erst geklärt werden, wenn fest steht, wo die Schule entstehen wird. Die Initiative hofft, dass dies bald der Fall ist.

(Markus Balser)
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