Kommentar zum beginnenden Wahlkampf in Emmerich

Kommentar : Auf die Plätze, fertig, Wahl!

Heute mal eine steile These: Matthias Reintjes wird Bürgermeister. Entweder 2020, spätestens aber 2025.

Der Bürgermeister plaudert beim Neujahrsempfang aus, was noch nicht in trockenen Tüchern ist. Die Parteien machen immer häufiger Vorschläge, welchem Verein in diesem Jahr noch unbedingt finanziell unter die Arme gegriffen werden sollte. Und klar: Verbesserungen im Sinne der Bürger werden seit Jahresbeginn auch vermehrt vorgeschlagen.

Wer es noch nicht bemerkt haben sollte: Die Parteien und ihre bisher bekannten Kandidaten sind bereits im Wahlkampf-Modus.

Deutlich ist das nicht nur in Elten geworden, wo die CDU am Donnerstag ihre Kandidaten für die Wahlen am 13. September aufgestellt hat. Peter Hinze hat schon im 2019 klargemacht, dass er wieder antreten will. Matthias Reintjes hat vor wenigen Tagen ebenfalls den Hut in den Ring geworfen.

Dass Reintjes sich über den Bürgermeister ärgert und mit deutlichen Worten kritisiert, hat einen Hintergrund, den die meisten Bürger nicht kennen. Es geht um die Verschwiegenheitsverpflichtung, die sich der Beirat in der Emmericher Entwicklungsgesellschaft (EGE) selbst auferlegt hat. Die EGE ist Teil der Stadtwerke-Holding, hat eine eigene Geschäftsführung und soll mit dem Sondervermögen, dass die Stadt Emmerich hinterlegt hat, Häuser und Grundstücke kaufen, um die Innenstadt zu stärken. Ein kleiner Kreis aus Verwaltung und Politik ist bei Findung und Kaufentscheidung dabei.

Im speziellen Fall geht es um den Bahnhof Emmerich, den die EGE der Bahn abkaufen will. Das wird zwar irgendwann in diesem Jahr wohl auch noch klappen. Aber es gibt eben noch keinen Kaufvertrag. Und an die Öffentlichkeit wollen die EGE und ihr Beirat erst dann gehen, wenn die Dinge unter Dach und Fach sind. Schließlich wäre es wenig professionell, eine Kaufabsicht schon vor oder während der Verhandlungen öffentlich zu machen. Der Preis für die Immobilie ginge zwangläufig nach oben.

Was Matthias Reintjes, den Bürgermeister-Herausforderer, an Hinzes Vorpreschen wohl ebenfalls geärgert haben dürfte, ist, dass der Amtsinhaber einen Erfolg verkündet, der durch dessen Engagement eben nicht zustande gekommen ist. Die Idee des Sondervermögens stammt von Matthias Reintjes, der es gemeinsam mit BGE-Chef Joachim Sigmund im Rathaus durchgeboxt hat. Beinahe zwei Jahre hat das gedauert. Die Rathausspitze hatte nichts für die Idee eines Sondervermögens übrig.

Das muss man wissen, um den Ärger von Reintjes zu verstehen. Sein Konkurrent schmückt sich mit fremden Federn.

„Es ist eben Wahlkampf“, könnte man nun achselzuckend sagen. Stimmt. So etwas ist zwar nicht nett, gehört aber dazu. Und es zeigt, dass Peter Hinze möglicherweise doch nervöser ist, als er zugeben würde. Denn mit Matthias Reintjes hat die CDU einen Kandidaten aufgestellt, der im Vergleich mit anderen relativ jung ist. Er ist 31 Jahre alt. Aber Reintjes gilt in der Kreis Klever CDU als eines der ganz großen politischen Talente. Sollte er für die CDU das Emmericher Rathaus zurückerobern, wäre das der Beginn einer echten Karriere.

Redaktion Emmerich, Christian Hagemann. Foto: Stade, Klaus-Dieter (kds)/Stade,Klaus-Dieter (kds)

Sollte er verlieren, wird er als Fraktionschef der Emmericher CDU weitermachen. Deshalb hat er in Elten einen Wahlkreis, so dass er auf jeden Fall auch in 2021 im Rat vertreten sein wird. Und dann macht er es vielleicht wie Peter Hinze: Einfach noch mal antreten. Irgendwann ist Matthias Reintjes Bürgermeister in Emmerich. Das steht fest.