Gibt es fünf Bürgermeisterkandidaten in Emmerich?

Politik : Bürgermeister: Gibt es fünf Kandidaten?

Die Kandidaten von SPD und CDU stehen fest. Joachim Sigmund (BGE) und Thomas Meschkapowitz (BSD) kommen hinzu. Gerd Bartels (UWE) heizt die Spekulationen um einen fünften Kandidaten bei Facebook an.

Zu Wochenbeginn überraschte die Nachricht, dass Bürgermeister Peter Hinze vermutlich noch einmal im Herbst 2020 für das Spitzenamt im Emmericher Rathaus antreten wird. Die SPD will sich zwar erst nach der Europawahl am 26. Mai zu der Sache äußern, es gilt allerdings als sicher, dass Hinze noch einmal seinen Hut in den Ring werfen wird.

Er trifft im Wahlkampf dann wohl auf Matthias Reintjes, den jungen CDU-Fraktionsvorsitzenden. Reintjes macht kein Geheimnis aus seinen Ambitionen, war in den vergangenen Wochen aber ebenso wenig sicher wie alle anderen Beobachter der Emmericher Polit-Szene, ob Hinze noch einmal antreten wird.

Peter Hinze (SPD). Foto: mvo/van Offern

Bei diesen Überlegungen ist beinahe in den Hintergrund getreten, dass es ja noch mehr Parteien in Emmerich gibt, die im Herbst 2020  zur Kommunalwahl antreten werden. Und die auch einen eigenen Kandidaten aufstellen können.

Matthias Reintjes (CDU). Foto: Hagemann

So zum Beispiel die BGE. Dem Vernehmen nach soll der Chef der Emmericher Bürgergemeinschaft, Joachim Sigmund, durchaus daran interessiert sein, für das Bürgermeisteramt anzutreten. Er hat das  bei der vergangenen Kommunalwahl ebenfalls getan. Damals war er neben Amtsinhaber Johannes Diks von der CDU und  Herausforderer Peter Hinze von der SPD der Dritte im Bunde.

Joachim Sigmund (BGE). Foto: Hagemann

Damals war die Gesetzgebung übrigens noch so, dass der Bürgermeister mit einer absoluten Mehrheit gewählt werden musste. Das bedeutete im Jahr 2015 bekanntlich, dass Johannes Diks und Peter Hinze in die Stichwahl gehen mussten. Sigmund hatte von allen drei Kandidaten die wenigsten Stimmen bekommen.

Thomas Meschkapowitz (BSD). Foto: Diana Roos

Was ihn derzeit wohl nicht davon abzuhalten scheint, erneut über eine Kandidatur nachzudenken. 2015 empfahl er seinen Wählern übrigens, ihre Stimme bei der Stichwahl Peter Hinze zu geben, gegen den er dann im Herbst 2020 wohl wieder antreten möchte.

Dem Vernehmen nach räumt er sich gute Chancen ein, dieses Mal den Einzug in das Rathaus zu schaffen.

Helfen könnte dabei eine geänderte Regelung zur Kommunalwahl, die im kommenden Jahr greift. Dann soll nämlich eine einfache Mehrheit reichen, um den neuen Bürgermeister zu bestimmen. Wenn es also drei oder sogar noch mehr Kandidaten geben sollte und sich die Stimmen entsprechend verteilen, könnte die Mehrheit von – einfach mal angenommen – 30 Prozent für einen Bewerber ausreichen, um als Sieger ins Rathaus einzuziehen.

Dass es in Emmerich mehr als drei Kandidaten sein werden, ist unter anderem Gerd Bartels zu verdanken, der die Spekulationen um einen Kandidaten seiner UWE-Fraktion (Unabhängige Wähler Emmerich) befeuert.

Vor wenigen Tagen, als es bei Facebook in einer Gruppe um Bürgermeister Peter Hinze und seine Kandidatur ging, wurde Bartels gefragt, ob seine Partei denn auch einen Kandidaten präsentieren werden. Bartels schrieb: „Dieses kleine Geheimnis werden wir erst im Januar 2020 lüften. Schließlich möchten wir wie die anderen politischen Gruppierungen auch, unsere Strategie nicht zu früh offenbaren. Nur soviel, wenn es einen Kandidaten gibt, dann ist das einer mit großem Potential, der aufgrund seines Alters Emmerich für viele Jahre mitgestalten könnte weil er jung, unverbraucht, aber trotzdem politisch sehr versiert und erfahren ist. (Aber ein bisschen Überraschung darf ja sein, oder?).“

Noch ein Kandidat soll Thomas Meschkapowitz mit seiner BSD (Bund sozialer Demokraten) sein. Er machte zuletzt von sich reden, weil er versucht, auf richterlichem Wege eine Vergrößerung des Rates zu erreichen. So könnte seine Partei nach der nächsten Wahl mehr Sitze erhalten.