Beobachter sicher: Bürgermeister Peter Hinze tritt in Emmerich wieder an

Politik : Beobachter sicher: Bürgermeister Peter Hinze tritt 2020 wieder an

Der Überraschungssieger von vor drei Jahren wartet zunächst noch die Europawahl ab.

Beobachter in Emmerich gehen immer mehr davon aus, dass Bürgermeister Peter Hinze (SPD) im Herbst 2020 wieder als Kandidat für das höchste Amt in der Stadt antritt.

Am Wochenende kochte die Gerüchteküche vor den Feierlichkeiten der BGE zu ihrem 25-jährigen Bestehen noch einmal richtig hoch. Hinze erklärte am Sonntag gegenüber der RP, dass er sich mit seiner Partei darauf verständigt habe, vor einer offiziellen Stellungnahme, ob er nun antritt oder nicht, erst die Europawahlen am 26. Mai abzuwarten.

Emmerichs Bürgermeister (58) war bei der Wahl vor drei Jahren der Überraschungssieger und beerbte Johannes Diks. Im Herbst 2020, wenn gewählt wird, ist Hinze 60 Jahre alt. Er müsste sich nicht mehr zur Wahl stellen. Als ehemaliger Fach-Offizier der Luftwaffe und nach einer Amtszeit von fünf Jahren im Rathaus wäre seine Pension gesichert.

Das wäre sie auch schon im Jahr 2015 gewesen, als Hinze gewählt wurde. Zum damaligen Zeitpunkt war Hinze das dritte Mal für seine Partei angetreten. Zweimal zuvor hatte er gegen Diks verloren. Und auch beim dritten Mal sah es zunächst nach einer Niederlage aus. Umso überraschter waren alle, als es dann anders kam. Hinze ebenfalls. Schied er doch kurze Zeit danach aus den Diensten der Luftwaffe aus und hätte als Pensionär sein Leben genießen können.

Das alles spricht gegen eine erneute Kandidatur. Doch ohne Hinze hat die SPD ein großes Problem. Tritt er nicht mehr an, hat die SPD wohl nur geringe Chancen aufs Bürgermeisteramt. Ihr Hoffnungsträger Jan Ludwig (38) ist wenig geneigt, als Teilhaber in einer gut gehenden Anwaltskanzlei den Posten für die Politik an den Nagel zu hängen. Thorsten Rupp (45) aus Vrasselt kandidierte schon mal für den Landtag. Er arbeitet hauptberuflich für die SPD, ist in Emmerich zwar kein unbeschriebenes Blatt. Aber auch innerhalb der Emmericher SPD ist der Glaube nicht allzu groß, mit ihm die Wahl gewinnen zu können.

Ebenso gespannt wie die SPD in Emmerich sind die Christdemokraten, wie sich Emmerichs Bürgermeister entscheidet.

Für sie wird wohl der junge Fraktionschef Matthias Reintjes antreten. Er hat sich in der Fraktion durchgesetzt, seine Meinung hat Gewicht. Und er hat bereits wichtige Vorhaben für Emmerich angestoßen und gemeinsam mit der BGE durchgesetzt. Der 30-Jährige lebt mit seiner Partnerin in Elten, kennt die Stadt gut und hat auch fachlich einiges vorzuweisen.

Nach seinem Master-Studium im Fachbereich Politikmanagement und öffentliche Verwaltung an der NRW School of Governance (2011 bis 2013) erhielt Reintjes ein Promotionsstipendium der Konrad-Adenauer-Stiftung am Lehrstuhl für Politikwissenschaft und Verwaltungswissenschaft der Universität Duisburg-Essen. Seit 2018 ist er Berater der Gemeindeprüfungsanstalt Nordrhein-Westfalen für den Bereich der Stärkungspaktkommunen. Zudem ist Reintjes als Kreisvorsitzender der Kommunalpolitischen Vereinigung (KPV) des Kreises Kleve und Mitglied im Landesvorstand der KPV NRW tätig.

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