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Ahmet Taner aus Duisburg fühlt sich beim 1. FC Kleve pudelwohl

Interview mit Ahmet Taner : „Die Oberliga ist meine sportliche Heimat geworden“

Der Duisburger, der seit drei Spielzeiten Torwart des Fußball-Oberligisten 1. FC Kleve ist, spricht im Interview über seine Zukunft, sein sportliches Vorbild und wie er sich derzeit fit hält.

Ahmet Taner spielte in der bereits seit Mitte März ausgesetzten und jetzt vor dem Abbruch stehenden Saison 2019/20 eine überragende Rolle beim Fußball-Oberligisten 1. FC Kleve. Der 27-jährige Duisburger, der in der Vergangenheit auch schon für den KFC Uerdingen und den SV Sonsbeck gespielt hat, rettete den Klevern mit seinen Paraden immer wieder wichtige Punkte. Ahmet Taner hatte damit erheblichen Anteil daran, dass die Mannschaft von Trainer Umut Akpinar bei einem Vorsprung von 13 Zählern auf die Abstiegsplätze auf dem besten Weg zum Ziel Klassenerhalt war, als das Coronavirus den Sport stoppte. Mittlerweile hat der Duisburger seinen Vertrag beim 1. FC um eine weitere Saison verlängert. Im Interview erklärt der Keeper, wie er sich derzeit im Home Office fit hält, warum er in Kleve bleiben wird und wer sein Vorbild ist.

Seit einigen Wochen ruht der Fußball-Spielbetrieb mittlerweile wegen der Corona-Pandemie. Wie fit fühlen Sie sich nach Wochen im Home-Office-Training noch?

Ahmet Taner Ich glaube, dass ich noch immer gut in Form bin. Trainer Umut Akpinar schickt uns jeden Tag ehrgeizige Trainingspläne, die wir individuell absolvieren müssen. Das erfordert viel Selbstdisziplin. Aber ich bin sowieso ein Spieler, der im Training gerne ein wenig mehr gibt. Das mache ich in diesen Wochen also auch. Ich wäre auf jeden Fall bereit, wenn es wieder losgehen sollte, womit ich allerdings nicht rechne.

Sie haben Ihren Vertrag beim 1. FC Kleve verlängert. Was hält Sie am Bresserberg?

Taner Der 1. FC Kleve ist neben dem SV Sonsbeck die bisher schönste Station meiner Karriere. Die Mannschaft ist intakt. Und wir haben mit Umut Akpinar einen Trainer, der alles aus uns herausholt. Gemeinsam haben wir den Aufstieg in die Oberliga gefeiert. Diese Momente werde ich nie wieder vergessen. Ich kann mir immer sicher sein, dass die Leute im Verein hinter mir stehen. Nur so kann ich auch Bestleistungen abrufen. Ich hatte zuletzt zwar auch einige Angebote anderer Klubs, so wirklich habe ich mich damit aber nicht beschäftigt. Ich wollte unbedingt in Kleve bleiben.

Haben Sie bislang die beste Saison Ihres Lebens gespielt?

Taner Das kann ich noch nicht beurteilen. Aber klar, bisher läuft es richtig gut. Wir sind als Mannschaft nicht gut gestartet, zu Saisonbeginn hatten wir alle einen kleinen Durchhänger. Danach haben wir uns aber wieder gefangen. Ich glaube, dass ich einen wichtigen Beitrag dazu geleistet habe, dass wir jetzt da stehen, wo wir stehen. Wir waren auf einem richtig guten Weg zum Ziel Klassenerhalt.

Welches war Ihr bislang bestes Saisonspiel?

Taner An das Hinspiel gegen die Sport- und Spielvereinigung Velbert denke ich sehr gerne zurück. Da haben wir zu Hause eine richtig gute Leistung abgeliefert und die Begegnung verdient mit 4:1 gewonnen. Ich glaube, da waren einige Paraden von mir dabei, die ich mir bei Gelegenheit gerne noch einmal auf Video anschaue.

Vor Ihrer Zeit in Kleve liefen Sie für den KFC Uerdingen und den SV Sonsbeck in der Oberliga auf. Peilen Sie in den nächsten Jahren noch die Regionalliga an?

Taner Ehrlich gesagt habe ich das Ziel nicht. Die Oberliga ist meine sportliche Heimat geworden. Die Regionalliga ist klasse. Aber man sollte nicht vergessen, wie hoch der Aufwand da ist. In Kleve trainieren wir dreimal pro Woche, die Regionalliga-Klubs noch deutlich häufiger. Das kenne ich aus meiner Zeit beim KFC Uerdingen. Ich habe in diesem Jahr geheiratet, da lege ich meinen Fokus erst einmal lieber auf das Familienleben.

Können Sie sich vorstellen, mit dem 1. FC Kleve irgendwann einmal den Aufstieg in die Regionalliga zu schaffen?

Taner Das ist sehr schwer zu sagen. Ich glaube, dass es für die nahe Zukunft ein realistisches Ziel wäre, wenn wir uns ins obere Mittelfeld der Tabelle orientieren. Die Mannschaft hat auf jeden Fall das Zeug dazu, wenn ich beispielsweise an Jungs wie Nedzad Dragovic oder Fabio Forster denke.

Wer war früher Ihr Torhüter-Vorbild?

Taner Das war auf jeden Fall der Italiener Gianluigi Buffon. Nicht nur, weil er ein fantastischer Torwart ist. Buffons Ausstrahlung auf und neben dem Platz ist einfach beeindruckend.

Wie sehr vermissen Sie aktuell den Fußball?

Taner Natürlich sehr. Fußball spielt in meinem Leben eine so große Rolle, dass es sich ganz merkwürdig anfühlt, ohne ihn auskommen zu müssen. Aber das geht allen Jungs in der Mannschaft so. Den Fußball im Fernsehen vermisse ich allerdings noch nicht wirklich.