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Duisburg: Folkwang-Studierende geben grandioses Konzert

In Duisburg : Europäischer Abend beim Folkwang-Konzert

Besonders begabte Studierende der Klasse Prof. Hisako Kawamura begeistern in der „Universalsprache Musik“ .

Die Klavierabende der Klasse von Prof. Hisako Kawamura am Campus Duisburg der Folkwang-Universität der Künste, die jeweils unter dem Motto „Universalsprache Musik“ stehen, sind immer ein großes Ereignis. Jetzt war es im Kleinen Konzertsaal wieder einmal so weit, am Vorabend der Europawahl spielten sechs besonders begabte junge Menschen acht Werke, zum Teil in Auszügen, aus drei verschiedenen europäischen Ländern: Österreich, Spanien und Russland.

Zu Beginn legte die Japanerin Erika Kamura, die kurz vor ihrem Master-Examen steht, die Sonate B-Dur KV 281 von Wolfgang Amadeus Mozart schon recht reif hin. Das kann man erst recht sagen von der Türkin Basak Merev, die erst im dritten Semester ist, aber den ersten beiden der Vier Impromptus op. 90 D 899 von Franz Schubert schon viel klaren Anschlag und viel einleuchtende Gestaltung verlieh. Der Spanier (genauer gesagt Katalane) Joaquim Font brachte Musik seiner Landsleute, nämlich die kurzen und einsätzigen Sonaten Nr. 90 Fis-Dur und Nr. 88 Des-Dur des Scarlatti-Schülers Padre Antonio Soler im Wechsel mit den Sätzen „El Puerto“ und „Corpus Christi en Sevilla“ aus dem monumental-folkloristischen Zyklus „Iberia“ von Isaac Albéniz (1860-1909). Er verblüffte damit, die Verwandtschaften und auch Kontraste dieser Stücke mühelos virtuos ablaufen zu lassen.

Nach der Pause zeigte die Taiwanesin Bing-Yi Yang mit den vier wesentlichen Sätzen aus der beliebten „Nussknacker“-Suite op. 71 von Peter Tschaikowsky, dass auch die von Komponisten selbst angefertigte Fassung für Klavier solo sehr gut klingt. Da schloss der Taiwanese Hsueh-Chun Li sinnvoll an mit der kurzen und einsätzigen Nr. 5 „Sonata tragica“ aus dem Zyklus „Vergessene Weisen“ II op. 39 von Nikolai Medtner (1880-1951). Medtner und Sergej Rachmaninow bezeichneten sich zu ihrer Zeit gegenseitig als „der beste Komponist der Welt“. Da konnte dieser Folkwang-Abend eigentlich nur eine ganz bestimmte abschließende Krönung bekommen: Georg Kjurdian aus Lettland legte die ersten fünf von Rachmaninows in jeder Hinsicht anspruchsvollen „Études-tableaux“ op. 39 hin. Es gab viel Beifall.

Die Klasse Kawamura kommt wieder am Sonntag, 7. Juli, um 16 Uhr. Der Eintritt kostet jeweils fünf Euro, ermäßigt drei Euro.