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Streit um Umweltspur spaltet Düsseldorfer OB-Kandidaten

Kommunalwahl in Düsseldorf : Umweltspur unterscheidet OB-Kandidaten

Bei einer Podiumsdiskussion des Katholikenrats mit den Oberbürgermeister-Kandidaten kam es im Maxhaus beim Thema Umweltspur zu einem harten Schlagabtausch.

Die Umweltspuren bleiben ein Zankapfel, der für Würze und Emotionen im aktuellen Wahlkampf sorgt. Das wurde bei einem vom Katholikenrat, der Interessenvertretung der katholischen Laien, veranstalteten Gespräch mit den Oberbürgermeister-Kandidaten deutlich. Vor allem Amtsinhaber Thomas Geisel und sein CDU-Gegenspieler Stephan Keller gingen bei diesem Thema auf Angriff.

Vor seiner Zeit als Stadtdirektor in Köln war Keller in der Landeshauptstadt Spitzenbeamter für Ordnung, Recht und Verkehr. „Eigentlich habe ich dich als jemanden kennengelernt, der städtische Verkehrspolitik immer auch aus der Perspektive der Radfahrer betrachtet hat. Und heute bist du der Anführer der Autofraktion“, sagte Geisel. Offenbar habe der Wechsel seines Kontrahenten auch zu einer persönlichen Veränderung in dieser Frage geführt.

An seiner Position – auch zu der besonders umstrittenen Umweltspur, die an der A 46 beginnt – ließ der Rathaus-Chef keinen Zweifel: „Die grundsätzliche Idee zu solchen Maßnahmen stammt von der CDU-Umweltministerin des Landes. Und der Luftreinhalteplan der Bezirksregierung lässt uns überhaupt keine Wahl. Wir können die Umweltspur gar nicht abschaffen.“

Keller hält das für falsch und sprach von einer „brachialen Maßnahme“, die nur an einer willkürlich ausgewählten Stelle wie der Corneliusstraße für eine Senkung der Schadstoffe sorge. „Die Belastung an den neuen Ausweichstrecken messt ihr doch gar nicht“, sagte der Herausforderer in Richtung Geisel. Keller sicherte zu, dass er im Falle seiner Wahl die Umweltspur abschaffen werde.

Das kündigte auch FDP-Kandidatin Marie-Agnes Strack-Zimmermann an und kritiserte die Mehrheiten, mit denen das kontroverse Projekt verabschiedet beziehungsweise verlängert wurde. „Im Ausschuss waren es SPD, Grüne und Linke, im Rat kamen dann noch eine Stimme vom rechten Rand hinzu.“