Kritik am Airport Taxiverbände fordern Aufkündigung der Kooperation mit Uber am Düsseldorfer Flughafen

Düsseldorf · Die Taxibranche erhebt schwere Vorwürfe gegen Mietwagen-Unternehmen, die über Apps vermittelt werden. Vor diesem Hintergrund gibt es Kritik am Airport, der Parkflächen für Uber reserviert hat.

 Seit kurzer Zeit stehen Parkplätze für Uber am Flughafen zur Verfügung.

Seit kurzer Zeit stehen Parkplätze für Uber am Flughafen zur Verfügung.

Foto: Uber/ANDREAS WIESE

In 16 offenen Briefen an deutsche Flughäfen fordern Vertreter der Taxibranche, nicht mit App-Vermittlern wie Uber und Bolt sowie den über sie agierenden Mietwagenfirmen zu kooperieren. Auch die Taxi Düsseldorf eG unterstützte den Aufruf, wie sie auf Nachfrage bestätigt. Ausgeführt wurde die Kampagne vom Fachmedium Taxi Times, das sich selbst als Sprachrohr der Branche beschreibt.

Besonders herausgehoben wird der Flughafen Düsseldorf, da dort bereits eine Vereinbarung mit Uber getroffen wurde. Die Vertreter der Taxibranche fordern nun, diese Kooperation wieder aufzukündigen. In dem Brief an Flughafenchef Lars Redeligx heißt es: „Wir appellieren dringend an Sie, sehr genau hinzusehen, an wen Sie die Verkehrsflächen an Ihrem Flughafen vergeben. Was Uber und Bolt tun, ist nicht kostengünstige Personenbeförderung, sondern illegaler taxiähnlicher Verkehr unter Missachtung zahlreicher Rechtsvorschriften und zum Schaden der Fahrer, vieler Fahrgäste, der Sozialkassen, des Fiskus und der gesamten Gesellschaft.“

Erneuert wird zum Beispiel der bekannte Vorwurf, dass sich die Mietwagen allzu oft nicht wie gesetzlich vorgegeben an die Rückkehrpflicht zum Betriebssitz halten. Mit „Tricks“ würden die behördlichen Kontrollen unterlaufen. Zudem wird vorgerechnet, dass mit den günstigeren Tarifen als bei Taxis legal kein wirtschaftliches Arbeiten möglich sei, es komme vielmehr etwa zu Verstößen beim Mindestlohn. Sogar „bandenmäßig kriminell“ seien einige Mietwagen-Unternehmen organisiert, bei denen keine Genehmigung für gewerbliche Personenbeförderung bestehe. Verwiesen wird hier auf aktuelle Recherchen von rbb24 zu Berlin.

Uber betont auf Nachfrage unserer Redaktion, dass sich die Recherchen ausschließlich auf Berlin beziehen. „Wir befinden uns dazu im intensiven Austausch mit den zuständigen Behörden und haben bereits letztes Jahr im August gemeinsam mit dem Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten einen Prozess aufgestellt, mit dem illegale Unternehmen und Fahrzeuge erkannt werden und eine Vermittlung ausgeschlossen wird“, sagt ein Sprecher. Zudem stelle Uber durch aufwendige Prüfungen sicher, dass „ausschließlich lizenzierte Unternehmen Fahrten über die Uber-App vermittelt bekommen“. Zudem betont der Sprecher, dass jede über die Uber-App vermittelte Fahrt versichert sei.

Der Flughafen wiederum teilt mit: „Im Rahmen unseres Vertragsverhältnisses sehen wir das Unternehmen Uber in der Verantwortung, für einen rechtskonformen Betrieb seiner angemieteten Flächen zu sorgen.“ Zudem stellt der Flughafen dar, dass lediglich sechs Parkplätze für Uber reserviert seien, aber Flächen für mehr als 60 Taxis an den Terminals und rund 300 in der Nähe.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort