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Michael Baumeister will Oberbürgermeister von Düsseldorf werden.

Kommunalwahl in Düsseldorf : Ein Wirt kandidiert als Oberbürgermeister

Der Unterrather Michael Baumeister will in seiner Heimatstadt etwas bewegen. Obwohl er bislang kein politisches Amt ausgeübt hat, will er nun Oberbürgermeister von Düsseldorf werden.

Michael Baumeister will Oberbürgermeister werden. Er meint das ernst. Seine Kandidatur um das hohe Amt sei für ihn kein Spaß. „Ich will nicht das Amt des Oberbürgermeisters verunglimpfen, sondern etwas bewegen“, sagt der 51-Jährige. „Und wenn ich etwas mache, dann habe ich es bislang richtig gemacht“, schiebt er hinterher. Und das wolle er auch diesmal so handhaben, auch wenn er so gut wie keine Chance hat, sich bei der Direktwahl durchzusetzen.

Baumeister ist einer der 15 Kandidaten, die sich am 13. September in Düsseldorf zur Wahl stellen. Er ist zwar Mitglied der CDU, tritt aber als einziger parteiloser Kandidat an. Auf die Idee dazu sei er bereits vor fünf Jahren bei der vergangenen Wahl gekommen. Damals entdeckte er den „Nackten Cowboy“ auf dem Wahlzettel. „Das hat mich neugierig gemacht, wie der das geschafft hat.“ Obwohl er zuvor keinerlei politische Ämter inne hatte, reifte der Wunsch, selber eine Kandidatur zu wagen. Denn Baumeister hatte in den vergangenen Jahren häufiger das Gefühl, dass er Dinge in der Stadt gerne anders gestalten würde. „Warum muss die U81 als Stadtbahn geplant werden? Könnte nicht der Sky-Train dafür besser verlängert werden?“, ist etwa eine seiner Überlegungen.

Er habe es satt, dass häufig nur gemeckert wird und wolle mit seiner Kandidatur zeigen, dass es Möglichkeiten zur Mitgestaltung gibt. „Und warum dann nicht direkt als Bürgermeister einsteigen, da kann ich schließlich am meisten erreichen“, sagt Baumeister. Er sammelte innerhalb von drei Wochen die benötigten Unterschriften. „Eigentlich wurden nur 264 Stimmen gebraucht, aber ich habe deutlich mehr erhalten.“ Ein achtköpfiges Wahlkampfteam aus Freunden und Bekannten unterstützt ihn nun. Wobei der Gastronom, der seit vielen Jahren gemeinsam mit seiner Mutter die Sportvereinsgaststätte TuS-Treff in Unterrath betreibt, das Wort Kampf nicht so gerne mag.

Die Schwerpunkte im Wahlprogramm des gelernten Dachdeckers sind nicht neu oder sonderlich überraschend. Er möchte die Sicherheit erhöhen, dafür zum Beispiel wieder die Doppelstreife von Ordnungsamt und Polizei aufnehmen, für mehr Wohnraum sorgen, etwa durch die Umnutzung von leerstehenden Büro- und Geschäftsräumen und den Sport und Veranstaltungen in der Stadt fördern. Wie er seine Ziele erreichen will, lässt er größtenteils offen und gibt ehrlich zu, dass ihm dafür einfach noch der Einblick fehle.

Eine Unterstützerin ist seine Mutter. „Michael ist herzlich, freundlich und kommt gut mit jedem aus“, sagt Rosemarie Conrath. „Und er ist ein Teamplayer und kann gut zuhören. Wer bei uns die verschiedenen Interessen unter einen Hut bekommt, der kann auch eine Stadt führen“, sagt TuS-Nord Vereinsvorsitzender Klaus Nuber.

Angst hat der Unterrather, der auch stellvertretender Vorsitzender der Werbegemeinschaft Einkaufs-Trümpfe ist, keine vor dem hohen Amt. „Da muss ich mich halt gut hinarbeiten und mir die richtigen Leute an die Seite stellen. Ich fürchte mich nur vor der Anzugspflicht. Das mag ich gar nicht.“ Und welchen persönlichen Wunsch würde er gerne realisieren? „Oberbürgermeister Joachim Erwin hat einmal eine DTM-Rennstrecke ausarbeiten lassen. Die Pläne würde ich gerne aufleben lassen und mich um ein Formel-E-Rennen bewerben. Das wäre zwar nicht wichtig, aber schön.“