Facebook-Gruppe hat mehr als 300.000 Mitglieder „Fridays gegen Altersarmut“ richtet Mahnwachen in Düsseldorf aus

Düsseldorf · Die Teilnehmer wollen sich am Freitagnachmittag am Schadowplatz und an der Liesegangstraße treffen, später sollen sich die beiden Aufzüge vereinigen. Einer der Ansprechpartner ist ein Ratsherr, der für die AfD gewählt wurde.

 Ulrich Wlecke sitzt im Düsseldorfer Stadtrat. Er wurde für die AfD gewählt, ist aber inzwischen aus der Partei ausgetreten.

Ulrich Wlecke sitzt im Düsseldorfer Stadtrat. Er wurde für die AfD gewählt, ist aber inzwischen aus der Partei ausgetreten.

Foto: Arne Lieb

Die Bewegung „Fridays gegen Altersarmut“ ruft auch in Düsseldorf zu Mahnwachen auf. Die Teilnehmer wollen sich am Freitagnachmittag am Schadowplatz und an der Liesegangstraße treffen, später sollen sich die beiden Aufzüge vereinigen. „Fridays gegen Altersarmut“ ist bislang vor allem als Facebook-Gruppe aufgefallen, der Name spielt auf die Schüler-Demonstrationen gegen den Klimawandel an. Die Bewegung ist umstritten: Kritiker warnen von einer Unterwanderung von Rechtsextremen.

Einer der beiden Düsseldorfer Anmelder ist kein Unbekannter: Ulrich Wlecke wurde 2014 für die AfD in den Düsseldorfer Stadtrat gewählt, in den 1990er Jahren hatte er zu den Republikanern gehört. Wlecke ist nach der Entmachtung von Gründer Bernd Lucke bei der AfD ausgetreten und hat sich im Stadtrat der Fraktion Tierschutz/Freie Wähler angeschlossen. Deren Geschäftsführer und Drahtzieher ist Torsten Lemmer, der frühere Rechtsextreme, der sich nach eigenen Angaben vollständig von der Szene gelöst hat. Wlecke selbst bezeichnet sich als wertkonservativ und liberal, im Rat ist er bislang nicht durch radikale Positionen in Erscheinung getreten. Wlecke war bei der Europawahl 2019 als Bundesspitzenkandidat der Senioren-Partei Graue Panther angetreten.

Die andere im Internet genannte Ansprechpartnerin hat sich nach eigenen Angaben bislang nicht politisch engagiert. Als sie in der Facebook-Gruppe von den geplanten Mahnwachen in anderen Städten gelesen habe, habe sie auch eine Veranstaltung in Düsseldorf auf die Beine stellen wollen. Sie  werde sich distanzieren, falls sich herausstelle, dass Rechtsextreme das Thema ausnutzen wollen. Ihr gehe  um den Kampf gegen Altersarmut. Die Anmelder rechnen mit 50 bis 150 Teilnehmern. Die Demonstrationen sind bei der Polizei angemeldet.

Die Ende September gegründete Facebook-Gruppe hat mehr als 300.000 Mitglieder. Ziel ist es laut Gruppeninfo, auf das Problem Altersarmut aufmerksam zu machen. Inzwischen haben Gruppenmitglieder Mahnwachen in vielen Städten angekündigt.

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