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Stadtwerke Düsseldorf: Brief an Kunden sorgt für Spott

Neue Berechnung der Fernwärme : Post der Stadtwerke Düsseldorf sorgt für Spott

Für Verwunderung und ironische Kommentare sorgt die Post der Stadtwerke an Fernwärmekunden. Es reiht sich eine mathematische Formel an die nächste.

Über mehrere Zeilen reihen sich im Schreiben der Stadtwerke an deren Kunden mathematische Gleichungen aneinander. Buchstabenkürzel treffen auf Brüche, auf Plus- und Malzeichen sowie Klammern. In einigen ist das Wort „Umlage“ zu lesen.

Man ahnt, worum es geht. Die Gasumlage muss in die komplizierte Fernwärmetarif-Berechnung eingegliedert werden. Doch was transparent sein soll, sorgt vielmehr für Verwirrung.

Mit Ironie hat Dirk Jansen reagiert, der als Garather automatisch Fernwärme der Stadtwerke bezieht. Der Geschäftsleiter für Umwelt- und Naturschutzpolitik beim BUND NRW hat das Schreiben bei Facebook gepostet, sein Kommentar: „Das nenne ich mal eine transparente Preisangleichung meiner Stadtwerke...“. Viel Hohn und Spott ist in Kommentaren zu lesen: „Hefte raus, Klassenarbeit!“, schreibt einer.

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Im Gespräch mit unserer Redaktion zeigt sich Jansen zufrieden damit, dass er dank eines Holzanteils von 50 Prozent neben Gas als Energieträger für seine Fernwärme recht nachhaltig heizen könne. Aber das Schreiben passe leider dazu, dass das mit der Fernwärme in Garath nicht so richtig transparent sei, da die Versorgung damit im Grundbuch festgeschrieben sei und es keinen Vertrag mit Kunden gebe.

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Er könne zudem aus technischen Gründen nicht nachvollziehen, wie viel Wärme in seiner Siedlung noch ankomme. Zum Schreiben sagt er: „Das hat für Erheiterung gesorgt. Aber eigentlich können sich die Stadtwerke das Porto sparen, wenn das nur mit Mathematikstudium zu verstehen ist.“ Konkrete Angaben zu den – auch generell extrem steigenden – Preisen ab 1. Oktober gebe es im Brief nicht. „Das ist doch wichtiger.“

Dieses Anschreiben kommt einem Stadtwerke-Sprecher zufolge aber erst nach dem 1. Oktober, „aufgrund der insgesamt herausfordernden Lage“. Informiert habe man per Pressemitteilung. Zeitungsanzeigen und Veröffentlichungen auf der Internetseite sollen folgen.

Das Schreiben zur neuen Preisformel sei „eine Frage der Transparenz. Auch wenn die mathematischen Formeln für Laien sicherlich nicht einfach nachvollziehbar sind, so kann man doch entnehmen, welche Kostenblöcke in die Berechnung einfließen.“