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Der evd zieht nach: Strom und Gas ab Januar teurer

Der evd zieht nach : Strom und Gas ab Januar teurer

Die Energieversorgung Dormagen (evd) erhöht zum 1. Januar die Preise für Strom (3,7 Prozent) und Gas (4,9 Prozent). Verbraucherschützer raten insbesondere Beziehern des Haustarifs, der so genannten Grundversorgung, zum Wechsel. Andere Tarife auch innerhalb der evd sind günstiger.

Nachdem deutschlandweit etliche Energieversorger angekündigt haben, die Tarife für Strom und Gas anzuheben, zieht nun auch die evd nach.

Was sich beim Gas ändert

Der Arbeitspreis für Erdgas steigt ab Januar um 0,33 Cent pro Kilowattstunde. Für die Kunden bedeute dies unterm Strich eine Mehrbelastung von rund 4,9 Prozent. "Grund ist der stark gestiegene Heizölpreis, an den die Gaspreise gekoppelt sind", sagt evd-Vertriebsleiter Karl-Heinz Junggeburth. Damit sei Erdgas dennoch deutlich günstiger als in der vorigen Heizperiode. Im Jahr 2009, so der Versorger, hatte die evd ihre Gaspreise um insgesamt 30 Prozent gesenkt.

Was sich beim Strom ändert

Den Strompreis wird das Unternehmen ab Januar um 0,83 Cent pro Kilowattstunde erhöhen. Dies sind 3,7 Prozent mehr. "Hier machen sich der Anstieg der behördlich regulierten Netzentgelte und steigende Umlagen zur Förderung der erneuerbaren Energien bemerkbar", so das Unternehmen. Allen Privatkunden mit einem Jahresverbrauch bis zu 10 000 Kilowattstunden bietet die evd in den nächsten Tagen ein neues Produkt mit einer dreijährigen Festpreisgarantie an. Wer sich nicht so lange binden will, hat nach zwei Jahren ein Sonderkündigungsrecht. Das Angebot geht allen Kunden in den kommenden Tagen schriftlich zu.

Wie evd-Kunden reagieren sollten

Peter Blenkers, Energieexperte bei der Verbraucherzentrale NRW, rät insbesondere Kunden, die die Grundversorgung — als den Haustarif — beziehen, genau hinzuschauen. Für evd-Kunden lohnt sich bereits ein Tarifwechsel innerhalb des Unternehmens. Wer in Dormagen jährlich 30 000 Kilowattstunden Gas verbraucht und von der Grundversorgung "Behaglich Zuhause" auf "Clever kombiniert" wechselt, spart fast 300 Euro. Von den 30 000 Stromkunden sind laut evd-Chef Rudolf Esser innerhalb des Unternehmens bereits gut zehn Prozent gewechselt, bei den 6500 Gaskunden seien es 25 Prozent.

Ist die Preiserhöhung berechtigt?

Ein altes Streitthema: Die Bindung des Gaspreises an den Ölpreis lässt Blenkers nicht gelten. Der Verbraucherschützer rechnet allerdings auch damit, dass deren Bedeutung in Zukunft verblasst. Beim Strom hätten regulierte Netzentgelte einen Preisanstieg beim Strom nötig gemacht. "Die Entgelte sind zum 1. April 2009 deutlich erhöht worden, diese Kosten haben wir bisher nicht weitergegeben", sagt Esser. Blenkers hält das für nicht plausibel. Die Regulierungsbehörde legt die Netzentgelte festgelegt.

Wie entwickeln sich die Preise?

evd-Geschäftsführer Esser prognostiziert eine "Seitwärtsentwicklung" der Preise, er rechnet mit kleinen Schwankungen nach oben oder unten. Den Strom für das Jahr 2011 kauft das Unternehmen derzeit bereits ein. Einen Effekt auf die Preise könnten außerdem staatliche Abgaben haben, die jetzt noch nicht vorhersehbar seien.

www.evd-dormagen.de

(RP)