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Die Moschee muss noch warten: Erst noch Geld sammeln

Die Moschee muss noch warten : Erst noch Geld sammeln

Die geplante Moschee an der Roseller Straße lässt noch auf sich warten. Der Kulturverein Diyanet sammelt noch Spenden. Es fehlen noch 200 000 Euro zur Finanzierung des Rohbaus.

Dursun Pekdemir (45) kann kaum etwas aus der Ruhe bringen. Der Vorsitzende des Türkisch-Islamischen Kulturvereins bleibt auch gelassen, wenn er Kassensturz macht. Für die große neue Moscheee an der Roseller Straße fehlen dem Kulturverein Diyanet noch etwa 200 000 Euro. "Wenn wir das Geld für den Rohbau zusammen haben, werden wir mit dem Bau beginnen", so Pekdemir. Rund eine Million soll der Rohbau kosten. "Doch abzüglich der Eigenleistungen der Diyanet-Mitglieder blieben noch etwa 650 000 bis 700 000 Euro liegen." Pekdemir bringt das nicht aus der Ruhe. "Dann warten wir eben noch ein paar Jahre."

Finanziert werden soll der Betrag vor allem durch Spenden. Und da kommt so einiges zusammen. So hat die Islamische Gemeinde in Dormagen vor Jahren auch den Gebetsraum in einer ehemaligen Autowerkstatt für 400 000 Mark umgebaut. Ein Kraftakt, der scheinbar mühelos begann.

Pekdemir und der größte Teil seiner Mitstreiter im Vorstand wollen in jedem Fall eine Kreditaufnahme für den Moscheebau vermeiden. Der Vorsitzende: "Damit binden wir uns finanziell auf Jahren hinaus." Er will dafür nach der Fertigstellung von Moschee und Kulturzentrum im Schatten der Betonfabrik an der Roseller Straße mit der eigentlichen Arbeit beginnen: Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit Sprachkursen, Hausaufgabenbegleiten und ähnlichem. "Wenn uns das Geld fehlt, haben wir zwar eine große Moschee und ein Kulturzentrum, dessen Angebot wir nicht finanzieren können."

Rechtlich ist der Moscheebau abgesichert. "Exakt vor einem Jahr wurde die Baugenehmigung erteilt. Damit gibt es keine rechtlichen Hürden mehr für den Bau", berichtet der städtische Pressesprecher Swen Möser.

Gebaut werden soll auf dem heute von dem Kulturverein genutzten Grundsstück an der Roseller Straße eine Moschee und ein Begegnungszentrum mit etwa 1900 Quadratmeter Nutzfläche. Im Untergeschoss ist ein großer Multifunktionssaal geplant, der bis zu 300 Personen fassen soll und auch zum Beispiel für Hochzeiten, Geburtstage und sonstige Familienfeiern, aber auch Vorträge und Begegnungen vorgesehen ist. Hinzu kommen Schulungsräume. Im Erdgeschoss wird der Gebetsraum für Männer eingerichtet, im ersten Obergeschoss der für Frauen. In das Erdgeschoss soll auch das Lebensmittelgeschäft auf dem Grundstück umziehen. Architekt Cavin Sahin hat das Gebäude mit einer 13,5 Meter hohen Kuppel versehen. Das Minarett — es hat nur symbolischen Charakter — soll 21 Meter hoch werden.

Nach Angaben von Dursun Pekdemir soll der komplette Bau der Moschee zwischen zwei und 2,5 Millionen Euro kosten. Er schätzt, dass die Moschee von 25000 Muslime in und um Dormagen besucht wird. Der Verein hat rund 350 aktive Mitglieder und weitere 400 Mitglieder, die auch Beiträge von zehn Euro im Monat bezahlen, sich aber in der Vereinsarbeit zurückhalten.

Für den Vorstand des Kulturvereins ist es wichtig, "dass die Moschee ein Treffpunkt für alle Dormagener wird". Pekdemir: "Wir wollen ein Teil dieser Stadt werden." In der Bevölkerung hatte es vor allem im Malerviertel Proteste gegen die Moschee gegeben. In einer breit angelegten und gut besuchten Bürgerversammlung in Horrem zu diesem Thema im vergangenen Jahr war jedoch von dieser Stimmung gegen das Projekt kaum etwas zu spüren.

(RP)