Sicherheitskontrollen am Flughafen Düsseldorf - Kötter will aussteigen

Flugsicherheitskontrollen : Security-Firma Kötter gibt Airport Düsseldorf auf

Die Security-Firma Kötter wollte die Sicherheitskontrollen an den Flughäfen sowohl in Düsseldorf wie auch in Köln/Bonn vorzeitig abgeben. Genehmigt wurde nur der Rückzug aus Düsseldorf.

Die Sicherheitsfirma Kötter Aviation Security hat das Beschaffungsamt des Bundesinnenministeriums gebeten, die Verträge für die Luftsicherheitskontrollen am Düsseldorfer und Köln/Bonner Flughafen vorzeitig aufzulösen. In einem internen Schreiben der Bundesbehörde vom 24. Oktober 2019, das unserer Redaktion vorliegt, wird Kötters Anliegen stattgegeben – jedoch nur für den Düsseldorfer Airport.

„Es wurde entschieden, dass der Vertrag am Flughafen Düsseldorf zum 31.5 2020 frühzeitig im Wege einer einvernehmlichen Vertragsauflösung beendet werden soll“, heißt es in dem Schreiben, das an den geschäftsführenden Direktor von Kötter Aviation, Peter Lange, adressiert ist. Eigentlich wäre der Vertrag noch ein halbes Jahr länger gelaufen. Am Köln/Bonner Flughafen, so heißt es in dem Brief weiter, solle der Vertrag jedoch bis zum regulären Vertragslaufzeitsende am 31. Dezember 2020 weitergeführt werden.

Das Beschaffungsamt, das für alle Bundesbehörden Waren wie auch Dienstleistungen einkauft, hat das Sicherheitsunternehmen um zügige Rückmeldung gebeten. „Jetzt hängt es an Kötter. Sie müssen jetzt entscheiden, ob sie damit einverstanden sind, nur in Düsseldorf aufzuhören“, hieß es aus gut informierten Kreisen. „Die Rahmenbedingungen für unsere Dienstleistungen haben sich so sehr verändert, dass wir aus rein betriebswirtschaftlicher Sicht keine andere Wahl hatten, als die Initiative zu ergreifen und auf eine einvernehmliche Vertragsbeendigung hinzuwirken“, erklärte am Montagabend Friedrich Kötter, Verwaltungsrat der Kötter Security Gruppe, den Antrag des Unternehmens. Man diskutiere derzeit mit dem Beschaffungsamt „über die Ausgestaltung der möglichen vorzeitigen Vertragsbeendigung.“

Kötter führt im Auftrag der Bundespolizei bisher die Kontrollen am Düsseldorfer und Kölner Flughafen durch. Immer wieder gab es an den Luftsicherheitsschleusen Probleme. Häufig waren personelle Engpässe Grund dafür. Zuletzt kam es in den NRW-Herbstferien zu Wartezeiten von bis zu 50 Minuten an den Kontrollpunkten. Kein Einzelfall: Insbesondere in den vergangenen beiden Jahren gab es in den Ferienzeiten regelmäßig lange Warteschlangen. Es kam vereinzelt sogar zu Handgreiflichkeiten zwischen den Passagieren. Fluggäste verpassten ihre Maschinen. Eine Überprüfung der Abläufe an den Kontrollstrecken des Düsseldorfer Flughafens zwischen Oktober 2017 und Januar 2018 ergab laut Bundespolizei eklatante Defizite.

Von der vorzeitigen Vertragsauflösung wären am Düsseldorfer Flughafen rund 1100 Kötter-Beschäftigte betroffen. In Köln/Bonn arbeiten lediglich 600 sogenannte Luftsicherheitsassistenten. Wer ab dem 1. Juni 2020 die Luftsicherheitskontrollen am Düsseldorfer Flughafen durchführen wird, soll nun ein Vergabeverfahren entscheiden. An dem könnte sich aber auch Kötter wieder beteiligen.

Die SPD fordert seit Längerem, dass die Kontrollen wieder komplett in staatliche Hände gelegt werden. Demnach sollte eine Anstalt öffentlichen Rechts des Bundes für Luftsicherheit geschaffen werden. Die Deutsche Bundespolizeigewerkschaft favorisiert hingegen das Modell, das es am Münchner Flughafen gibt. Dort ist die Sicherheitsgesellschaft zu 100 Prozent in staatlicher Hand.

Hinweis der Redaktion: In einer älteren Version dieses Artikels schrieben wir, dass Peter Lange, geschäftsführender Direktor von Kötter Aviation, die Bedingungen des Beschaffungsamtes akzeptiert habe. Richtig hätte es heißen müssen, dass Lange die Bedingungen prüfe.

(csh)