NRW: Waldbrandgefahr bleibt hoch bis zum Wochenende 27./28. April 2019

Viele Feuerwehr-Einsätze über Ostern : „Die Waldbrandgefahr in NRW bleibt erstmal hoch“

Viel Sonne, wenig Regen und so trockene Luft wie in der Sahara: Die Meterologen des Deutschen Wetterdienstes geben zur hohen Waldbrandgefahr in NRW noch keine Entwarnung. Erst am Wochenende könnte es regnen.

Nachdem die Feuerwehren in Nordrhein-Westfalen über Ostern immer wieder ausrücken mussten, um Waldbrände zu löschen, gibt der Deutsche Wetterdienst (DWD) auch am Dienstag noch keine Entwarnung: "Es ist weiterhin trocken, die Waldbrandgefahr bleibt erstmal hoch", sagt Meteorolge Andreas Friedrich. Viel Sonne, hohe Temperaturen und die Tatsache, dass es seit Tagen nicht geregnet hat - die Waldbrandgefahr war an Ostern sehr hoch. Auf dem so genannten Waldbrandgefahrenindex liegt NRW nach Angaben des Wetterexperten noch bis Donnerstag auf Stufe 3 von 5 Warnstufen. Freitag und Samstag zieht dann von Westen her ein Tief heran. "Wir rechnen am Wochenende mit Niederschlägen, so dass der Boden durchfeuchtet wird", sagt Friedrich. „Dann ist die Waldbrandgefahr zumindest vorübergehend gebannt.“ Die Böden seien aber insgesamt viel zu trocken.

Über Ostern war die Luft in NRW sehr trocken, mit gerade einmal 15 Prozent Luftfeuchtigkeit war "Wüstenklima", wie Friedrich sagt. "Das haben wir normalerweise in der Sahara." Die Gefahr für Waldbrände war auch deshalb so hoch, weil die Wälder noch licht sind, die Bäume haben erst wenige Blätter. Die Sonne kann den Boden umso leichter erhitzen.

170 Feuerwehrleute haben am Ostersamstag elf Stunden lang ein Feuer im Hildener Stadtwald bekämpft. Trockenes Unterholz war in Brand geraten, noch ist die Ursache unklar.

In Essen stand am Dienstagmorgen ein 10.000 Quadratmeter großes Waldstück nahe der Aussichtsplattform Korte Klippe am Baldeneysee in Flammen. In Plettenberg zündelten Unbekannte am Ostersamstag im Wald mit Feuerwerk und entfachten so ein Feuer, das die Feuerwehr zügig unter Kontrolle brachte.

Eine besorgte Frau alarmierte die Feuerwehr Herdecke am Samstagabend. Die Einsatzkräfte stellten aber schnell fest, dass der von ihr gemeldete Brand ein genehmigtes Osterfeuer war. In Menden störte eine frei herumlaufende Ziege die Einsatzkräfte der Feuerwehr bei der Arbeit. Sie rannte zwischen ihnen umher, während sie am Karfreitag ein Feuer im Unterholz löschten, und musste angeleint werden.

In den kommenden Tagen kommt nach Angaben des DWD weiterhin warme und trockene Luft nach Nordrhein-Westfalen, die für Temperaturen bis zu 25 Grad sorgt. In der Nacht auf Mittwoch könnte es örtlich Schauer geben. Ab Mittwochnachmittag steigt die Schauer- und Gewitterneigung in NRW. Mit einzelnen Gewittern rechnet der DWD dann in der Nacht zu Donnerstag. Der Blick aufs Wochenende zeigt am Freitag Höchsttemperaturen zwischen 15 und 18 Grad. Die Nacht zu Samstag dürfte mit acht bis fünf Grad kühl werden.

Wenn es derart trocken ist wie in diesen Tagen, können schon Funken einen Brand entfachen. Am Mittwoch vor Ostern musste die Feuerwehr in Augustusdorf im Kreis Lippe ein Feuer löschen, das sich innerhalb kürzester Zeit auf 1000 Quadratmetern Wald ausgebreitet hatte. Nach Angaben der Polizei hatte ein Jugendlicher eine Zigarettenkippe in den Wald geworfen.

Allein das Anzünden einer Zigarette in Waldgebieten kann zwischen 80 und 100 Euro Bußgeld kosten. Von Anfang März bis Ende Oktober ist das Rauche laut Landesforstgesetz im Wald verboten. Wer beim Rauchen erwischt wird, im Wald Feuer macht oder außerhalb von ausgewiesenen Plätzen grillt, muss mit Geldbußen bis zu 25.000 Euro rechnen.

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