Stadtwald gerettet: Viele Hildener danken ihrer Feuerwehr

Waldbrand am Ostersamstag war erst nach elf Stunden gelöscht : Stadtwald gerettet: Viele Hildener danken ihrer Feuerwehr

Rund 250.000 Quadratmeter Unterholz standen in Flammen. Die Löscharbeiten waren sehr schwierig, sagte Feuerwehr-Chef Hans-Peter Kremer. 130 Retter aus dem ganzen Kreis und aus Solingen waren im Einsatz.

Ostersamstag gegen 14.30 Uhr wird Rauch in der Nähe der Waldkaserne bemerkt und die Feuerwehr alarmiert. Weil es schwierig ist, die Brandstelle zu orten, fordert die Feuerwehr einen Polizeihubschrauber an. Die Besatzung stellt fest, dass auf einer Fläche von rund 250.000 Quadratmetern das Unterholz brennt. „Die Löscharbeiten sind schwierig, weil wir die letzten hundert Meter zu Fuß laufen müssen“, berichtet der Leiter der Hildener Feuerwehr, Hans-Peter Kremer. Was das bedeutet, kann man sich ungefähr ausmalen: In voller Ausrüstung bei 26 Grad im Schatten müssen die Einsatzkräfte schwere Schläuche durch den verrauchten Wald bis zu Brandflächen schleppen. Viele Wege im Stadtwald sind zwar auch für Löschfahrzeuge ausgelegt. Und es gibt auch Hydranten im Wald. Aber das Unterholz brennt an anderer Stelle.

Die Bekämpfung des Feuers war sehr schwierig, weil die Brandflächen nicht mit Fahrzeugen, sondern nur zu Fuß erreichbar waren. Foto: Köhlen, Stephan (teph)

Über dem Stadtwald steht eine Rauchwolke, die weit zu sehen ist. Viele Ausflügler sind unterwegs, auch im Stadtwald. Die Polizei versucht mit starken Kräften (neben der Bereitschaftspolizei sind auch Zivilfahnder im Einsatz) die Zugänge zum Stadtwald abzusperren. Aber immer wieder kommen Spaziergänger oder Radfahrer aus dem Wald. Die Elberfelder Straße zwischen Hilden und Haan wird zeitweise gesperrt.

Die Besatzung eines Polizeihubschraubers half, den Brand zu lokalisieren. Foto: Köhlen, Stephan (teph)

Feuerwehren aus Haan, Mettmann, Langenfeld, Monheim, Ratingen und Solingen eilen ihren Hildener Kameraden zu Hilfe. Aber erst nach rund zweieinhalb Stunden ist der Hauptfeuersaum unter Kontrolle. Gelöscht ist das Feuer erst nach rund elf Stunden gegen 1.30 Uhr Sonntagfrüh.

Auch die Freiwillige Feuerwehr Solingen eilt zur Hilfe. Am Donnerstag hatten sie bereits einen Waldbrand an der Sengbachtalsperre gelöscht. Dort brannten rund 1000 Quadratmeter. Am Freitag brannte eine große Hecke in Solingen. "Wir haben uns das Ostereier-Suchen anders vorgestellt", flachste ein Feuerwehrmann. Foto: Christoph Schmidt

Die ganze Nacht durch bis Sonnenaufgang patrouilliert die Feuerwehr durch den Stadtwald und kontrolliert die Brandherde Ab 7.20 Uhr Ostersonntag sind wieder die ersten Einsatzkräfte der hauptamtlichen Feuerwehr im Stadtwald, um die letzten Glutnester zu löschen. Ab 9 Uhr übernehmen die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr. Parallel dazu laufen die Aufräumarbeiten. Unter anderem mehrere Kilometer Schlauchleitungen müssen wieder eingesammelt werden. Das alles wird noch einige Tage dauern, teilt die Wehr mit. So haben die vielen freiwilligen Feuerwehrleute und ihre Familien sich die arbeitsfreien Ostertage sicher nicht vorgestellt.

26 Grad im Schatten: Helfer des DRK Hilden versorgen die Einsatzkräfte mit Getränken. Foto: Christoph Schmidt

Bürgermeisterin Birgit Alkenings dankt den Retter für ihren Einsatz unter schwierigsten Bedingungen. Und viele, viele Hildener tun das auch - in den sozialen Netzwerken. „Mein allerhöchsten Respekt und danke, dass Ihr das Schlimmste verhindert habt“, schreibt etwa Iris und spricht damit vielen aus der Seele. „Danke, dass Ihr unseren Stadtwald gerettet habt“, schreibt Veronika.

Feuerwehr-Chef Hans-Peter Kremer spricht mit Journalisten. Foto: Christoph Schmidt

An den Kommentaren kann man ablesen: Zu ihrem Stadtwald haben die Bürger ein ganz besonders inniges Verhältnis. Er ist 450 Hektar groß, ein beliebtes Naherholungsgebiet und wichtiger Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Der Hildener Stadtwald besteht zu zwei Dritteln aus Laubbäumen und zu einem Drittel aus Nadelbäumen. Etwa 20 Prozent sind als Naturschutzgebiete ausgewiesen, die gesamte andere Waldfläche ist Landschaftsschutzgebiet. Am Sandberg und im Schönholz finden sich noch viele sehr seltene Pflanzenarten und Tierarten (unter anderem einige Insektenarten und Eidechsen). Viele stehen auf der „Roten Liste bedrohter Arten". Ferdinand Lieven (1839-1902) hat Hilden den Stadtwald geschenkt. Das Grab des Ehrenbürgers befindet sich auf dem Hauptfriedhof.

Wie es zu dem Waldbrand kam, ist noch offen. Die Polizei ermittelt. Ebenso unklar ist, welchen Schaden das Feuer angerichtet hat. „Wir haben großes Glück gehabt“, sagt ein Feuerwehrmann, der dabei war. Das Brandgebiet ist bis auf weiteres gesperrt, teilt die Stadt mit.

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