BDS-Bewegung ruft zum Boykott der Ruhrtriennale auf: Fünf Künstler sagen ab

Kulturfestival im Ruhrgebiet: Boykott-Aufruf: Künstler sagen der Ruhrtriennale ab

Die Israel-Boykott-Bewegung BDS ruft dazu auf, nicht bei der Ruhrtriennale aufzutreten. Fünf Künstler sind diesem Aufruf nun gefolgt.

Nachdem die Ruhrtriennale vergangene Woche ein Konzert der Band Young Fathers abgesagt hatte, sieht sich das Festival mit einem Boykott-Aufruf konfrontiert: Die BDS-Bewegung, ein Zusammenschluss palästinensischer Organisationen, die den vollständigen Boykott Israels fordern, ruft dazu auf, das Festival im Ruhrgebiet zu boykottieren. Erste Künstler sind dem Aufruf nun gefolgt. In einer gemeinsamen Erklärung sagten der ägyptische Musiker Hassan Khan sowie die aus dem Libanon stammenden Künstler Mazen Kerbaj, Sharif Sehnaoui, Raed Yassin und Tony Elieh ihre Auftritte ab. Sie sollten im August und September im Essener Maschinenhaus auftreten.

„Unsere Entscheidung basiert auf unserer vollsten Überzeugung, dass alle Menschen ein unveräußerliches Recht besitzen, verschiedene politische Positionen zu vertreten und auf friedvolle Weise wie durch Boykottaktionen zu äußern“, hieß es in der Stellungnahme, in der sich die Künstler mit der Band Young Fathers solidarisierten. Die Rapper waren vom Festival ausgeladen worden, weil sie sich nicht von der als antisemitisch geltenden BDS-Bewegung distanzieren wollten. Intendantin Stefanie Carp hatte schließlich Konsequenzen gezogen. „Die Ruhrtriennale distanziert sich in aller Form von der BDS-Bewegung und möchte mit der Kampagne in keinerlei Verbindung stehen“, begründete das Festival den Schritt. Zu den jetzigen Absagen wollte sich die Ruhrtriennale am Mittwoch nicht äußern.

BDS steht für „Boycott, Divestment and Sanctions“. Die Bewegung, die 2005 nach eigenen Angaben von 170 palästinensischen Organisationen gegründet wurde, fordert den Boykott Israels, in wirtschaftlicher, akademischer und auch kultureller Hinsicht. BDS setzt sich für die Isolierung Israels ein, die dortige Regierung vergleicht sie mit dem einstigen Apartheid-Regime in Südafrika.

Die Bewegung ist vor allem unter Musikern gut vernetzt. Prominente Unterstützter sind etwa Roger Waters und Brian Eno sowie Kate Tempest und Young Fathers. Immer wieder setzt BDS Musiker unter Druck, nicht in Israel aufzutreten. Auch das Berliner Pop-Kultur-Festival sieht sich seit 2017 mit Boykott-Aufrufen konfrontiert, weil es mit Reisekostenzuschüssen von der israelischen Botschaft unterstützt wird. Dieses Jahr sagten darum bereits fünf Künstler ihre Auftritte bei dem Berliner Festival ab, 2017 waren es sieben Künstler, darunter Young Fathers.

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