Vierschanzentournee 2019: Markus Eisenbichler und Co - Skispringer aus der zweiten Reihe

Plötzlich Sieg-Kandidat : Skispringer aus der zweiten Reihe

Trotz seines schwachen Quali-Sprungs in Innsbruck ist Markus Eisenbichler der deutsche Hoffnungsträger für den Sieg bei der Vierschanzentournee. Er ist nicht der erste deutsche Springer, der überraschend ins Rampenlicht springt.

Markus Eisenbichler springt um den Sieg bei der Vierschanzentournee. Der 27-Jährige ist die neue deutsche Hoffnung auf den ersten Tournee-Triumph seit Sven Hannawald im Jahr 2002. Dabei hatte kaum einer vorher damit gerechnet, dass ausgerechnet Eisenbichler in diese Rolle springen würde. Andreas Wellinger war nach seiner Goldmedaille bei Olympia 2018 der Siegspringer der Deutschen. Zuletzt wurde Karl Geiger nach seinem Sieg in Oberstdorf die Rolle eines Tournee-Mitfavoriten zugetragen. Doch die Zeiten, in denen ein oder zwei Stars – wie einst Martin Schmitt und Sven Hannawald – mit Erfolgen über mehrere Winter dominieren, sind vorbei.

Im DSV-Team können gleich fünf Springer an guten Tagen aufs Podest kommen. Zu diesen Kandidaten gehörte auch vor der Tournee schon Markus Eisenbichler. Er galt als zuverlässiger Top-Ten-Springer und Punktegarant bei Teamspringen – für den ganz großen Erfolg reichte es bisher aber nicht. Nun steht er im Fokus von Fans, Medien und ist neben dem Führenden Ryoyu Kobayashi der gejagte bei der Tournee.

Der Bayer ist nicht der erste deutsche Skispringer, der aus der vermeintlich zweiten Reihe ins Rampenlicht springt. Auch im Schatten von Schmitt und Hannawald gab es schon deutsche Springer, die mit Siegen und Podestplätzen überraschten:

  • Hansjörg Jäkle

1998 gelang ihm ein zweiter Platz beim Tournee-Springen in Bischofshofen.

Sonstige Erfolge: Team-Gold bei Olympia in Lillehammer 1994, Team-Silber 1998 in Nagano, Silber und Bronze mit dem Team bei den Weltmeisterschaften 1995 und 1997

  • Christof Duffner

Er gewann 1992 das Vierschanzentournee-Springen in Oberstdorf.

Sonstige Erfolge: Team-Gold in Lillehammer 1994, WM-Gold Team in Ramsau1999 (Duffner ist damals in zweiten Durchgang gestürzt. Es reichte aber wegen der starken anderen Deutschen trotzdem zu Gold)

  • Gerd Siegmund

Er gewann am 26. März 1994 in Thunder Bay. Danach war er zwar regelmäßig im zweiten Durchgang präsent, die großen Erfolge im Einzel blieben aber aus.

  • Stephan Hocke

Er galt lange als nächster Star neben Schmitt und Hannawald im DSV-Team. 2001 gewann er in Engelberg.

Sonstige Erfolge: Gold im Team bei den Olympischen Spielen 2002 in Salt Lake City

  • Michael Uhrmann

Er war jahrelang fester Bestandteil im deutschen Team und gewann zwei Weltcups: 2004 in Zakopane und 2007 bei Vierschanzentournee in Oberstdorf

Sonstige Erfolge: Gold im Team bei den Olympischen Spielen 2002 in Salt Lake City, 2001 WM-Gold mit dem Team in Lahti.

  • Michael Neumeyer

2013 wurde er zwei Mal Dritter im Weltcup.

Sonstige Erfolge: Silber im Team bei den Olympischen in Vancouver 2010

  • Marinus Kraus

Im März 2014 wurde er beim Weltcup in Lahti Zweiter und galt als neue deutsche Hoffnung. Inzwischen reicht es nicht mal für die nationale Gruppe bei der Vierschanzentournee.

Sonstige Erfolge: Gold mit dem Team bei den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi.

  • Andreas Wank

Er kann je einen zweiten und dritten Platz verbuchen.

Sonstige Erfolge: Gold mit dem Team bei den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi.

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Hier geht es zur Bilderstrecke: Markus Eisenbichler jubelt über seinen zweiten Platz

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