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KFC Uerdingen mit Mini-Kader, aber die Qual der Wahl

Vor dem Kellerduell : KFC Uerdingen hat trotz Mini-Kader die Qual der Wahl

Teamchef Stefan Reisinger und Trainer Jürgen Press stehen für das Kellerduell in Kaiserslautern nur 14 Feldspieler zur Verfügung. Dennoch sind die Hoffnungen auf einen Erfolg groß.

Es gibt Mannschaften und Saisonphasen in denen die Rollenverteilung völlig klar ist. Da gibt es auf der einen  Seite die Stammspieler, auf der anderen die Ergänzungsspieler. Der ehemalige Uerdinger Trainer Stefan Krämer hat dabei stets großen Wert darauf gelegt, dass alle dazu gehören, alle ein Team sind. Deshalb hat er auch meist fünf Mal gewechselt. Dennoch kamen natürlich einige zu mehr Einsätzen als andere. Die zuletzt erlebte Personalmisere hat jedoch erstaunliche Aspekte zutage gefördert. Die Talente Hans Anapak und Leon Schneider haben mit überraschend starken Leistungen gezeigt, dass sie der Mannschaft helfen können und auch dazu bereit sind. Das hat zur Folge, dass Teamchef Stefan Reisinger und Trainer Jürgen Press trotz weiterhin angespannter personeller Lage die Qual der Wahl haben.

Als der Bus am Freitag Mittag von der Grotenburg in Richtung Kaiserslautern abfuhr, saßen auch Gustav Marcussen und Mike Feigenspan darin, die zuletzt wegen Blessuren pausiert hatten. Und natürlich der litauische Nationalspieler Edvinas Girdvainis, der nach seiner Sperre wieder spielberechtigt und in der Viererkette gesetzt ist.

Dafür fehlen gegenüber dem 1:1 gegen Köln der angeschlagene Peter van Ooijen und Rijad Kobiljar, der Vater wird und die Geburt seines Kindes miterleben möchte. Obwohl weiterhin Tim Albutat (Kreuzbandriss), Adriano Grimaldi (Covid-19) und Christian Kinsombi (Muskelfaserriss) fehlen, steht ein Feldspieler mehr zur Verfügung als zuletzt – nämlich 14.

Aufgrund der Rückkehr von Girdvainis wird es also mindestens eine Veränderung geben. Ob Leon Schneider wieder auf die Bank muss oder eine andere Position einnimmt, ist noch offen. Aber es gibt durchaus noch die Möglichkeit einer weiteren Veränderung. Patrick Göbel könnte wieder in die Mannschaft kommen, der zuletzt bei Standardsituationen schmerzliche vermisst wurde. Aber auch hier stellt sich die Frage, ob Haktab Omar Traoré seinen Platz als rechter Verteidiger räumen müsste oder Göbel auf einer anderen Position zum Zug käme.

Unter den Fans beider Traditionsvereine wird derweil heftig diskutiert, ob diese Begegnung ein Endspiel im Kampf um den Klassenerhalt ist. Diesen Druck verspüren vor allem die Pfälzer. „Das wird ein interessantes Spiel, aber ich möchte nicht an Lauterns Stelle sein“, sagt Uerdingens Trainer Jürgen Press und verrät auch den Grund: „Kaiserslautern hat doppelten Druck – weil sie in einer Lage sind, mit der sie nicht gerechnet haben und weil sie auf einen starken Gegner treffen. Wir werden dort selbstbewusst, mutig und stark auftreten.“

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Kaiserslautern ist als einer der Aufstiegsfavoriten in die Saison gegangen. „Die haben Top-Leute, die sich nun im Abstiegskampf befinden“, sagt Press und kündigt an: „Die müssen liefern; wir werden liefern.“

Die zuletzt gezeigte Leistung belegt das, doch die Bilanz deutet eher auf ein Pfeifen im Walde hin: die bisherigen fünf Drittliga-Duelle hat Kaiserslautern alle gewonnen, vier davon sogar ohne Gegentor. Doch auch diese schwarze Serie schreckt die Uerdinger nicht. „Eine Serie ist dazu da, sie zu knacken“, sagt Teamchef Stefan Reisinger. „Und mich interessiert sie eigentlich auch nicht, weil es Vergangenheit ist. Wir müssen einen kühlen Kopf bewahren und hoffen, dass wir einen Schiedsrichter haben, der souverän leitet.“ Das sagt Reisinger vor allem mit Blick auf die Lauterer Bank, die hinlänglich dafür bekannt ist, dass sie von außen den Unparteiischen beeindrucken und so das Spiel beeinflussen will. „Es geht um viel“, sagt Reisinger. „Ein guter Schiedsrichter ist da im Sinne beider Teams.“