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Fortuna Düsseldorf: 1:1 beim Hamburger SV und Rote Karte gegen Edgar Prib

1:1 beim Hamburger SV : Fortuna holt trotz Unterzahl einen wichtigen Punkt

Das nennt man ein glückliches Händchen: Fortunas Trainer Christian Preußer wechselt in der 70. Minute der Partie beim HSV drei Profis ein, und alle sind wenig später am Ausgleichstreffer beteiligt. Bei diesem 1:1 bleibt es in Hamburg, und das ist nach mehr als einer Stunde in Unterzahl verdient.

Mehr als eine Stunde lang in Unterzahl gespielt, lange in Rückstand gelegen und dann doch einen Punkt beim Hamburger SV mitgenommen: Zumindest in kämpferischer Hinsicht haben die Profis von Fortuna Düsseldorf einen bemerkenswerten Samstagabend hingelegt. Trotz der frühen und dummen Roten Karte gegen Edgar Prib holte die Mannschaft von Trainer Christian Preußer durch den Treffer des eingewechselten Robert Bozenik ein 1:1, das ihr in punkto Moral viel Auftrieb geben könnte.

Shinta Appelkamp an Covid-19 erkrankt, Ao Tanaka doch ein wenig gezeichnet von den Reisestrapazen mit der japanischen Nationalmannschaft – Preußer musste sich im Mittelfeld einiges einfallen lassen. Die Idee, die er entwickelte, fußte offensichtlich auf dem Bedürfnis, die Schaltzentrale defensiv zu stabilisieren. Zur einzigen Konstanten gegenüber den vorangegangenen Partien, Marcel Sobottka, stellte der Chefcoach zwei erfahrene Haudegen, deren Stärken vor allem in der Rückwärtsarbeit liegen: Kapitän Adam Bodzek und Edgar Prib.

Für Prib war es der erste Startelf-Einsatz seit dem 28. August, als er bei der 1:3-Niederlage auf Schalke 67 Minuten lang mitmischen durfte. Mehr noch: In den darauf folgenden vier Ligaspielen absolvierte der 31-Jährige nicht einmal mehr als Einwechselspieler auch nur eine Minute.

In der Abwehrzentrale setzte Preußer wie erwartet auf das Duo Christoph Klarer/Dragos Nedelcu – viel mehr Möglichkeiten blieben dem Trainer nach dem covidbedingten Ausfall von Andre Hoffmann ja auch nicht. Garniert wurde das Ganze durch den komplett schwarzen Ausweichdress. Dieser hatte zwar in den vergangenen Jahren bei abergläubischen Fans einen schlechten (Ergebnis-)Ruf, hatte aber immerhin in dieser Saison den Erstrundensieg im DFB-Pokal beim VfL Oldenburg begleitet – und das liegt ja ebenfalls im hohen Norden.

Begleitung aus Fleisch und Blut hatte Fortuna freilich auch, in Form dreier Ehemaliger. Ex-Trainer Friedhelm Funkel weilte mit seiner Ehefrau Anja ebenso im Volkspark wie die früheren Profis Martin Harnik und Claus Costa. Nicht zu vergessen die rund 2000 mitgereisten Fans im Gästeblock, die sich stimmlich nicht von der Hamburger Übermacht unterkriegen lassen wollten.

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Vielleicht auch deshalb begannen die Gäste mutiger, als es ihre Mittelfeldaufstellung vermuten ließ. Prib hatte schon nach wenigen Minuten eine Abschlusschance, verhedderte sich aber irgendwie mit seinen Beinen. Dann bewies Khaled Narey mit einem Distanzschuss und einer gefährlichen Hereingabe, die Rouwen Hennings fast hätte verwerten können, dass er an alter Wirkungsstätte einigen etwas zeigen wollte.

Doch was nutzt ein mutiger Beginn, wenn dann innerhalb von fünf Minuten alle Pläne über den Haufen geworfen werden? Zwei individuelle Aussetzer machten alle Bemühungen ihrer Kollegen zunächst zunichte. Zunächst verschlief Nedelcu in der 19. Minute einen Zweikampf mit Robert Glatzel völlig, so dass der Stürmer plötzlich frei vor Florian Kastenmeier auftauchte – das 1:0 aus dem Nichts. Kurz darauf zog dann Prib auf Höhe der Mittellinie und dazu auch noch ganz außen gegen Tim Leibold voll durch. Ohne Not, ohne Sinn, und daher vom ansonsten schwachen Schiedsrichter Christian Dingert zu Recht mit der Roten Karte bestraft.

Mehr als 65 Minuten in Unterzahl standen der in Rückstand liegenden Fortuna somit bevor. Keine guten Aussichten, und das merkte man dem Geschehen nun auch an. Zwar hielten die zehn verbliebenen Fortunen durchaus dagegen, aber es ergaben sich naturgemäß immer wieder Räume, in die der HSV hineinstoßen konnte.

Die Wende blieb dennoch möglich. So in der 59. Minute, als Narey nach einem Fehler der HSV-Deckung auf und davon ging, im letzten Moment zu Hennings querlegen wollte und damit am zurückgeeilten Jonas Meffert hängeblieb. Eine Riesenchance zum Ausgleich, die die Gäste unbedingt hätten nutzen müssen.

Aber es gab ja noch Preußers Joker. In der 70. Minute wechselte der Coach Ao Tanaka, Felix Klaus und Robert Bozenik ein – und alle drei waren am Ausgleichtstreffer des Letzteren beteiligt, nur wenige Augenblicke nach dem Dreifachwechsel. Dabei blieb es auch in der hektischen Schlussphase, und das war unter dem Strich auch verdient.