Champions League: Borussia Dortmund zittert sich gegen Slavia Prag ins Achtelfinale

Barca leistet Schützenhilfe : Dortmund zittert sich gegen Prag ins Achtelfinale

Borussia Dortmund hat sich gegen Slavia Prag durchgesetzt und steht dank der Schützenhilfe des FC Barcelona im Achtelfinale der Champions League. Als Gruppenzweiter droht der Elf von Lucien Favre aber ein vermeintlich schwierigerer Gegner.

Siegen und hoffen. So lautete das Motto von Borussia Dortmund vor der Partie gegen Slavia Prag. Und der Plan ging auf. Der BVB gewann sein letztes Gruppenspiel gegen den tschechischen Meister dank der Treffer von Jadon Sancho und Julian Brandt mit 2:1 (1:1). Da Inter Mailand zu Hause 1:2 gegen den FC Barcelona verlor, beendet der BVB die Gruppe F auf Platz zwei. Das Abenteuer in der Königsklasse geht somit weiter.

Trainer Lucien Favre, dem die Achtelfinal-Qualifikation etwas Luft in der Diskussion um seine Person verschaffen dürfte, hatte seine Elf nach dem überzeugenden 5:0 gegen Fortuna Düsseldorf auf zwei Positionen verändert. Julian Weigl ersetze den verletzten Axel Witsel, der bei einem Sturz zu Hause eine Gesichtsverletzung erlitten hatte und dem BVB im Jahr 2019 nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Außerdem kehrte Mats Hummels nach seiner Sperre in der Bundesliga in die Dreierkette zurück.

Und der 30-Jährige hätte fast für die frühe Führung der Dortmunder gesorgt. Nach der ersten Ecke setzten die Hausherren nach. Julian Brandt, der wieder im zentralen Mittelfeld ran durfte, dribbelte in den Strafraum der Gäste, seine flache Hereingabe bekam Hummels aber nicht aufs Tor (5.).

Auf der anderen Seite musste BVB-Torhüter Roman Bürki nach einem Kopfball von Prags Angreifer Peter Olayinka (8.) erstmals ernsthaft eingreifen. In der Offensive machten Marco Reus, Jadon Sancho und Thorgan Hazard zunächst da weiter, wo sie beim Kantersieg gegen Fortuna aufgehört hatten. Unterstützt vom erneut starken Brandt pressten sie, kombinierten sie und sorgten so immer wieder für Gefahr.

Einer dieser gefährlichen Angriffe führte zum Führungstor. Brandt leitete ein Zuspiel direkt auf Reus weiter, der allein vor Prags Torhüter Ondrej Kolar die Übersicht behielt und den mitgelaufenen Sancho freispielte. Der Engländer musste nur noch einschieben (10.). Mit der Führung im Rücken drückte der BVB weiter aufs Tempo – und hätte weitere Tore erzielen müssen. Vor allem Kapitän Reus ließ beste Chancen liegen. Gleich zweimal scheiterte der 30-Jährige freistehend am gut reagierenden Torhüter Kolar (14./23.).

Offensiv klappte beim BVB zunächst viel, doch defensiv wackelten die Schwarz-Gelben gewaltig. Denn auch die Gäste tauchten immer wieder vor dem BVB-Tor auf. Die Favre-Elf konnte sich mehrfach bei Bürki bedanken, der die Führung mit teils herausragenden Paraden festhielt und von den Anhängern sogar mit Sprechchören gefeiert wurde. Vor allem in der 38. Minute musste der Schweizer sein ganzes Können aufbieten, als er einen abgefälschten Schuss von Lukas Masopust im Fallen noch über die Latte lenkte.

In dieser Phase verlor der BVB zunehmend den Faden, spielte eigene Angriffe nicht mehr konsequent aus und verlor die entscheidenden Zweikämpfe. Der tschechische Meister wusste dies zu nutzen. Kurz vor der Pause kombinierten sich Gäste über die rechte Seite in den Strafraum, wo Milan Skoda den Ball mit der Brust auf Tomas Soucek weiterleitete, der den Ball aus abseitsverdächtiger Position zum Ausgleich über die Linie drückte (43.). Der Treffer wurde gecheckt – doch das Tor zählte. Spätestens jetzt dürfte jedem im Stadion klar geworden sein, warum Favre vor den Tschechen gewarnt hatte.

Die Dortmunder brauchten also wieder einen Treffer, um die Chancen auf das eigene Weiterkommen zu erhöhen. Und die Hausherren machten im zweiten Durchgang von Beginn an Druck. Ein erster Versuch von Brandt zischte über den Kasten (53.), auch Hazard verzog (55.).

Marco Reus (l), Julian Brandt (m) und Jadon Sancho jubeln über das 2:1. Foto: dpa/Bernd Thissen

Acht Minuten später zielte der beste Mann an diesem Abend genauer. Nach einem Zuspiel von Sancho überraschte Brandt Torhüter Kolar mit einem Schuss aus dem spitzen Winkel – 2:1 (61.). Doch die Tschechen ließen sich davon nicht beirren, blieben ihrer Linie treu – und kamen zu weiteren Chancen, bei denen sich Bürki erneut auszeichnen konnte. Zu allem Überfluss aus Dortmunder Sicht sah Weigl nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote-Karte (78). In Unterzahl rettet der BVB den knappen Vorsprung über die Zeit – und darf als Belohnung weiter in der Champions League spielen.

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