Champions League: Borussia Dortmund blickt flehend auf FC Barcelona - Spanier ohne Lionel Messi

Siegen und hoffen : BVB blickt flehend auf Barcelona

Die größte Zauberei hilft Borussia Dortmund gegen Slavia Prag nicht, wenn sich parallel der FC Barcelona hängen lässt. Doch genau dies deutet sich an.

Siegen und hoffen - Borussia Dortmund blickt in seinem "Endspiel" ums Champions-League-Achtelfinale gegen Slavia Prag mit einem Auge flehentlich auf einen FC Barcelona ohne Lionel Messi. "Ich hoffe, Barca nimmt sein Spiel auch ernst", sagte Sportdirektor Michael Zorc mahnend Richtung Katalonien - denn ohne Schützenhilfe der bereits qualifizierten Weltstars im Parallelspiel bei Inter Mailand hilft am Dienstag (21.00 Uhr/DAZN) die größte BVB-Zauberei nichts.

Doch: Es sieht wahrlich nicht gut aus. Messi, teilte Barca mit am Montagnachmittag, steht nicht einmal im Kader. Trainer Ernesto Valverde plane, "bis zu neun Stars" für den Clasico gegen Real Madrid zu schonen, berichtete die Sportzeitung AS. Darunter auch Luis Suarez, Sergio Busquets und so ziemlich alles andere, was Rang und Namen hat. So oder so: "Erst müssen wir unsere Hausaufgaben machen. Dann gucken wir, was in Mailand passiert", betonte Zorc.

Inter ist punktgleich mit den Dortmundern (beide 7), hat aber die bessere Bilanz aus den beiden Duellen (2:0, 2:3) in der Gruppenphase vorzuweisen. "Im direkten Vergleich gegen Inter vielleicht nicht weiterzukommen, haben wir uns selbst eingebrockt", sagte Sebastian Kehl, Chef der Lizenzspieler-Abteilung. Das Überwintern in der Europa League hingegen ist bereits gesichert, aber nicht der Anspruch. Die Rechnung ist einfach: Der BVB muss am Dienstag mehr Punkte holen als Inter.

Was im unmittelbaren Einflussbereich liegt, ist allein das Spiel gegen den tschechischen Meister, bei dem die Dortmunder das Hinspiel 2:0 gewonnen haben. Einfach wird es nicht, denn Slavia, in der Heimat nach 19 Spielen ungeschlagener Tabellenführer, hat sowohl in Mailand (1:1) als auch in Barcelona (0:0) gepunktet. Zudem fehlt dem BVB Axel Witsel, der bei einem Sturz im eigenen Zuhause Gesichtsverletzungen erlitt. "Prag ist eine unangenehme Mannschaft", warnte Kehl.

Das ist die Borussia allerdings auch. Der Trend zeigt aufwärts, die Siege bei Hertha BSC (2:1) und gegen Fortuna Düsseldorf (5:0) haben die aufgewühlte See beruhigt. "Es gibt nicht viel zu meckern, alles war sehr positiv", sagte Zorc. "Ich bin sehr zufrieden. Da finden selbst die Journalisten nicht viel."

Nach dem erschütternden 3:3 gegen den SC Paderborn hat sich ein reinigendes Gewitter entladen. "Wir haben ein paar Dinge angepackt. Auch die taktische Umstellung mit der Dreierkette gibt uns mehr Halt", sagte Kehl. "Außerdem kommt der eine oder andere immer besser in Form."

Besonders Julian Brandt, den Trainer Lucien Favre in dieser Saison wie eine Flipperkugel von Position zu Position schickte, scheint als Achter endlich seinen Platz gefunden zu haben. Mit Kapitän Marco Reus harmoniert er endlich so, wie sich die Bosse das bei der Transferplanung vorgestellt hatten.

"Es macht mir eine Menge Spaß, da zu spielen. Wenn man aus dem Zentrum aktiv ist, kann das ein Spiel beleben", sagte er. Favre scheint dies inzwischen ähnlich zu sehen.

(eh/sid)