Borussia-Profi beim 4:1 eingesetzt Deschamps ermöglicht Thuram gleich sein WM-Debüt

Mönchengladbach · Frankreich ist mit einem 4:1-Sieg gegen Australien in die WM gestartet. Borussias Marcus Thuram wurde für den zweifachen Torschützen Olivier Giroud eingewechselt. Nationaltrainer Didier Deschamps hat damit eine erste Botschaft gesendet, wo der Gladbacher sich einzuordnen hat.

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Foto: AFP/KIRILL KUDRYAVTSEV

Marcus Thuram hörte gar nicht auf zu strahlen, auf dem Mannschaftsfoto, das die französische Nationalmannschaft nach dem 4:1-Sieg gegen Australien in der Kabine aufgenommen hatte und beim Empfang im Teamhotel. Dort wurde die Équipe Tricolore in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch lautstark von den Mitarbeitern empfangen. Sogar Ballons in Frankreichs Nationalfarben fielen von der Decke, um die Stars wie Antoine Griezmann, Kylian Mbappé und Olivier Giroud willkommen zu heißen.

Aber auch Thuram, der Gladbacher Top-Torjäger, war mittendrin. Erst am vergangenen Montag hatte er als Nachrücker doch noch ein WM-Ticket ergattert, nur acht Tage später feierte er am Dienstagabend sein WM-Debüt – und das gleich im ersten Spiel. Bei der Weltmeisterschaft in Russland vor vier Jahren hätte er nach einer Einwechslung in der 89. Minute und beim Stand von 4:1 vermutlich nur noch wenige Sekunden bis zum Abpfiff auf dem Rasen verbracht, doch aufgrund der üppigen Nachspielzeit, auf die die Schiedsrichter bei diesem Turnier sehr genau achten, dauerte Thurams WM-Erfahrung ganze neun Minuten.

Dass der Sieg der Franzosen am Ende so deutlich werden würde, war zunächst nicht abzusehen, denn Craig Goodwin hatte - auf Vorlage des Ex-Borussen Mathew Leckie – die Australier in der neunten Minute in Führung gebracht. Frankreich musste dabei nicht nur den Rückstand verkraften, sondern auch das Aus des Linksverteidigers Lucas Hernandez. Für den Bayern-Profi ist die Saison beendet, einige Stunden nach der Partie verkündeten die Franzosen die Diagnose: Kreuzbandriss.

Adrien Rabiot (27.) und Giroud (32.) drehten die Partie dann doch noch vor der Pause, Australiens Jackson Irvine traf in der Nachspielzeit der ersten Hälfte mit einem Kopfball nur den Pfosten. Nach der Pause wurde Frankreich dominanter, Mbappé (68.) und erneut Giroud (71.) machten dann alles klar. Trainer Didier Deschamps ermöglichte Giroud, der nun mit 36 Jahren und 53 Tagen Frankreichs ältester WM-Spieler und –torschütze ist, in der 89. Minute den Abgang vom Feld unter großem Applaus der mitgereisten Fans, für ihn kam Thuram.

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Foto: jdp/Jens Dirk Paeffgen

Der Gladbacher dürfte Papa Lilian, Frankreichs Rekord-Nationalspieler und Weltmeister von 1998, mit seinem Einsatz mächtig stolz gemacht haben. Thurams Chancen waren zuletzt durch die Ausfälle Karim Benzemas und Christopher Nkunkus rasant gestiegen. Dass Thuram direkt im ersten Spiel zum Zug kam, ist ein erstes Signal von Deschamps, dass Thuram aktuell offenbar einen kleinen Vorteil gegenüber Randal Kolo Muani von Eintracht Frankfurt hat, der nicht eingewechselt wurde.

Bei Borussia wird man Thurams Einsätze genau beobachten, denn mit jedem Spiel dürfte er noch mehr in den Fokus interessierter Top-Klubs geraten. Zehn Saisontore hat er bislang erzielt, im nächsten Sommer endet Thurams Vertrag in Gladbach, über einen Transfer im Winter wird weiter spekuliert. Doch zunächst dürfte Thuram ein persönliches Ziel verfolgen: den ersten Ballkontakt bei einer WM, der blieb ihm am Dienstag verwehrt.

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