Krefeld Pinguine: Der Tag der Entscheidung

Es geht ums Überleben : Pinguine: Der Tag der Entscheidung

Am frühen Donnerstagabend treffen sich die Gesellschafter der KEV Pinguine Eishockey-GmbH. Am Mittwoch deutete sich im Streit mit der Energy Consulting noch keine einvernehmliche Lösung an. Es droht ein Gerichtsverfahren.

Die Spannung im Lager der Krefeld Pinguine ist aktuell größer als vor einem letzten Play-off-Finalspiel. Denn am Donnerstag soll sich entscheiden, ob die KEV Pinguine Eishockey-GmbH den Streit mit ihren Mit-Gesellschafter Energy Consulting beenden und das drohende Aus des DEL-Standortes verhindern kann. Seit den beiden Gesellschafterversammlungen vom 19. und 28. November sowie dem Notartermin vom 16. Dezember bemühen sich beide Seiten um eine einvernehmliche Lösung, die bis Mittwoch nicht in Sicht war.

Am Montag traf sich Wolfgang Peters, Anwalt der Energy Consultig Europe, in Krefeld mit Gesellschaftern der GmbH und Geschäftsführer Matthias Roos. Ein brauchbares Ergebnis sprang dabei nicht heraus. „Jetzt ist morgen die Gesellschafterversammlung. Dann entscheidet sich, ob der Energy Consulting die Anteile entzogen werden oder nicht. Da das der einzige Tagesordnungspunkt ist, dürfte das relativ schnell gehen. Ich wäre überrascht, wenn es vorher noch eine einvernehmliche Lösung gibt. Sollten die Anteile entzogen werden, läuft die Sache dann vor`s Gericht“, erklärte Roos. Man habe Peters am Montag einen Vorschlag gemacht, er seinerseits aber keinen: „Das zeigt mir, dass von der anderen Seite kein Interesse besteht, die Sache lösen zu wollen. Vor Weihnachten hat er gesagt, die Energy Consulting wolle ihre Anteile zum Nennwert ohne Bedingungen abgeben. Im Endeffekt tut er es aber nicht und sagt, er brauche eine Gesamtlösung. Es müsse geklärt sein, was mit den Ansprüchen gegenüber der Energy Consulting ist.“

Anwalt Peters erklärte am Mittwoch gegenüber unserer Zeitung, dass die Pinguine mittlerweile ihren Lösungsvorschlag geändert haben: „Vor einem Monat war es so, Energy Consultig geht raus und bekommt den Nennwert der Anteile (345 000 Euro, Anm. d. Red.). Dann sagten die Pinguine, das machen wir doch nicht, wir wollen 1 Euro für den Nennwert bezahlen und bekommen noch 500 000 Euro. Da sind wir nicht zusammengekommen. Am Montag hieß es dann, 1 Euro und 650 000 Euro.“ Er habe dann erklärt, dass er das seinem Mandanten mitteilen müsse: „Was anderes kann ich ja nicht tun. Natürlich führe ich jetzt den ganzen Tag über und wahrscheinlich noch am Donnerstag Gespräche. Ob wir dann eine Lösung finden, weiß ich genauso wie Herr Roos auch nicht.“

Falls es zum Entzug der Anteile (46 Prozent) kommt, steht der geplanten Stammkapital-Erhöhung in Höhe von 750 000 Euro durch einen nicht bekannten Investor zunächst nichts im Wege. Die würde laut Roos dann Ende Januar vollzogen. Damit wäre die drohende Insolvenz erstmal kein Thema mehr: „Der Investor hat uns versichert, dass er auch einsteigt, wenn am Donnerstag der Streit nicht beendet wird“, erklärte Roos. Dann bleibt abzuwarten, wie die Energy Consulting auf den Entzug ihrer Anteile reagiert.

Die Mannschaft macht sich bereits am Donnerstag auf den Weg zum Auswärtsspiel in Nürnberg (Freitag, 19.30 Uhr) und wird dann im Hotel genauso wie ihre Fans zu Hause mit Spannung auf das Ergebnis der Gesellschafterversammlung warten. „Es ist für uns nicht leicht, uns voll auf das Spiel zu konzentrieren. Ich hoffe auf eine positive Entscheidung, damit wir mit einem guten Gefühl gegen die Nürnberger antreten können“, sagte Pierre Beaulieu am Mittwoch nach dem Training.