Krefeld Pinguine: Trainer Pierre Beaulieu als Psychologe gefordert

Vor dem Spiel gegen Schwenningen : Pierre Beaulieu als Psychologe gefordert

Der Trainer der Pinguine leidet bei seinem Ziel, die Mannschaft entscheidend in die Erfolgsspur zu bringen, unter den Problemen im Umfeld, die nicht nur bei den Spielern für Frust sorgen. Alle hoffen am 9. Januar auf positive Signale.

Es sind schon harte Zeiten, die Verantwortliche, Spieler, Trainer, Mitarbeiter der Geschäftsstelle und Fans der Pinguine seit Wochen ertragen müssen. Bei aller Kritik, die angesichts der teilweise schwachen Leistungen angebracht ist, sorgt die bedrohliche wirtschaftliche Situation und das drohende Aus des DEL-Standortes für Frust. Und je länger nicht feststeht, ob und wie es weitergeht, umso größer wird dieser Frust. „Die gesamte Situation ist derzeit nicht schön. Wir hoffen natürlich, dass sich auf der Gesellschafterversammlung am 9. Januar die Dinge klären. Wir müssen natürlich auch besseres Eishockey spielen. Das liegt ganz alleine an uns. Was wir spielen, ist nicht gut genug. Es sitzt keiner von uns zu Hause und denkt, es ist alles toll“, sagte Torsten Ankert am Silvestertag.

Um 5.30 Uhr war das Team aus München zurückgekehrt. „Dort haben wir das erste Drittel total vergeigt, dass darf so nicht sein. Wir sind dann hinterher gerannt. In der Drittelpause haben wir uns zusammen gerauft, wir wollten uns nicht abschlachten lassen. Wir sind dann zurückgekommen, aber das spielt keine Rolle, weil wir das erste Drittel verpennt hatten und schon 0:3 zurück lagen. Es braucht uns keiner auf die Schulter zu klopfen und zu sagen, ihr habt da gut gespielt. Dafür war das erste Drittel viel zu schlecht“, sagte der Kapitän.

Für den erfahrenen Verteidiger liegt das Hauptproblem im Kopf: „In den Heimspielen sind wir irgendwie gehemmt. Alle sind motiviert und wollen ein gutes Spiel bieten. Entweder wollen wir nicht in Rückstand geraten oder sind in einem anderen Spiel zu euphorisch. Dann bekommen wir keinen Zugriff aufs Spiel. Wir müssen jetzt sehen, dass wir die Köpfe frei bekommen. Rechnerei Richtung Play-offs ist Quatsch. Wir setzen uns am Donnerstag zusammen und analysieren die Sache. Mental wirken wir gehemmt, jeder hat Angst Fehler zu machen. Das müssen wir abstellen.“ Daher ist Pierre Beaulieu als Psychologe gefordert. Der Trainer, der die höchste kanadische Lizenz besitzt, ist um seine Aufgabe wahrlich nicht zu beneiden. „Er hat viel Positives bewegt. Die Kommunikation mit den Spielern ist sehr gut. Es fehlt die Konstanz in den Leistungen, weil die Probleme im Umfeld belasten. Die Mannschaft ist in der Lage, hinten stabil zu stehen und vorne die Chancen konsequent zu nutzen. Das hat das Spiel in Berlin gezeigt“, sagte Matthias Roos am Dienstag.

Der Geschäftsführer hofft, dass die Mannschaft bis zum 9. Januar punktet. Die Chance ist groß, denn die kommenden Gegner heißen Schwenningen, Köln, Nürnberg und Iserlohn. Wichtig sei es, besonders auf eigenem Eis zu gewinnen. Das sieht auch Kaptitän Ankert so: „Wir müssen jetzt den Kredit bei unseren Fans zurückgewinnen. In Schwenningen ist die Lage auch nicht rosig, auch wenn sie jetzt zweimal gewonnen haben. Es wird am Freitag sicher kein schönes Spiel. Es will sicher keiner einen Fehler machen. Wir müssen jetzt aber den Bock umstoßen und versuchen, aus der Scheiße zu kommen.“

Sollte am 9. Januar das wohl wichtigste Gesellschafter-Treffen in der Krefelder DEL-Geschichte mit positiven Signalen enden, dann rechnet Roos mit einer Aufbruchstimmung: „Vielleicht kann ich dann ja sogar noch Geld ausgeben. Zwei Ausländerlizenzen habe ich ja noch.“ Dann wäre auch ein möglicher Ausverkauf von Spielern vom Tisch. Es sei denn, die Pre-Play-offs sind dann auch schon rein rechnerisch nicht mehr zu erreichen. Anfragen von Vereinen gab es laut Roos bisher nicht. In der DEL ist die Wechselfrist am Dienstag abgelaufen. In anderen europäischen Ligen endet sie erst am 31. Januar.