Krefeld Pinguine: Notartermin der Gesellschafter platzt

Zukunft des DEL-Klubs ungewiss : Notartermin der Pinguine-Gesellschafter platzt

Am Montag wollten sich die Gesellschafter der Krefeld Pinguine beim Notar treffen, um einer Kapitalerhöhung zuzustimmen und einen neuen Mehrheitsgesellschafter zu begrüßen. Daraus wird nichts.

Die Zitterpartie der Krefeld Pinguine wird die Deutsche Eishockey Liga (DEL) noch einige Wochen in Atem halten. Dabei hatte der Klub gehofft, noch vor Weihnachten die Rettung feiern zu können. Daraus wird im Jahr 2019 nichts. Denn der Einladung zum Notartermin am 16. Dezember wird Gesellschafter Energy Consulting Europe GmbH, deren Chef Mikhail Ponomarev früher war, auf Empfehlung ihres Anwalts Wolfgang Peters nicht folgen. „Dazu bedarf es eines Mindestmaßes an Seriosität“, sagte der Jurist gegenüber der Rheinischen Post. „Das ist derzeit nicht gewährleistet.“ Die Absage von Peters ist deshalb von größter Bedeutung, weil bei dem Notartermin alle Gesellschafter vertreten sein müssen.

Beim Notar Johannes Breuer in Krefeld sollten am kommenden Montag die Gesellschafter einer Kapitalerhöhung in Höhe von 750.000 Euro zustimmen. Die Summe will ein neuer Gesellschafter investieren, der dadurch die Mehrheit der Anteile übernehmen würde. Damit wäre Energy Consulting durchaus einverstanden. Doch wartet Peters seit Wochen darauf, dass ihm der Name des Investors oder dessen Rechtsvertreters genannt wird. Vor allem aber forderte der Düsseldorfer Anwalt Einsicht in die Bücher, die ihm von Matthias Roos, dem Geschäftsführer der Piguine, jedoch verweigert wird.

Deshalb hat Peters beim Landgericht Krefeld nun Klage eingereicht. Er will unter anderem wissen, ob der Jahresabschluss für das Jahr 2018 aufgestellt wurde, wie der Liquiditätsstatus ist, ob eine aktuelle Überschuldung vorliegt und wie die Finanz-Planung für das Jahr 2020 aussieht.

Es kann einige Wochen dauern, bis das Landgericht sich dazu äußert. Ohne Einsicht in die Bücher und die Nennung des künftigen Mehrheitsgesellschafters sieht Peters jedoch keine Chance, an einem Notartermin teilzunehmen. Die Energy Consulting GmbH wolle schließlich wissen, mit wem sie es zukünftig zu tun haben werde.

Pinguine-Geschäftsführer Matthias Roos zeigte sich von der Absage überrascht. „Davon weiß ich nichts“, antwortete er auf Anfrage dieser Zeitung. Auch Gesellschafter Wilfrid Fabel hatte noch nichts davon gehört.

Zudem wies Peters darauf hin, dass die von Ponomarev angeblich „gemachten finanzielle Zusagen rechtlich nicht bindend“ seien. Das hätten die Pinguine inzwischen auch bestätigt. Geschäftsführer Roos hatte Ende September gesagt, Ponomarev komme seinen finanziellen Verpflichtungen in Höhe von rund einer Million Euro nicht nach. Nach den Attacken hatte Ponomarev im November signalisiert, dass Energy Consulting, die die 46 Prozent Anteile hält, für den Nennwert in Höhe von 340.000 Euro wieder abzugeben.

Damit geht die Zitterpartie für die Krefeld Pinguine im kommenden Jahr weiter. Die Lizenzerteilung für die Spielzeit 2020/21 ist gefährdet.