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Rheinische Wochen in der Eishockey-Liga für die Düsseldorfer EG: Nach dem Derby ist vor dem Derby

Rheinische Wochen in der Eishockey-Liga : Nach dem Derby ist vor dem Derby

Am Sonntag ein 3:0 in Köln, am Dienstag soll es daheim gegen Krefeld so weitergehen: Pünktlich zu den rheinischen Tagen in der Eishockey-Liga ist die Düsseldorfer EG wieder in die Spur. Weil sie sich auf das besinnt, was sie kann.

Die Spielplan-Macher der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) haben sich für den Januar etwas Besonderes überlegt: die rheinischen Tage. Am Freitag spielte Krefeld gegen Köln, am Sonntag Köln gegen Düsseldorf, an diesem Dienstag (18.30 Uhr) nun empfängt Düsseldorf Krefeld, und weil es so schön ist, heißt es am Sonntag noch mal Düsseldorf gegen Köln. Macht vier rheinische Derbys in zehn Tagen. Und für die DEG hätten sie kaum besser beginnen können: Mit einem 3:0-Auswärtssieg bei den Haien.

Weil sie am Donnerstag zuvor bereits 5:4 gegen Nürnberg gewonnen hatte, feierte die DEG ihr erstes Sechs-Punkte-Wochenende seit Mitte Dezember – die Negativserie von acht Niederlagen in Folge scheint so schnell wieder weg zu sein, wie sie kurz vor Weihnachten gekommen war. Und mit Blick auf den Spielplan ist es nicht vermessen, nun sogar wieder auf eine Siegesserie zu schielen. Denn die letzten vier Gegner bis zur Olympiapause heißen Krefeld, Augsburg, Köln und Bietigheim, also die Teams auf den Plätzen 13, 12, 10 und 14 der DEL. Da ist die DEG als Tabellenneunter nicht einmal Außenseiter.

Harold Kreis sind solche Gedanken fremd, er macht das, was man als Trainer eben macht: nur auf den nächsten Gegner schauen und den ernst nehmen. Also nennt er die Krefelder eine „unberechenbare Mannschaft, die nicht einfach zu spielen ist“. Und das macht Kreis nicht etwa aus Höflichkeit, er hat auch Argumente dafür: „Die Krefelder strecken die Eisfläche auf die ganze Länge und die ganze Breite. Da muss man in seiner Struktur bleiben, aber auch immer schauen, wer gerade hinter einem in der neutralen Zone auftaucht.“

Das ist in der Tat auffällig. Seit der Russe Igor Zakharkin die Pinguine übernommen hat, spielen sie zwar einen sehr defensiven Stil, aber sobald sie den Puck haben, geht es gern mit langen Pässen schnell nach vorne, auf die lauernden Topstürmer Jeremy Bracco oder Lucas Lessio. Auch Alexander Bergström und Robert Sabolic sind gefährlich.

Bange machen sie sich bei der DEG aber nun auch wieder nicht. Denn die Düsseldorfer haben wieder zu ihrem einfachen wie strukturierten Spiel gefunden. Prompt punkteten sie drei Spiele in Folge, blieben in Köln gar erstmals ohne Gegentor. Eine „souveräne und solide Leistung“ war das laut Sportdirektor Niki Mondt, „ich hatte immer das Gefühl, dass wir das Spiel im Griff haben“. Lediglich in den ersten Minuten waren die Kölner spielbestimmend, danach kam nicht mehr viel.

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Weil die DEG die blaue Linie hielt, die Haie kaum in die gefährliche Zone ließ, nie hektisch wurde und sich keine Scheibenverluste leistete. Ein Grund dafür: „Wir haben in der Defensivzone die nötige Ruhe mit der Scheibe. Und wenn wir keine Ruhe haben, kommt jemand zur Unterstützung. Wir kommunizieren auch sehr gut“, sagt Kreis.

Auf der anderen Seite des Eises lief es ebenfalls: Ein Tor in jedem Drittel, eins von jeder der ersten drei Sturmreihen. Gegen Nürnberg hatten sogar alle vier Reihen sowie das Powerplay getroffen. Was sich nicht nur auf der Anzeigetafel bemerkbar machte, wenn alle zum Erfolg beitragen, ändert das auch die Laune in der Kabine. Richtig schlecht war die auch während der Krise nicht, aber es sei schwer, „Selbstvertrauen zu schöpfen, wenn du eine Niederlage nach der anderen bekommst“, sagt Kreis.

Da suchte sein Team fast krampfhaft nach Auswegen, versuchte es auch mal mit der Brechstange. „Jetzt haben die Jungs die Kurve bekommen, im Sinne von Vertrauen und Umsetzung von dem, was wir spielen wollen.“

Bei der Kreis-DEG bedeutet das: Kompakte Defensive, harte Zweikämpfe, gegenseitige Unterstützung und bei Puckgewinnen schnell umschalten mit klaren Pässen ohne viel Risiko. Selbst wenn die DEG an der gegnerischen blauen Linie angekommen ist, wird nicht für die Galerie gespielt: „Wir machen einen Spielzug, wenn die Gelegenheit da ist“, sagt der Trainer, „wenn sie nicht da ist, spielen wir tief und machen unser Forechecking.“ Genauso sah das in Köln aus. Und genauso soll am Dienstagabend gegen Krefeld weitergehen.