Tischtennis-WM 2019: Timo Boll sagt Achtelfinale wegen Fieber ab

Wegen Fieber : Boll muss WM-Achtelfinale absagen

Bittere Entscheidung für Timo Boll: Der 38-Jährige muss wegen Fiebers seine WM-Achtelfinalpartie kampflos absagen. Sein Gegner zieht damit ins Viertelfinale ein. Ob er sein Doppel mit Patrick Franziska am Abend spielen kann, steht noch nicht fest.

Timo Boll musste am Donnerstagvormittag bei der WM in Budapest sein Achtelfinal-Spiel gegen den Südkoreaner Jang Woojin wegen Fiebers absagen. Noch versuchen der Deutsche Tischtennis-Bund und seine Ärzte, den 38-Jährigen wenigstens für das Doppel am Abend um 18.00 Uhr mit seinem Partner Patrick Franziska fit zu kriegen. Dort benötigen die beiden Freunde nur noch einen Sieg gegen Joao Monteiro und Tiago Apolonia aus Portugal, um mindestens die Bronzemedaille in diesem Wettbewerb sicher zu haben.

„Timo hat über Nacht Fieber bekommen. Wir versuchen das, bis heute Abend zum Doppel in den Griff zu bekommen“, sagte Richard Prause, der Sportdirektor des Deutschen Tischtennis-Bundes.

Doch bereits sein unfreiwilliges Ausscheiden im Einzel bringt Boll um eine WM-Chance, die er selbst in seiner langen Karriere schon lange nicht mehr hatte und die er womöglich in seinem Alter auch nie wieder erhalten wird. Denn während sich der Weltranglisten-Fünfte in Budapest von Spiel zu Spiel gesteigert hat und selbst nach eigenen Angaben nichts mehr von seinen Form- und Verletzungsproblemen im Vorfeld gespürt hat, zeigen vor allem die sonst so übermächtigen Chinesen bei diesen Weltmeisterschaften ungewohnte Schwächen.

Nur eine Viertelstunde vor Bolls Absage schied der Weltranglisten-Erste Fan Zhendong überraschend gegen seinen Landsmann Liang Jingkun aus. Der an Nummer zwei gesetzte Xu Xin verlor bereits am Vortag gegen den Franzosen Simon Gauzy vom Bundesliga-Club TTF Ochsenhausen. Deshalb steht bereits nach der Hälfte des Turniers fest, dass es im Herren-Einzel zum ersten Mal seit 16 Jahren kein rein chinesisches WM-Endspiel mehr geben wird. Auch der Titelverteidiger und Olympiasieger Ma Long ist nach seiner langen Verletzungspause noch nicht wieder in Bestform.

Selbst den verbliebenen Chinesen hätte Boll dank einer günstigen Auslosung bis zu einem möglichen Finale aus dem Weg gehen können. Der siebenfache Europameister und zweimalige World-Cup-Sieger, der bei Individual-Weltmeisterschaften bislang nur einmal Bronze im Einzel (2011) und einmal Silber im Doppel (2005) gewann, hatte eine solche Konstellation seit 2003 nicht mehr. Er selbst sagte am Mittwochabend: „Natürlich haben wir die Auslosung ein bisschen im Kopf. Ich bin froh, dass ich mich gut in das Turnier hineingearbeitet habe.“

Das ist jetzt Makulatur. Und auch sein Partner Franziska ist angeschlagen in den Tag des möglichen Viertelfinals im Doppel gegangen. Nach einer Diagnose der Verbandsärzte zog sich der 26-Jährige am späten Mittwochabend beim Mixed mit Petrissa Solja eine Verstauchung des Großzehengrundgelenks zu. Im Gegensatz zu Boll hat sich Franziska aber bereits für das Doppel spielfähig gemeldet.

(eh/sid/dpa)
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