Tischtennis-WM 2019: Timo Boll als erster Deutscher in der dritten Runde

Erfolgreich in Einzel und Doppel : Timo Boll meistert anstrengenden WM-Tag

Drei Spiele, drei Siege: Timo Boll hat bei der Tischtennis-WM einen harten, aber auch erfolgreichen Tag erlebt. Für die deutschen Frauen galt das in Budapest dagegen nicht.

Timo Boll hat den anstrengendsten Tag bei der Tischtennis-WM erfolgreich hinter sich gebracht. Der 38 Jahre alte Europameister spielte sich am Dienstag in Budapest durch zwei Runden im Einzel und zog zwischendurch mit seinem Freund Patrick Franziska auch schon in das Achtelfinale des Doppel-Wettbewerbs ein.

Dort gelten der Weltranglisten-Fünfte und der Weltranglisten-18. als größte deutsche Medaillenhoffnung bei dieser WM, auch weil sie nach ihrem klaren 4:0-Sieg gegen die Ägypter Mohamed El-Beiali und Ahmed Saleh am Mittwoch nicht die gegen an Nummer eins gesetzten Masataka Morizono und Yuya Oshima spielen müssen. Die beiden Japaner verloren mit 3:4 gegen Tristan Flore und Emmanuel Lebesson aus Frankreich.

„Das Ausscheiden der Japaner heißt nicht, dass wir jetzt im Achtelfinale ein Freilos haben. Im Gegenteil: Flore und Lebesson sind auch nicht viel schlechter. Das Match ist absolut offen“, sagte Boll.

Im Einzel hatte der Bundesliga-Profi von Borussia Düsseldorf in der zweiten Runde gegen Lubomir Pistej aus der Slowakei (4:0) deutlich weniger Mühe als zum Auftakt gegen den kampfstarken Kroaten Andrej Gacina (4:2). „Der Respekt war groß. Ich habe auch schon einige Male gegen ihn verloren“, sagte Boll über Gacina und erinnerte an seine Form- und Verletzungsprobleme im Vorfeld dieser Weltmeisterschaften. „Ich muss mir das Selbstvertrauen auch erst einmal holen.“

Mindestens ein deutscher Star folgte Boll in die Runde der besten 32. Trotz der Mehrfachbelastung durch Doppel und Mixed setzte sich Patrick Franziska gegen den Ungarn Tamas Lakatos (4:0) sowie den Düsseldorfer Bundesliga-Profi Anton Källberg aus Schweden (4:2) durch und trifft jetzt auf den starken Südkoreaner Lee Sangsu.

Bei den deutschen Frauen hat am Dienstag dagegen nur das Doppel Sabine Winter und Chantal Mantz die zweite Runde überstanden. Die Europameisterinnen Kristin Lang und Nina Mittelham schieden in diesem Wettbewerb aus, und auch für die deutsche Meisterin Mittelham und Europas Top-16-Siegerin Petrissa Solja war im Einzel gegen zwei Top-Spielerinnen aus Taiwan vorzeitig Schluss.

„Als Trainerin bin ich natürlich nicht zufrieden, dass wir im Einzel nicht unter den besten 32 vertreten sind“, sagte Bundestrainerin Jie Schöpp. „Aber trotzdem ist erfreulich, dass eine junge Spielerin wie Nina Mittelham gegen die Nummer acht der Welt ein starkes Spiel gemacht hat.“

(lt/sid)
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