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WDR: Das Honorar für Thomas Gottschalk war korrekt

Köln : WDR: Honorar für Gottschalk war korrekt

Das Geld ist dem Sender zufolge nicht aus Rundfunkbeiträgen finanziert worden, sondern aus Werbeerlösen.

Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) hat den Vertrag, der 2011 mit Thomas Gottschalk für die Sendung "Gottschalk live" geschlossen worden war, intensiv geprüft. Es sei mit dem Moderator ein Honorar vereinbart gewesen, das "aus Sicht der damals Beteiligten seiner Bekanntheit und seinem Marktwert als einer der beliebtesten Moderatoren in Deutschland und der exklusiven Zusammenarbeit Rechnung trug", teilte der WDR gestern mit. Die Sendung "Gottschalk live" lief demnach im werbe-finanzierten Vorabend des Ersten und wurde ausschließlich über Werbeeinnahmen bezahlt. "Es wurde kein Gebührengeld ausgegeben", betont Unternehmenssprecher Stefan Wirtz. Folglich sei auch keine Zustimmung der ARD-Aufsichtsgremien erforderlich gewesen. Denn es habe keine finanzielle Verpflichtung der Landesrundfunkanstalten bestanden, sondern der Werbetöchter.

Laut Rundfunkrat war das Vorgehen korrekt. "Zu diesem Zeitpunkt war das Prozedere so zutreffend", sagt die Vorsitzende des Rundfunkrats, Ruth Hieronymi. Das Gremium habe den Fall diskutiert, nachdem das Format 2012 abgesetzt worden war. "Mit Erfolg", wie Hieronymi sagt. Seitdem informiere der Sender über solche Vorgänge, auch wenn der Finanzierung Werbeeinnahmen zugrunde liegen. "Wir haben das damals eingefordert, und der WDR hat dem zugestimmt", berichtet Hieronymi.

Der Vertrag, der während der Intendanz von Monika Piel zustande gekommen war, hat laut WDR ein Sonderkündigungsrecht beinhaltet. Davon hatten die ARD-Intendanten Gebrauch gemacht, weil die Sendung quotenmäßig unter den Erwartungen blieb und die Sendereihe deshalb abgebrochen wurde. Für diesen Fall habe der Vertrag die Übernahme der sogenannten Abbruchkosten vorgesehen, das habe laut WDR auch die Fortzahlung des Honorars bis zum Ende der Vertragszeit eingeschlossen. Über die Höhe des Honorars machte der Kölner Sender unter Verweis auf die Verschwiegenheitsklausel bei Verträgen keine Angaben.

Zuvor hatte der Filmverband Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm berichtet, dass der Entertainer mehr als zwei Millionen Euro ohne Gegenleistung erhalten habe. Der Verband bezog sich dabei auf interne Papiere, nach denen Gottschalk sich bei einem vorzeitigen Aus des Formats vertraglich das vollständige Honorar von rund fünf Millionen Euro habe zusichern lassen. Demzufolge geht es um 2,7 Millionen Euro für die nicht mehr produzierten Sendungen sowie für zwei Abendshows, die nicht zustande gekommen seien. Gottschalk ließ mitteilen: "Ich habe alles geliefert, was die ARD bestellt hat. Dafür hat die ARD bezahlt, was vereinbart war."

Der WDR hätte Gottschalk nach Abbruch des Formats bis Ende 2012 honorarfrei zur Moderation anderer Sendungen verpflichten können. Dies sei nicht geschehen, weil es nicht gelungen sei, für den ehemaligen "Wetten dass..?"-Moderator ein angemessenes Show-Format zu entwickeln. Alternativ hätte es laut WDR nur die Möglichkeit gegeben, Gottschalk ein bestehendes Format moderieren zu lassen. "Dies hätte wiederum Ausfallhonorare für andere Moderatoren zur Folge gehabt", erklärt Wirtz. Zudem stieg Gottschalk nach dem Ende von "Gottschalk live" als Juror bei der RTL-Sendung "Supertalent" ein.

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(RP)