Thomas Gottschalk: ARD muss sich für Millionenzahlungen an rechtfertigen

Honorar : ARD muss Millionenzahlungen an Gottschalk rechtfertigen

Die ARD soll Thomas Gottschalk nach dem vorzeitigen Ende seiner Vorabend-Show "Gottschalk Live" noch mehr als zwei Millionen Euro Honorar bezahlt haben. Die Vertragslage scheint eindeutig. Trotzdem gerät die Intendanz in Erklärungsnot.

Einem Bericht der "Bild"-Zeitung zufolge muss sich die ARD wegen Millionenzahlungen an Thomas Gottschalk erklären. Demnach fordert die Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm (AG DOK) vom WDR Informationen darüber, warum der Moderator nach seiner 2012 vorzeitig eingestellten Sendung "Gottschalk Live" noch rund 2,7 Millionen Euro erhielt.

Aus dem Schreiben, das die AG DOK an den WDR-Intendanten gerichtet hat, und das der "Bild"-Zeitung vorliegt, soll hervorgehen, dass eine Tochtergesellschaft des WDR im Mai 2011 einen Vertrag mit Gottschalks Produktionsfirma über ein Moderationshonorar von etwa 4,6 Millionen Euro abgeschlossen habe. Nachdem "Gottschalk Live" dann im Juni 2012 nach 70 Sendungen eingestellt worden sei, habe der Moderator zusätzlich zu einem bereits gezahlten Honorar von mehr als 2,3 Millionen Euro trotzdem die restlichen mehr als 2,2 Millionen Euro erhalten.

Thomas Frickel, Vorsitzender der AG DOK, wird folgendermaßen zitiert: "Gab es Gründe dafür, eine nicht erbrachte Leistung so fürstlich zu entlohnen?" Eine WDR-Sprecherin sagte gegenüber der "Bild", dass man die Fakten prüfen wolle.

Recherchen der Zeitung ergaben, dass in dem Vertrag festgeschrieben stand, dass Gottschalk die Summe auch bei einer vorzeitigen Kündigung ausgezahlt werden muss. Darüber hinaus soll Gottschalk weitere 400.000 Euro für Sendungen erhalten haben, die nie produziert worden sind. "Weder bei mir noch bei der Produktionsfirma hat die ARD irgendwelche Moderationen eingefordert", sagte der Moderator der "Bild".