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NRW bleibt verschont: Blitzeis auf den Straßen Ostdeutschlands

NRW bleibt verschont : Blitzeis auf den Straßen Ostdeutschlands

Frankfurt/Main (RPO). In vielen Regionen Deutschlands sind Autofahrer von Blitzeis überrascht worden. "Es kracht an jeder Ecke, die Leute rutschen auf den Fußwegen aus, alle Rettungswagen sind unterwegs", sagte ein Polizeisprecher in Anklam in Vorpommern.

Dort sowie an der mecklenburgischen Seenplatte, in Brandenburg und Berlin war es besonders glatt. In Brandenburg habe sich die Lage mittlerweile wieder entspannt, berichtete inzwischen ADAC-Sprecher Christian Buric. Scharfer Wind wehte dagegen den Schnee im Vorharz sowie in Sachsen und Thüringen zu Straßenbarrieren zusammen.

Allein in und um Greifswald zählte die Polizeidirektion Anklam bis zum Mittag acht Unfälle. Eine Autofahrerin habe dort zum Beispiel auf einer abschüssigen Straße mit Kopfsteinpflaster "keine Chance" gehabt und sei mit ihrem Wagen gleich gegen vier parkende Autos gerutscht, erklärte ein Sprecher. Auch in Anklam, Wolgast, Stralsund und auf Rügen ereigneten sich zahlreiche Unfälle in Nebenstraßen und auf Parkplätzen. In Zempin auf Usedom rutschte ein mit Glycerin beladener Tanklaster seitlich weg und verkeilte sich unter eine Straßenlaterne, die daraufhin abmontiert werden musste.

In Niedersachsen kamen nahe Hildesheim in den frühen Morgenstunden unter anderem zwei Autofahrer bei schneeglatter Fahrbahn von der Straße ab. Beide wurden leicht verletzt. Auch Schneeverwehungen sorgten laut Polizei für Unfallgefahr in der Region. So erlitt ein 61-jähriger Autofahrer schwere Kopfverletzungen, als er zwischen Berel und Nettlingen gegen einen Baum prallte.

Der ADAC berichtete von örtlichem Glatteis im östlichen Niedersachen sowie in ganz Ostdeutschland. Dies habe zum Beispiel in der Lausitz zu Straßensperren geführt und in Thüringen den Verkehr auf den Autobahnen 4 und 9 vorübergehend zum Erliegen gebracht. Bis zum Nachmittag hatte es sich aber "in Wohlgefallen aufgelöst", wie ein Sprecher in München sagte.

Auch in Niedersachsen haben sich auf eis- und schneeglatten Straßen zahlreiche Unfälle ereignet. Bei Diekholzen im Landkreis Hildesheim fuhr eine Autofahrerin am Montag frontal in einen mit rund 80 Schulkindern besetzten Bus. Laut Polizeiangaben blieben alle Schüler unverletzt. Im Bereich des Polizeikommissariats Bad Salzdetfurth wurden am Montag und Dienstag sieben Verkehrsunfälle wegen Schneeverwehungen registriert.

Auch in Uslar im Landkreis Northeim ereigneten sich auf eisglatter Fahrbahn mehrere Unfälle. Bei einem Frontalzusammenstoß zweier Autos wurden zwei Personen leicht verletzt. Bei einem Auffahrunfall blieb es bei einem Sachschaden.

Der Deutsche Wetterdienst hatte am Montag vor Blitzeis in einem Streifen von Nordrhein-Westfalen über Niedersachsen bis nach Mecklenburg-Vorpommern gewarnt. NRW blieb aber weitestgehend verschont, über etwaige Schäden wurde bislang nichts bekannt.

Grund für das Blitzeis ist ein Warmluftgebiet mit Regen, der auf noch kalte Böden fällt. Daraus entsteht Blitzeis auf den Straßen. Besonders leicht entsteht es an schattigen und offenen Stellen, etwa auf Brücken. Das Niederschlagsgebiet soll sich langsam in Richtung Südosten bewegen.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ist von Vorpommern bis zur Eifel und nordwestlich davon aber auch am Mittwoch mit Glatteis zu rechnen, allerdings werde dies "weniger dominant" sein. Wo Regen oder Nieselregen auf noch gefrorenen Boden treffe, könne es sehr gefährlich werden. Im Harz und in der Eifel sei für Mittwoch allerdings eher mit einzelnen Schneeflocken statt mit Regentropfen zu rechnen, sagte DWD-Meteorologe Thomas Schmidt.

Auch die Deutsche Bahn rechnete bei Blitzeis mit Störungen, da Oberleitungen und Weichen vereisen können. Pendler sollten mehr Zeit für ihren Weg zur Arbeit einplanen.

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(AP)