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Main, Mosel und Elbe teilweise gesperrt: Kältewelle bringt Schifffahrt weitgehend zum Erliegen

Main, Mosel und Elbe teilweise gesperrt : Kältewelle bringt Schifffahrt weitgehend zum Erliegen

Frankfurt/Main (RPO). Die Kältewelle macht nicht Autofahrern zu schaffen: Dichte Eisschollen bringen die Schifffahrt auf deutschen Flüssen immer mehr zum Erliegen. Allein auf Main, Mosel und Elbe war sie am Montag auf Hunderten Kilometern gesperrt. Trotz nachlassender Temperaturen im Nordwesten ist kein Ende der Kälte in Sicht. Nach Angaben des Deutschen Wetterdiensts steigt auch die Glatteisgefahr.

Nach Teilen von Elbe, Oder und Mosel wurde mittlerweile auch der Main auf einem 300 Kilometer langen Abschnitt zwischen dem Hafen Aschaffenburg und der Schleuse Viereth in der Nähe von Bamberg für die Schifffahrt gesperrt. Die Sperrung sei seit Sonntagabend in Kraft, erklärte das Wasser- und Schifffahrtsamt Schweinfurt-Aschaffenburg am Montag. Auf dem nicht befahrbaren Abschnitt gibt es bis zu 35 Zentimeter dicke, zusammengeschobene Eisschollen. Am schlimmsten ist demnach die Lage an den Schleusen, wo das Eis auf Meterdicke anwächst und selbst Kettensägen widersteht.

Auch die Donau war in Bayern auf 30 Kilometern gesperrt, ebenso der Main-Donau-Kanal. In Rheinland-Pfalz wurde die Mosel bereits am Sonntagnachmittag auf einer Länge von rund 130 Kilometern zwischen dem Ort Zeltingen im Kreis Bernkastel-Wittlich und der Flussmündung in Koblenz für die Schifffahrt gesperrt. Weiter gesperrt bleibt auch die Elbe auf rund 100 Kilometern oberhalb Hamburgs. Der Elbe-Seitenkanal zum Mittellandkanal in Wolfsburg ist ebenfalls geschlossen.

In Brandenburg sind derzeit alle großen Wasserstraßen wegen Eisgangs für die Schifffahrt gesperrt. Das gilt auch für Oder, Havel, den Elbe-Havel-, den Oder-Spree- und den Oder-Havel-Kanal. Die Berliner Wasserstraßen wurden dagegen wegen der Erreichbarkeit von Kraftwerken frei gehalten.

Eis an den Wasserhähnen

In Obererlenbach bei Frankfurt am Main erfror offenbar ein 79-jähriger Rentner bei defekter Heizung in seiner Wohnung.Der 79-Jährige wurde am Sonntagabend tot aufgefunden. Laut Polizei war die Heizung defekt, in der Wohnung hätten sich schon Eisschichten an den Wasserläufen gebildet. Angehörige hatten den allein lebenden, kranken Rentner von außen leblos in der Wohnung gesehen. Eine Obduktion wurde angeordnet. Ein am Freitag in einer Holzbehausung in Köln tot aufgefundener Obdachloser starb dagegen eines natürlichen Todes, wie die Obduktion am Montag ergab.

In Oberbayern brach ein Eisläufer am Montagnachmittag 500 Meter vom Ufer entfernt in den 18 Meter tiefen Simssee ein und konnte sich nicht lange über Wasser halten. Taucher suchten vergeblich nach ihm, wie die Polizei mitteilte. Am Abend wurde die Suche vorerst eingestellt.

Laut Deutschem Wetterdienst gibt es in Deutschland mittlerweile beträchtliche Temperaturunterschiede. War es in Aachen zum Wochenanfang sieben Grad warm, kamen die Temperaturen in Neuburg an der Donau nicht über minus zehn Grad hinaus. Der Trend bleibt auch vorerst so, weil das Hoch „Beeke“ nach Südosteuropa abzieht und die nachrückenden Tiefausläufer im Nordwesten für Wind sorgen, der die Kaltluft buchstäblich wegbläst. Dieser Effekt, der etwa in Hamburg den Schnee schon zum Schmelzen brachte, wird sich allmählich bis zur Mitte Deutschlands auswirken, im Süden bleibt es aber weiter eiskalt.

(AP)