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Coronavirus: EU-Verhandlungsführer Barnier positiv getestet

Weiterer Politiker erkrankt : EU-Verhandlungsführer Barnier positiv auf Corona getestet

Michel Barnier, Verhandlungsführer der EU beim Austrittsabkommen mit Großbritannien und Chefunterhändler der künftigen Beziehungen mit dem Land ist nach eigenen Angaben am Coronavirus erkrankt. Es gehe ihm den Umständen entsprechend gut, sagt der 69-Jährige.

Der Chefunterhändler der EU für die künftigen Beziehungen zu Großbritannien, Michel Barnier, ist nach eigenen Angaben positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. „Mir geht es den Umständen entsprechend gut“, sagte der 69-jährige Franzose am Donnerstag in einer Videobotschaft auf Twitter. Er befinde sich unter strenger Quarantäne bei sich zu Hause.

<aside class="park-embed-html"> <blockquote class="twitter-tweet"><p lang="en" dir="ltr">I would like to inform you that I have tested positive for <a href="https://twitter.com/hashtag/COVID19?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#COVID19</a>. I am doing well and in good spirits. I am following all the necessary instructions, as is my team.<br> <br>For all those affected already, and for all those currently in isolation, we will get through this together.</p>&mdash; Michel Barnier (@MichelBarnier) <a href="https://twitter.com/MichelBarnier/status/1240583782643773440?ref_src=twsrc%5Etfw">March 19, 2020</a></blockquote> <script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script> </aside>
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Barnier führte vor dem Austritt Großbritanniens aus der EU am 31. Januar im Namen Brüssels die Verhandlungen mit London über das Austrittsabkommen. Mit dem Brexit wurde er zum Chefunterhändler für die künftigen Beziehungen ernannt. Vergangene Woche legte er einen ersten Entwurf für eine Vereinbarung vor.

Wegen der Corona-Pandemie haben London und Brüssel ihre Verhandlungen allerdings bis auf Weiteres ausgesetzt. Zunächst war noch erwogen worden, die Verhandlungen per Videokonferenz fortzusetzen. Am Montag wurde auch diese Idee verworfen.

Bis Jahresende gilt noch eine Übergangsphase, in der Großbritannien noch im EU-Binnenmarkt und der Zollunion bleibt. In dieser Zeit soll insbesondere ein Handelsabkommens abgeschlossen werden. Die EU hatte vorher bereits einen zu engen Zeitplan für die komplizierten Gespräche beklagt.

Auch in London werden wegen der Krise nun die Rufe nach einer Verlängerung der Übergangsphase lauter. Für den britischen Premierminister Boris Johnson wäre dies eine Kehrtwende. Er hatte versprochen, in jedem Fall bis Ende des Jahres alle verbleibenden direkten Verbindungen mit der EU zu kappen, und eine Fristverlängerung dementsprechend ausgeschlossen.

Aus ganz Europa trafen indes Genesungswünsche und Solidaritätsbekundungen für Barnier ein. EU-Ratspräsident Charles Michel wünschte per Twitter „eine rasche Besserung“. „Kopf hoch und geben Sie auf sich acht!“, schrieb Barniers ehemalige Stellvertreterin Sabine Weyand ebenfalls in dem Kurzbotschaftendienst. „Wir sind mit ganzem Herzen bei Ihnen“, erklärte Kommissionschefin Ursula von der Leyen.

„Natürlich senden wir Michel Barnier unsere besten Wünsche“, sagte ein Sprecher von Premier Johnson. „Wir denken in diesen schwierigen Zeit an Sie, an Ihre Teams und an alle unseren europäischen Freunde“, erklärte der frühere britische Brexit-Minister Steve Barclay.

(ala/AFP)