Wermelskirchen: WNKUWG regt Einführung von Bike-Flashs an

WNKUWG stellt Antrag : Warnsystem soll Radfahrern helfen

„Bike Flashs“ könnten Abbiegeunfälle an gefährlichen Kreuzungen verhindern. Die WNKUWG will, dass so ein Frühwarnsystem auch in Wermelskirchen installiert wird.

Fahrradfahrer gehören wie Fußgänger zu den schwächsten Verkehrsteilnehmern. Besonders beim Rechtsabbiegen werden sie von Pkw- und Lkw-Fahrern häufig im toten Winkel übersehen. Es kommt zu Unfällen, bei denen die Radfahrer und Fußgänger oftmals schwer verletzt werden. Die Fraktion der WNKUWG regt nun ein Frühwarnsystem an, das solche folgenschweren Zusammenstöße auf Kreuzungen und an Einmündungen verhindern soll: Sie stellt zur Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Verkehr am 24. Juni den Antrag, die Einführung von sogenannten „Bike-Flashs“ zur Sicherung von gefährlichen Kreuzungen und Einmündungen gegen Abbiegeunfälle zu überprüfen.

Und so funktioniert der „Bike Flash“: Nähert sich ein Radler oder ein Fußgänger der Anlage, wird er von einer Wärmebildkamera erkannt. Ein Sensor setzt automatisch vier in unterschiedlichen Höhen befestigte LED-Lichtbögen in Betrieb. Ein Blinklicht weist das rechts abbiegende Fahrzeug auf den Radfahrer im „toten Winkel“ hin. Gleichzeitig wird auf einem kleinen Monitor der Radfahrer vor dem Rechtsabbieger gewarnt. Die Kreisstadt Wesel hat sich als erste Kommune in Nordrhein-Westfalen entschieden, ein solches System einzuführen, nachdem eine Radfahrerin 2018 bei einem Unfall ums Leben kam, weil ein Lkw-Fahrer sie beim Rechtsabbiegen übersehen hatte.

Die WNKUWG sieht auch in Wermelskirchen Handlungsbedarf. Denn dem aktuellen Fahrradklima-Test des ADFC zufolge fühlen sich Radfahrer in Wermelskirchen nicht sicher, verzichten womöglich auf Fahrten durch die Innenstadt. Die Einführung von „Bike Flashs“ könnte schrittweise geschehen, Kreuzungen nach und nach mit diesen Warnblinkanlagen ausgestattet werden. Sofern eine Gefahrenanalyse/Unfallstatistik für die Kreuzungen vorliegt, solle die Verwaltung eine Prioritätenliste anfertigen, regen die Freien Wähler an. Zur Finanzierung dieser Frühwarnsysteme ist nach Vorstellungen der WNKUWG die Verwendung von Bußgeldeinnahmen des Straßenverkehrs neben Fördermöglichkeiten zu prüfen. Eine Auswertung sollte nach Ablauf eines jeden Jahres erfolgen.

Laut Statistik ereignen sich 40 Prozent aller Radunfälle beim Abbiegen. Bei weiterhin steigendem Anteil des Radverkehrs in Wermelskirchen bestehe Handlungsbedarf. Die Einführung oder Nachrüstung von Abbiegeassistenten in Fahrzeugen als gesetzliche Vorgabe lasse sich kurzfristig bis mittelfristig nicht umsetzen. Dagegen könnten die Warnlicht-Säulen der „Bike-Flash“-Anlage schneller aufgestellt werden und somit die Sicherheit insbesondere von Radfahrern und Fußgängern entscheidend verbessern.

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