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Wermelskirchen: Hochbetrieb im Kleiderladen hält an

Kinderschutzbund Wermelskirchen : Hochbetrieb im Kleiderladen hält an

Der Kinderschutzbund in Wermelskirchen hatte am vergangenen Samstag zum Tag der offenen Tür eingeladen – um auf das besondere Angebot der Ehrenamtlichen aufmerksam zu machen.

Vor einer halben Stunde hat Hartmut Engelbrecht die Türen des Kleiderladens geöffnet – und schon herrscht geschäftiges Treiben zwischen Regalen und Kleiderständern. Zum Tag der offenen Tür am Samstagvormittag gibt es die ohnehin schon günstigen Kleidungsstücke und Spielwaren für den halben Preis. Stammkunden und Besucher, die den Laden zum ersten Mal entdecken, stöbern in Kinderkleidung und Mode für Erwachsene. „Bei uns kaufen längst nicht mehr nur Menschen aus sozial schwächeren Familien ein“, sagt Hartmut Engelbrecht, Vorsitzender des Kinderschutzbundes in Wermelskirchen und sieht sich zufrieden um.

Als die Ehrenamtlichen vor zwei Jahren entschieden, das alte Gebäude am Bahnhof zu verlassen und die neuen Räume an der Eich zu beziehen, da habe es viele Unsicherheiten gegeben. „Die Menschen kamen oft mit dem Bus“, sagt Engelbrecht. Deswegen habe es der Verein als kritisch empfunden, die Lage am Busbahnhof zu verlassen. Und die Ehrenamtlichen waren eingespielt. Zwei Jahre später allerdings sind die Mitglieder des Kinderschutzbundes an manchen Tagen immer noch überrascht über den Erfolg: „Das hier hatten wir wirklich nicht erwartet“, sagt Engelbrecht. Die Kundenzahlen seien enorm angestiegen, auch die Spendenbereitschaft sei stetig gewachsen.

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Dass die Nutzung des Kleiderladens parallel zu gesellschaftlichen Entwicklungen laufe, will Engelbrecht eher nicht bestätigen. Weder die Ankunft Geflüchteter in Wermelskirchen habe einen deutlichen Einfluss auf die Kundenzahlen gehabt, noch würde er von einem zunehmenden Problem mit Kinderarmut sprechen wollen. „Es ist einfach so, dass immer mehr Menschen unseren Laden annehmen“, sagt Engelbrecht.

Und dann appelliert er an die vielen Spender, die große Kartons und Säcke mit Kleidung im Laden abgeben: „Wir freuen uns über gut erhaltene Spenden. Die können aber nur während der Öffnungszeiten des Ladens angenommen werden.“ Denn es schade dem Standort, wenn sich nach einem Wochenende die Säcke mit Kleidung vor der Tür an der Eich stapeln und erschwere den Ehrenamtlichen auch ihren Einsatz. Außerdem habe der Kleiderladen jeden Tag unter der Woche geöffnet und könne zu denentsprechenden Uhrzeiten Spenden annehmen.

Währenddessen befindet sich der Kinderschutzbund als Träger des Ladens in diesen Monaten im Umbruch: Im vergangenen Mai hatte Engelbrecht sich zähneknirschend ein weiteres Mal zum Vorsitzenden wählen lassen – weil es an einem Nachfolger fehlte. Bei der nächsten Wahl soll die Leitung des Kinderschutzbundes dann aber in jüngere Hände gegeben werden, ein Nachfolger wird bereits eingearbeitet. „Und auch im Team im Kleiderladen bräuchten wir dringend eine Verjüngung“, sagt Engelbrecht. Auf lange Sicht nämlich könnten die meist älteren Damen den Betrieb nicht alleine im gewohnten Umfang aufrechterhalten.

Zum Tag der offenen Tür allerdings warten die Ehrenamtlichen mit gebündelten Kräften auf: Während viele Kleidungsstücke über den Tresen gehen, verkauft der Vorstand Lose für 20 Cent mit Gewinngarantie und serviert süße Kleinigkeiten und Getränke. „Für uns ist dieser Aktionstag wichtig“, erklärt Engelbrecht, „denn es gibt immer noch Menschen in Wermelskirchen, die noch nie von uns gehört haben.“