Wermelskirchen: Neuer Gottesdienst am Freitagabend in Tente

Lieber freitags beten : Tente schafft den Sonntags-Gottesdienst teilweise ab

Die Gemeinde in Tente geht neue Wege: Am kommenden Wochenende findet der Gottesdienst erstmals am Freitagabend anstatt sonntags statt. Der Termin am Sonntagmorgen sei für viele nicht mit Frühstück und Ausschlafen vereinbar.

Kein Konzept von oben, keine Vorgabe aus dem Pfarrhaus: Die Gemeinde in Tente bastelt seit einem Jahr an einer neuen Idee. „Es gab viele Menschen hier, die sich etwas Neues wünschten“, sagt Pfarrerin Sabrina Frackenpohl-Koberski, „Sie wollten Gottesdienst neu denken und gestalten.“ Also lud der Pfarrbezirk der evangelischen Kirchengemeinde alle Interessierten zum Gespräch und zum Ideensammeln ein. Ein Jahr lang trafen sich evangelische Christen aus ganz Wermelskirchen und brachten ihre Wünsche ein: Das Ergebnis heißt „Frei:Tag“ – und will Menschen jeden Alters zu Gottesdienst, Gemeinschaft und zum Atemholen einladen. Am kommenden Freitagabend lädt das Vorbereitungs-Team zum ersten Mal zum neuen Gottesdienst-Format ein.

„Für viele Familien ist der Termin am Sonntagmorgen nicht mehr gut“, weiß die Pfarrerin. Frühstück und Ausschlafen seien mit dem Gottesdienst um 10.15 Uhr für viele schlecht unter einen Hut zu bringen. „Also haben wir einen Termin gewählt, an dem wir gemeinsam ins Wochenende starten.“ Damit auch Berufstätige die Möglichkeit haben teilzunehmen, beginnt der Gottesdienst um 19 Uhr. Statt Stuhlreihen erwarten die Besucher Sitzgruppen mit Knabberzeug und Getränken. Parallel sind Jungen und Mädchen zum Kindergottesdienst eingeladen – Anfang und Ende des Gottesdienstes feiern alle gemeinsam.

Verschiedene Teams sind für Texte, Impuls, Musik und Co verantwortlich. Eine große Band hat sich gegründet – mit Musikern zwischen zehn und 60 Jahren, mit Sängern, Pianisten und Gitarristen. Sie sorgen für junge Musik und neue Klänge. „Und weil wir den Eindruck haben, dass beim Gottesdienstfeiern die Gemeinschaft und das Gespräch manchmal zu kurz kommen, laden wir nach dem Gottesdienst zum gemeinsamen Abendessen ein“, erklärt Frackenpohl-Koberski. Auch für das Catering und die Dekoration hat sich ein Team gefunden.

Beim ersten „Frei:Tags“-Gottesdienst geht es um das Thema Freiheit. Wo lässt sich Freiheit finden und wie gelingt ein fröhliches und freies Leben? Gemeinsam machen sich die Besucher auf die Suche nach Antworten. „Es ist Zeit, Gott und einander zu begegnen“, wirbt die Pfarrerin. Das neue Format soll viermal im Jahr stattfinden – in diesem Jahr sind noch Termine im Juli, September und Dezember geplant. Der Sonntagsgottesdienst fällt an den entsprechenden Wochenenden aus.

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