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Wermelskirchen: „Über der Ladesäule ist ein Schilderwald“

Bürgermonitor in Wermelskirchen : „Über der Ladesäule ist ein Schilderwald“

Ein E-Auto-Fahrer beschwert sich über die komplizierte Situation in der Innenstadt, wenn er tanken will. So sei über der Ladesäule bei dem DM kaum zu erkennen, wo man parken dürfe, um das Auto zu laden.

Es wird einem nicht leicht gemacht, findet Marcel Balda. Der 52-jährige Wermelskirchener ist seit über einem Jahr „stolzer Besitzer eines E-Autos“. Und er ist begeistert. „Wenn man so ein Auto einmal fährt, dann will man es nie wieder abgegeben“, sagt er. Eigentlich. Denn darüber nachgedacht hat er vor einigen Tagen trotzdem.

„Ich lade mein Auto immer an BEW-Ladesäulen in Wermelskirchen“, sagt Marcel Balda. „Davon gibt es auch viele in der Stadt.“ In der Innenstadt allerdings sei es oft schwierig, noch einen Parkplatz an einer freien Säule zu ergattern. „Entweder sind sie besetzt, weil jemand anders gerade lädt, oder ein Benziner steht auf dem Parkplatz“, sagt Balda. In der vergangenen Woche hatte der Wermelskirchener aber Glück: Vor dem DM-Markt auf der Telegrafenstraße war ein Parkplatz neben der Ladesäule frei. Dort habe er seinb Auto zum Laden abgestellt. Als Balda wiederkam, war aber eine Knolle unter seine Windschutzscheibe geklemmt: 25 Euro wegen verbotswidrigem Parken im Bereich eines Taxistandes.

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Balda habe sich sehr geärgert. Gut erkennbar sei das Parkverbot neben der Säule für sein Auto nicht gewesen. „Über der Ladesäule ist ein Schilderwald, bestehend aus sechs Schildern. Mittig als Parkplatz für Ladevorgänge und gleichzeitig rechts ein Parkverbot wegen Taxistand. Das ist verwirrend und als E-Fahrer sehr einschränkend“, sagt Marcel Balda. Das sei alles andere als übersichtlich. Und er fragt sich auch: „Wieso wird einer Ladesäule mit zwei Anschlüssen nur ein E-Parkplatz zugeteilt?“ Er habe daraufhin mit dem Amt telefoniert, aber leider habe man ihm dort nicht helfen können. Die Verantwortung werde auf das Tiefbauamt geschoben.

Thomas Marner, der Technische Beigeordnete der Stadt, kann die Kritik nur begrenzt nachvollziehen. „Über dem Parkplatz vor dem DM ist ein dickes, rotes Schild angebracht, dass dort ein Taxistand ist. Das ist eigentlich nicht zu übersehen“, sagt Marner. Bei der Anordnung der Schilder werde er aber über eine bessere Lösung nachdenken: „Ich werde mir die Beschilderung bei Gelegenheit zusammen mit Harald Drescher, dem Leiter des Tiefbauamtes, und seinem Team die Beschilderung noch einmal ansehen.“ Vielleicht gebe es eine Möglichkeit, den „Schilderwald“ etwas übersichtlicher zu gestalten.

„Dass bei den Ladesäulen, auch wenn dort zwei Lademöglichkeiten bestehen, nur ein Parkplatz für E-Autos vorhanden ist, ist ganz normal“, erklärt er. Erst, wenn der eine derzeit vorhandene Parkplatz dauerhaft belegt sei, mache es Sinn, einen zweiten Parkplatz einzurichten. „Aber das ist nicht der Fall. Und der Parkplatz vor dem DM ist ja mit Abstand auch nicht der einzige in der Stadt“, sagt Marner. Insgesamt sei die Stadt in der E-Mobilität seiner Meinung nach gut aufgestellt. Es seien auch neue Standorte für Ladestationen im Gespräch, doch die seien noch in der Planung. „Wir bleiben an dem Thema dran.“

Dass Benziner die E-Parkplätze in der Stadt besetzten, sei laut Thomas Marner kein größeres Problem. „Wir führen zwar keine Statistik. Aber meines Wissens nach gibt es zu diesem Betreff keine größere Beschwerdelage.“