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Wermelskirchen: Neujahrskonzert im Gemeindezentrum Dabringhausen begeistert

Neujahrskonzert im Gemeindezentrum Dabringhausen : Blasorchester wartet mit 37 Assen auf

Die Musikerinnen und Musiker trotzen den widrigen Umständen. Ihr Neujahrskonzert hinterlässt umso mehr Eindruck. Die Besucher lobten nicht zuletzt die Programmzusammenstellung. Für die Damen im Publikum gab es sogar rote Rosen.

Sind es bei einem gewöhnlichen Kartenspiel vier Asse, wartete das Blasorchester Dabringhausen beim Neujahrskonzert gleich mit 37 auf. Das war die Anzahl der aktiven Musikerinnen und Musiker – einige wenige davon „ausgeliehen“, um fehlende Instrumentierung aufzustocken, die die von Interimsdirigent Peter Wuttke geleitete Formationen bildeten. Nicht nur Farbe und Wert der Spielkarten, die das Blasorchester „ausspielte“, sorgten für Beifall – vor allem die Liedauswahl für den zweistündigen Konzertabend sowie die harmonische, als Klangkörper zusammenspielende Art und Weise sorgten für nach jedem Stück aufbranndenden Beifall.

Zehn Kompositionen hatte das Blasorchester für das Programm ausgewählt. Weltbekannte Melodien wie in dem Potpourri aus „The Lion King“ (arrangiert von Calvin Custei) oder dem Abba-Hitmix in instrumental-orchestraler Variante „Mamma Mia“ (arangiert von Peter Kleine Schaars) waren Karten, die stets sicher stechen. Mit letztgenanntem bescherte das Orchester den Besuchern einen beschwingt-gut gelaunten Abschied in den restliche Abend, nicht ohne dem bei Standing Ovations lautstark vorgetragenem Wunsch nach einer Zugabe nachzukommen.

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Höhepunkte im Programm waren die Stücke Cassiopeia“ von Carlos Marques und „La Storia“ von Jacob de Haan. Schon in der Pause rief manch ein Besucher den Musikern, die sich zum Gespräch unter das „Volk“ mischten, zu: „Mensch, was habt ihr für heute Abend schöne Stücke zusammengestellt.“ Besucherin Michaela Mück-Hemmerich stellte kruzerhand fest: „Was für ein schönes Konzert – gut, dass wir hier sind.“

Auch Moderator Oliver Groß, der seit Jahren die traditionellen Neujahrskonzerte des Dabringhausener Blasorchesters begleitet, zeigte sich gleich zum Auftakt überzeugt: „Ich habe ja bei den Vorbereitungen schon einiges mitbekommen und kann nur versprechen: Es ist das sensationellste Programm, was das Blasorchester je zusammengestellt hat.“ Nicht nehmen ließen es sich der Moderator beim zweiten Stück des Abends rote Rosen an die Damen im Publikum zu verteilen. Dabei handelte es sich um die Ouverture zu „Dichter und Denker“ von Franz von Suppé. Auf Basis dieser Komposition aus dem Jahr 1846 landete Freddy Breck 1973 den Schlagererfolg „Rote Rosen“.

Nachdem im vergangenen Jahr das Neujahrskonzert des Blasorchesters Dabringhausen wegen der Corona-Pandemie gänzlich abgesagt werden musste, landeten die Musiker um ihre Vorsitzende und erste Klarinettistin Kirsten Steinhaus mit der 2022er-Auflage einen nachdrücklichen Erfolg, der gerade wegen der widrigen Umstände umso mehr Eindruck hinterließ. Noch zum Jahresende 2021 hatte Kirsten Steinhaus Sorge, ob überhaupt Proben stattfinden können (wir berichteten). Beim Konzertabend sagte sie im Gespräch mit unserer Redaktion: „Wir konnten glücklicherweise mit 2G-plus im Foyer der Mehrzweckhalle gut proben.“ Einen Wermutstropfen musste das Blasorchester dennoch hinnehmen: Statt wie ursprünglich geplant fand das Konzert nicht in der Mehrzweckhalle, sondern im Gemeindezentrum Dabringhausen der Evangelischen Freikirche Auf der Huhfuhr statt. Immerhin knackte die Besucherzahl die 100er-Marke, was für eine angenehme Konzertatmosphäre sorgte.