Fußball : "Ganz ohne Fußball geht es nicht"

Dominik Dohmen schaffte nach schwerer Knieverletzung bei Union Nettetal sein Comeback.

Wenn ein Arzt den Rat gibt, dass es besser sei, wegen der Schwere einer Verletzung die Fußballschuhe an den Nagel zu hängen, hört das kein Spieler gerne. Doch bei vielen Kickern ist die Lust auf ihren Sport so groß, dass sie auch die Ratschläge eines Experten in den Wind schlagen. Zu dieser Gruppe gehört Dominik Dohmen vom Landesliga-Aufstiegskandidaten Union Nettetal. Und bislang bereut der 26-Jährige seine Entscheidung nicht.

Nach mehreren Operationen und über zwei Jahren ohne Pflichtspieleinsatz feierte er bei den Nettetalern in der Rückrunde der laufenden Saison sein Comeback und bestritt voriges Wochenende im Derby gegen den ASV Süchteln sein erstes Punktspiel über 90 Minuten. "Das war sehr, sehr schön. Es tut gut, zu sehen, dass man gebraucht wird", betont Dohmen. Gebraucht wurde der schnelle und technisch versierte Außenbahnspieler bei seinen ersten Stationen im Seniorenfußball immer. Zunächst war er beim damals in der Landesliga spielenden SV Lürrip drei Spielzeiten Stammspieler, dann nahm er dieselbe Rolle beim 1. FC Mönchengladbach ein, mit dem er im zweiten Jahr sogar den Sprung in die Oberliga schaffte. Dann kam der 13. Dezember 2015. Im Heimspiel gegen Schonnebeck zog er sich eine extrem schwere Knieverletzung zu.

Eine Zäsur in Dohmens Amateurlaufbahn, in der es bis dahin nur aufwärts gegangen war. Es begann eine Leidenszeit, die ein wenig dadurch aufgehellt wurde, dass sich seine fußballerischen Qualitäten offenbar soweit herumgesprochen hatten, dass Oberligist TSV Meerbusch ihn trotz der Verletzung verpflichtete. Doch auch die guten Kontakte zur medizinischen Abteilung von Fortuna Düsseldorf brachten zunächst nicht den erhofften Erfolg, so dass sich Dohmen nach einer Saison ohne ein einziges Spiel wieder vom TSV verabschiedete. "Dann hat Union angefragt. Dort bekam ich die Chance, ohne Druck an meinem Comeback zu arbeiten", erinnert sich der 26-Jährige. Nach einer weiteren Operation in der Sommerpause inklusive Knorpeltransplantation riet ihm der Arzt zwar von weiteren Fußballspielen ab, "doch ganz ohne Fußball geht es nicht", erklärt Dohmen.

Er geht davon aus, dass ihm mit der Union in den zwei noch ausstehenden Partien inklusive des für ihn ganz besonderen Spiels beim 1. FC Mönchengladbach der nächste Oberliga-Aufstieg gelingt. "Und dann möchte ich wieder 100 Prozent angreifen und zum Führungsspieler werden", sagt Dohmen, schränkt aber ein: "Sofern es meine Gesundheit und Borussia zulassen." Gerade hat er seine erste Saison als Co-Trainer der Gladbacher U11 beendet. Und das ist für einen Fußballer natürlich auch eine interessante Perspektive, wenn er sich dann doch irgendwann an die mahnenden Worte des Arztes erinnert.

(RP)
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