Leichtathletik: Die schnellsten Marathonis im Grenzland

Leichtathletik : Die schnellsten Marathonis im Grenzland

Wären sie in der DM-Wertung beim Düsseldorf Marathon dabei gewesen, hätten sie vorne mitgemischt. Mit ihren neuen Bestzeiten waren Marco Beerens (Waldniel) und Tina Pickers (Nettetal) sehr zufrieden. Es gibt aber noch höhere Ziele.

Marco Beerens von Athletik Waldniel und die Nettetalerin Tina Pickers liefen beim Düsseldorf Marathon, der gleichzeitig als DM gewertet wurde, so tolle Zeiten, dass sie damit in der Meisterschaftswertung ihrer Altersklassen Vierter beziehungsweise Deutsche Meisterin geworden wären. Marco Beerens lief 2:37:01 Stunden, Tina Pickers kam nach 2:59:27 Stunden ins Ziel. Damit sind die beiden die aktuell schnellsten Marathonis aus dem Grenzland.

"Das war für mich neue Bestzeit, ich habe mich um eine halbe Minute verbessern können", sagt der 42-jährige Beerens. Weil er zwei Wochen zuvor in Bonn schon einen Halbmarathon in 1:16:04 Stunden gelaufen war, hatte er nicht mit einer neuen Bestleistung gerechnet. "Aber ich bin den Marathon jetzt so gelaufen, wie er eigentlich gelaufen werden sollte: die erste Hälfte verhalten und die zweite schneller." Er schätzt, dass er schon so um die 40 Marathonläufe absolviert hat, zwei im Jahr läuft er ernsthaft mit klarer Zielvorstellung. Zwischendurch bestreitet er aber auch Ultraläufe bis zu 100 Kilometer. Mitte Juni nimmt er wieder an einem Ultra-Trail mit enormen Höhenunterschieden in Garmisch-Partenkirchen teil. Der ehemalige Bezirksliga-Fußballer beim SC Waldniel schaffte seinen ersten Marathon vor zehn Jahren in Köln in 3:16 Stunden. Das Besondere: "Ich trainiere fast immer alleine - eigentlich immer." Der Mediengestalter legt den neun Kilometer langen Weg zur Arbeit zwischen Ungerath und Brüggen jeden Tag mit Rucksack und im Laufschritt zurück. Auf dem Nachhauseweg dehnt er die Trainingsrunde auf bis zu 16 Kilometer aus. Nachdem sein Auto vor zweieinhalb Jahren den Geist aufgegeben hatte, machte er aus den Not eine Tugend. "Das zeigte mir, dass es auch ohne geht", betont Beerens. Nun überlegt der Junggeselle, als nächstes Ziel die 2:35 Stunden anzupeilen.

Tina Pickers, die sich Anfang des Jahres den Sieg bei der Nettetaler Winterlaufserie geholt hatte, knackte erstmals die Drei-Stunden-Marke. "Ich bin die Strecke komplett ein gleiches Tempo gelaufen." Die 35-Jährige verbesserte sich gegenüber dem Frankfurt-Marathon voriges Jahr um über 20 Minuten. Sie war schneller als die Deutsche Meisterin ihrer Altersklasse, die weit über drei Stunden lief. Als vereinslose Läuferin war sie nicht in der Meisterschaftswertung dabei. Die dreifache Mutter sieht aber auch keine Veranlassung, sich einem Verein anzuschließen. "Es läuft ja auch so gut", meint sie. Vor drei Jahren absolvierte sie ihren ersten Marathon in Köln in 4:22 Stunden. Nach dem gewaltigen Leistungssprung nach drei Jahren, wovon viele nur träumen, nach ist sie zuversichtlich: "Es ist noch viel Luft nach oben. Eine Zeit unter 2:50 Stunden werde ich jetzt angreifen." In der Trainingsvorbereitung lief sie 120 Kilometer pro Woche. Das Pensum absolviert sie nach dem Aufstehen, oftmals schon um vier Uhr in der Früh. "Ich fühle mich so fit wie noch nie", betont Pickers. Danach fährt sie Taxi und Kurierfahrten. Nachmittags gibt Tina Pickers, die in der Jugend Dressur und Springen bis zur L-Basis geritten ist, Reitunterricht im Pappelhof. Einmal die Woche lässt sie sich von Björn Pistel, Trainer der Weltklasse-Taekwondoka Madeline Folgmann, trainieren. Kraft, Stretching, kinetische Schulung für die Bewegung wie viele Gespräche für Motivation und für neue Zielen stehen dabei im Fokus. Sie fährt auch noch Rennrad und schwimmt zum Ausgleich: "Wenn ich das noch zeitlich mit Familie und Beruf vereinbaren kann.

(off)
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