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Corona. Absageb beim Handballverband Niederrhein und Westdeutschen Volleyball-Verband

Klarheit beim Handball und Volleyball : Corona sorgt für immer mehr Absagen

Nach anfänglichem Zögern erteilen viele Sportverbände generelle Absagen. Am Donnerstagabend setzten der Handballverband Niederrhein und der Westdeutsche Volleyball-Verband bis auf Weiteres den Spielbetrieb aus.

Viele Sportarten sind zwar wegen ihrer Dynamik so beliebt, doch auf eine solche Art von Dynamik, wie sie der Sport gerade entwickelt, würden die Fans sicher gerne verzichten. Die Geschehnisse rund um das Coronavirus führen dazu, dass immer mehr Sportverbände ihren Spielbetrieb komplett einstellen. Am Donnerstagabend kamen der Handballverband Niederrhein und der Westdeutsche Volleyverband hinzu, davon sind auch viele Vereine aus der Region betroffen.

Für viele Handballer im Kreis Heinsberg endet damit vorerst eine Hängepartie. Denn weil dort das Virus besonders stark verbreitet ist, sind seit ein paar Wochen alle Hallen geschlossen, zu Auswärtsspielen sollten die Teams allerdings noch antreten. Das sorgte für große Verunsicherung. Mit folgender Mitteilung auf seiner Homepage will der Verband für Klarheit sorgen: „Der Handballverband Niederrhein setzt mit sofortiger Wirkung den Spielbetrieb aus! Es werden ab sofort keine Spiele mehr im Spielbetrieb des HVN durchgeführt.“ Auf eine Dauer dieser Maßnahme wollte sich der HVN allerdings noch nicht festlegen. Für den Fall, dass die Spielzeit nicht ordentlich zu Ende gespielt werden kann, sollen in Sachen Auf- und Abstieg in den kommenden Tagen weitere Gespräche geführt werden.

Von der Entwicklung eingeholt wurden am Donnerstag auch die Trainer der Oberligisten Borussia Mönchengladbach und TV Lobberich, die sich eigentlich auf ein Derby am Samstag in Gladbach gefreut hatten. Borussia-Coach Tobias Elis nahm die Absage gefasst auf: „Es ist verständlich, dass es so gekommen ist, noch länger zu warten, wäre auch sinnfrei gewesen. Ich kann verstehen, dass Menschen Bedenken haben, die Sport treiben. Sie schwitzen und haben Körperkontakt, da ist Angst doch nicht unnatürlich.“ Lobberichs Trainer Christopher Liedtke hätte gerne am Samstag das Derby gespielt, „aber wenn man durch diese Maßnahme auch nur ein einziges Leben retten kann, ist es absolut der richtige Weg. Interessant wird es sein, wie die Auf- und Abstiegsfrage geklärt wird.“ Für ihn hat Priorität, dass eine Entwicklung wie in Italien verhindert wird. Es könnte sein, dass die Lobbericher auch nicht mehr trainieren können. „Wahrscheinlich werden bei uns jetzt auch die Sporthallen für zwei Wochen gesperrt“, sagte Liedtke. Die Frage, wie die Saison gewertet wird, wenn sie tatsächlich nicht zu Ende gespielt wird, treibt auch Thomas Laßeur extrem um. Schließlich führt er mit dem TV Geistenbeck souverän die Verbandsliga an. „Natürlich bin ich traurig, dass es nicht weitergeht. Der HVN ist wahrscheinlich auch dem Druck der aktuellen Situation gefolgt, was auch durchaus vernünftig ist“, sagte der Geistenbecker Coach.

Überholt von der Entwicklung wurde der Westdeutsche Volleyball-Verband (WVV), der am Donnerstag zunächst nichts von einer generellen Absage wissen wollte. Als dann aber der Deutsche Volleyball-Verband vorlegte und die Saisons in den 2. und 3. Bundesligen sowie in den Regionalligen vorzeitig beendete, zog der WVV nach. „Der komplette Spielbetrieb im Erwachsenen- und Jugendbereich im gesamten Bereich des WVV wird mit sofortiger Wirkung ausgesetzt und ist umgehend einzustellen. Derzeit berät der Bundesspielausschuss sowie unser Verbandsspielausschuss den Umgang mit Auf-, Absteigern bzw. Relegationsteilnehmern. Weitere Informationen werden zeitnah erfolgen“, heißt es auf der Verbandshomepage. Beim Oberligisten VC Ratheim, der am Samstag in Aachen hätten spielen sollen, nahmen sie es mit Freude zur Kenntnis: „Wir haben seit Wochen nicht trainiert. Das wäre eine Wettbewerbsverzerrung gewesen“, meinte VC-Trainerin Hendrike Spaar.

Auch international aktive Sportler aus der Region sind von der immer stärker werdenden Absagedynamik betroffen. So werden die beiden Weltklasse-Taekwondoka Madeline Folgmann (Nettetal) und Julia Ronken (Viersen) am Wochenende nicht wie geplant bei den Belgium Open antreten. „Die wurden genauso abgesagt wie alle weiteren internationalen Wettkämpfe der nächsten Wochen inklusive der Europameisterschaften“, meinte Folgmanns Trainer Björn Pistel.