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Fußball: Ousmane Sylla ist die Allzweckwaffe des Rheydter SV

Fußball : Sehr flexibel einsetzbar

Ousmane Sylla hat sich beim Rheydter SV zu einer Allzweckwaffe entwickelt. Trainer Rene Schnitzler schätzt die Vielseitigkeit seines Mittelfeldspielers.

Er fällt alleine schon wegen seiner Rastafrisur jedem ins Auge. Ousmane Sylla (23) ist aber nicht nur durch seinen Haarschmuck ein außergewöhnlicher Mensch, auch in Sachen Spielkultur gehört er mittlerweile zur etwas gehobeneren Klasse von Spielern in der Bezirksliga.

Vor fünf Jahren kam Ousmane Sylla aus dem afrikanischen Guinea nach Deutschland. Schon in seiner Heimat war er ein Spieler, der ein wenig herausstach. Der ganz große Wurf, die Einberufung in die Juniorennationalmannschaft, blieb ihm aber verwehrt. In Mönchengladbach angekommen, schloss er sich zunächst dem B-Ligisten Hochneukirch an, kam aber dort nicht zum Einsatz. Bei seiner nächsten Station KFC Welate Roj in der Saison 2017/18 absolvierte er die ersten fünf Saisonspiele, überwarf sich aber mit dem Vorstand. Daraufhin wechselte er zum Rheydter SV, dem er bis heute treu geblieben ist. Unter Rene Schnitzler machte er Riesenschritte in seiner Entwicklung. Mittlerweile ist er als feste Größe im RSV-Spiel zu betrachten und zählt zu den Spielern, die regelmäßig in der Startformation stehen.

Schnitzler selbst sieht Sylla als „eine Waffe für hinten drin. Er ist aufgrund seiner körperlichen Voraussetzung, seiner Athletik vielen Bezirksligaspielern gegenüber im Vorteil. Er ist körperlich robust und hat ein gutes Kopfballspiel“. Am wohlsten fühlt sich „Benji“ – Kurzform von Benjamin (er ist der jüngste in der Familie) – auf der Sechserposition. Doch gibt es dort beim „Spö“ fast ein Überangebot, sodass er je nach Gegner und Ausrichtung auf verschiedenen Positionen eingesetzt wird. Aber egal, ob defensiv oder offensiv ausgerichtet, Sylla erfüllt seine Aufgaben regelmäßig gut.

Derzeit besucht Sylla eine Sprachschule, um später einmal eine Ausbildung zu machen. Einen konkreten Berufswunsch hat er nicht, tendiert aber Richtung Hairstylist, was er auch in seiner Heimat schon als Jugendlicher gerne tat. Sylla ist ein Fußballverrückter, der sich auch zutraut, in der Oberliga zu spielen. Aber aktuell gefällt es ihm beim Rheydter SV sehr gut. „Das ist wie eine Familie hier, in der respektvoll miteinander umgegangen wird“, erklärt er. Daraus lässt sich erfahrungsgemäß ableiten, dass, wenn das Umfeld stimmt, er bereit ist, auch über die körperlichen Grenzen hinaus zu gehen.

Laut fupa-Datenbank hat er 58 Spiele bestritten und dabei vier Tore erzielt und vier Torvorlagen gegeben. Aber auch eine Rote Karte steht in der Statistik zu Buche, die er in der Begegnung in Dilkrath Mitte Dezember des vorigen Jahres erhielt. „Es war so, dass ich zum Kopfball hochgestiegen bin und meinen Gegenspieler mit meinem Ellenbogen unbeabsichtigt im Gesicht getroffen habe. Aber der Gegenspieler sagte anschließend zum Schiedsrichter, dass hier keine Absicht vorlag“, sagt der 23-jährige.