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Schwalmtal: Kinder und Jugendliche entwerfen Comics

Ferienaktion in Schwalmtal-Waldniel : Kinder entwerfen eigene Comic-Geschichten

Neue Erfahrungen konnten Kinder und Jugendliche bei einer Ferienaktion des Effa in Schwalmtal-Waldniel machen. Mit iPad und Apps entwarfen sie eigene Comics. Hilfreich zur Seite stand ihnen Andrea Rings.

In einer digitalen Comic-Schreibwerkstatt kreativ sein: Das konnten neun Acht- bis 15-Jährige im evangelischen Kinder- und Jugendtreff (Effa) in Waldniel; dies war ein Angebot des Vereins LAG Kunst & Medien NRW und der Jugendbuchautorin Andrea Rings aus Mönchengladbach. Wegen der Corona-Schutzregeln konnten nur wenige Kinder und Jugendliche dabei sein; die, die dabei waren, arbeiteten an vier Tagen hochkonzentriert an ihren eigenen Comics.

Zunächst wurden die Kinder im Umgang mit iPads geschult und in das Thema eingeführt. Sie konnten sich dann eine eigene Geschichte ausdenken und diese mit Tablets und Apps umsetzen. „Das Projekt möchte insbesondere Kindern und Jugendlichen, die im ländlichen Raum rund um Mönchengladbach aufwachsen, ermöglichen, mit ihren eigenen Geschichten und Themen sowohl in ihren Heimatgemeinden als auch in der Großstadt sichtbar und wahrgenommen zu werden“, sagt Effa-Leiterin Andrea Schulz. Durch die Einbindung einer Gruppe aus der Großstadt solle eine Brücke geschlagen werden zwischen diesen beiden unterschiedlichen Lebensräumen. Die digitale Comicwerkstatt fand außerdem in Brüggen, Viersen, Niederkrüchten, Erkelenz und Mönchengladbach stattfand. Schluss- und zugleich Höhepunkt ist eine gemeinsame Comic-Release-Veranstaltung in Gladbach.

Das Klischee von der kleinen verschlafenen Kleinstadt, in der nie was los ist, wurde gemeinsam kritisch reflektiert und in Comic-Geschichten verarbeitet. Nina (11) macht einen Eisbär-Comic. „Die Idee ist mir über Nacht gekommen“, sagt sie. „Ein Tipp, klick hinterher nochmal auf die Sprechblase“, berät Andrea Rings. Sie unterrichtet kreatives Schreiben für Kinder. „Das ist jetzt eine Weiter­entwicklung daraus. Ein Comic ist eine Form einer Geschichte“, erklärt sie. Kliti (11) sagt: „Zu Hause ist es langweilig, hier habe ich Spaß. In meinem Comic geht’s um Superhelden und Bösewichte. Ich hätte nicht gedacht, dass ich so etwas selbst machen könnte“, sagt er zufrieden.

Manche der jungen Teilnehmer haben noch nie ein iPad benutzt. „Die Kinder haben sich ein Notizbuch angelegt, in dem sie alles notieren, was sie machen möchten“, erläutert Rings. „Mit der Kamera-App werden Fotos von den mitgebrachten Figuren oder von der Straße gemacht.“ Gezeichnet werde mit zwei Comic-Apps. „Dann kann man alles noch verfremden und arrangieren, Sprechblasen hinzufügen und einen Text schreiben. Abschließend wird ein Titel entworfen und das Material sortiert“, zählt die Autorin auf.

Ein Kind hat etwa etliche Kulissen in Waldniel fotografiert. Über eine Fotobox konnten diese Fotos mit Comicszenen als Hintergrund verwendet werden. Die Kinder lernen, die Apps zu verknüpfen, Stile zu verwenden, etwas Eigenes zu kreieren. „Man kann auf ganz vielen Ebenen mit den Bildern arbeiten. Wichtig ist, dass die Kinder zum Schluss mit ihrem Comic zufrieden sind“, meint Andrea Rings. Eine Designerin wird einen Sammelband aus allen Orten entwerfen. Birgit Sroka