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Klimaschutzsiedlung Viersen ist nicht CO2-neutral, sondern besser

Öko-Projekt in Viersen : Klimaschutzsiedlung ist nicht CO2-neutral

Nach dem ersten Betriebsjahr der Viersener Klimaschutzsiedlung liegen jetzt die Werte vor. Ergebnis: Die Siedlung ist nicht CO2-neutral, sondern besser. Die Häuser sparen das Treibhausgas Kohlendioxid ein.

Die Klimaschutzsiedlung an der Oststraße in Viersen hat in ihrem ersten Betriebsjahr weniger des Treibhausgases CO2 emittiert, als sie durch Solarthermie und Wärmepumpe gewonnen hat. Das ist das Ergebnis des ersten Monitoring-Berichts.

Für den Betrieb der Klimaschutzsiedlung mit 48 Wohnungen in drei Häusern mit Zentralheizung, zentraler Warmwasserbereitung, Allgemeinbeleuchtung, Betrieb von drei Aufzugsanlagen benötigt die Wohnungsgenossenschaft demnach rund 70.200 Kilowattstunden Strom. Im gleichen Messzeitraum produzierten die Photovoltaikflächen auf der Klimaschutzsiedlung rund 77.000 Kilowattstunden. „Mithin kann festgestellt werden, dass die Siedlung eine negative CO2-Bilanz hat“, teilt die Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft (GWG) Viersen mit, die die Klimaschutzsiedlung bauen ließ. „Aus dem Betrieb der drei Häuser wurde damit kein CO2 in die Umwelt emittiert, das zur Klimaerwärmung beiträgt.“

Die benötigte Energie für Heizung und Warmwasser für die insgesamt 48 Wohnungen wird hauptsächlich aus Erdwärme gewonnen. Die geothermische Wärme wird über Erdsonden aus dem Boden entnommen und über eine Wärmepumpe für die Heizung und das Warmwasser nutzbar gemacht. Drei Solaranlagen mit insgesamt 117 Quadratmetern Kollektorfläche unterstützen die Wärmeversorgung im Gebäude. Ein großer Pufferspeicher mit 20.000 Liter Fassungsvermögen sorgt dafür, dass die Wärme dann zur Verfügung steht, wenn sie benötigt wird. Aus dem Pufferspeicher wird die Wärme in die einzelnen Wohnungen verteilt. „Jede Wohnung hat eine eigene Übergabestation und somit ein eigenes Heizsystem. Verteilt wird die Wärme in den Wohnungen über die Fußbodenheizung und das nahezu ohne Wärmeverluste“, erklärt Tobias Funk, Haustechniker der GWG Viersen.

 Dezember 2017: Erster Spatenstich für die Klimaschutzsiedlung mit Günter Neumann, Heinz Fels, Georg Maria Balsen,  Regina Peters, Sabine Annemüller, Andreas Gries, und Michael Hacikoglu.
Dezember 2017: Erster Spatenstich für die Klimaschutzsiedlung mit Günter Neumann, Heinz Fels, Georg Maria Balsen, Regina Peters, Sabine Annemüller, Andreas Gries, und Michael Hacikoglu. Foto: Busch, Franz-Heinrich sen. (bsen)
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Auch Strom wird in der Viersener Klimaschutzsiedlung aus der Sonnenenergie gewonnen – dafür sorgt eine Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von 90 Kilowatt peak.

Ein weiteres Plus: Jeder Mieter zahlt monatlich pauschal 0,80 Euro pro Quadratmeter für die Heizkosten inklusive Warmwasserbereitung. Von steigenden Heizkosten, die bei vielen Menschen längst zu einer „zweiten Miete“ geworden sind, sind die Bewohner der Klimaschutzsiedlung damit nicht betroffen.

Der Bau einschließlich Grundstück und Garagenhof hat die GWG Viersen 9,6 Millionen Euro gekostet. Darin enthalten sind Zuschüsse der Kreditanstalt für Wiederaufbau und des Landes NRW in Höhe von 818.000 Euro. Im Spätsommer 2016 fiel der Startschuss für den Neubau der Siedlung an der Oststraße, die direkt an das Neubaugebiet „Nordkanal“ grenzt und nah an der Innenstadt liegt. Die hundert Jahre alten Häuser, die bis dato das Straßenbild prägten, waren nicht mehr sanierbar und wurden daher abgerissen.