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Die großen Projekte in Viersen, Nettetal, Brüggen, Niederkrüchten und Schwalmtal im Jahr 2020

Was im Kreis Viersen wichtig wird : Die großen Projekte im Jahr 2020

Welche großen Themen werden die Bürger im kommenden Jahr im Westkreis beschäftigen? Von S28-Verlängerung bis zum Teilverkauf des Flughafengeländes in Elmpt reicht die Palette — ein Überblick, was 2020 wichtig wird.

Welche Projekte werden im kommenden Jahr in den Städten und Gemeinden im Westkreis die Agenda bestimmen? Wir geben eine Übersicht.

Schon bald werden in Viersen die Schaufeln geschwungen: Noch im Januar soll der Spatenstich fürs neue Kreisarchiv am Ransberg erfolgen. Der war eigentlich schon für die zweite Jahreshälfte 2019 geplant, verzögerte sich allerdings. Rund 8,6 Millionen Euro soll der Neubau (ohne Grundstück) kosten; allerdings sind Fördergelder des Landes NRW von fünf Millionen Euro eingeplant. Einstimmig hatte die Jury für den Entwurf von Bernd Vollkenannt von DGM Architekten aus Krefeld votiert: Außen einladend durch viel Glas, innen werden die Archivalien in einer Art Tresorraum sicher verwahrt, der einem Bergfried nachempfunden ist.

Kommt im Jahr 2020 die entscheidende Weichenstellung für die Verlängerung der Regiobahn bis nach Viersen? Foto: Hogekamp, Lena (hoge)

Auch in 2020 wird eine Großbaustelle die Viersener begleiten: Die NEW buddelt im Auftrag der Stadtverwaltung weiter für ein gigantisches Regenrückhaltebecken unter der Freiheitsstraße. Mitte Januar wird die Kreuzung Freiheitsstraße/Große Bruchstraße umgebaut. Danach ist das Linksabbiegen in die Große Bruchstraße nicht mehr möglich. Auch eine Durchfahrt von der Großen Bruchstraße auf die Freiheitsstraße und von der Großen Bruchstraße in die Parkstraße sind dann nicht mehr möglich. Voraussichtlich 2022 soll die Großbaustelle wieder verschwinden.

Kommt das Wertstoff- und Logistikzentrum im Gewerbegebiet Nettetal-West oder kommt es nicht? Das wird sich wohl 2020 entscheiden. Foto: Kreis Viersen

Mit Spannung erwarten viele Viersener die Vorschläge der Stadtverwaltung für Sofortmaßnahmen gegen den Klimawandel. Bis Mitte des Jahres will die Verwaltung eine Reihe von Sofortmaßnahmen benennen.

Es gibt Ideen, auf dem knapp 26.200 Quadratmetern großen Areal der früheren Kent School den „Resort Park Waldniel Hostert“ zu errichten. Foto: Franz Heinrich Busch (bsen)/Busch, Franz Heinrich (bsen)

Wie geht es bei der ersehnten Verlängerung der Regiobahn S28 über Kaarst hinaus bis Viersen weiter? Bislang scheiterten die Ausbauplanungen, die nicht nur in Viersen, sondern auch in Willich und Kaarst sowie im Kreis Viersen eine Mehrheit haben, am Widerstand aus Mönchengladbach. Dort befürworteten nur die Grünen den Ausbau. Ein vor wenigen Tagen vorgelegtes Gutachten des Kreises arbeitete nun die Vorteile einer Verlängerung der Regiobahn auch für Mönchengladbach heraus. Im Jahr 2020 werden wohl die entscheidenden Gespräche geführt.

Konkretisiert werden im Jahr 2020 die Pläne für ein gemeinsames Schwimmbad von Niederkrüchten mit der Nachbargemeinde Brüggen . . Foto: Busch, Franz-Heinrich sen. (bsen)

In Nettetal hat bereits die Zeit ohne die Werner-Jaeger-Halle begonnen. Die mehr als 45 Jahre alte Spielstätte soll saniert werden – im schlimmsten Fall für knapp zwölf Millionen Euro. Allein die Beseitigung der Schadstoffe schlägt mit rund vier Millionen Euro zu Buche. Im Jahr 2020 werden die Vorarbeiten zur Sanierung beginnen.

In Niederkrüchten steht 2020 der Verkauf eines Teils des früheren britischen Flughafen-Geländes an. . Foto: Daniela Buschkamp

Ruhig geworden ist es zuletzt um die vom Kreis geplante Müllumladestation im Gewerbegebiet „Nettetal-West“. Der Kreis Viersen hatte 2016 und 2017 eine insgesamt 2,1 Hektar große Fläche von der Stadt Netettal im Gewerbegebiet gekauft, der Abfallbetrieb des Kreises plant dort den Bau einer Müllumladestation sowie eines Wertstoffhofes. Das sehen viele Bürger und die Mehrheit im Nettetaler Stadtrat kritisch. Sie plädieren für eine Fortführung der Umladestelle in Süchteln auf dem Gelände der Entsorgungsgesellschaft Niederrhein. Der Abfallbetrieb des Kreises hatte bisher stets verneint, dass dort ohne europaweite Ausschreibung weiter gearbeitet werden könne. Im kommenden Jahr steht eine Entscheidung an.

In Schwalmtal könnten 2020 die Vorbereitungen für zwei große Projekte beginnen: Ende des Jahres wären – wenn die Planverfahren abgeschlossen sind – Abrissarbeiten für die leerstehenden Gebäuden auf den Rösler-Areal möglich. Dort plant die Firma MLP den Gewerbepark Niederrhein.

Auf dem Gelände der früheren Kent School könnte ebenfalls umfangreiche Planungen begonnen werden, wenn die Gespräche mit Interessenten erfolgreich abgeschlossen sind. Es gibt Ideen, auf dem knapp 26.200 Quadratmetern großen Areal den „Resort Park Waldniel Hostert“ zu errichten. Dazu gehören Hotels, Gastronomie, Wellness-Angebote und eine Wohnbebauung. entstehen.

Zudem will die Gemeinde weitere Wohngebiete ausweisen: Für das Gebiet Burghof III ist der Endausbau vorgesehen, für das Gebiet Burghof IV die Erschließung.

Zudem soll der Sanierungsstau bei den Wirtschaftswegen angegangen werden. Allein 2020 plant die Gemeinde Schwalmtal, für die maroden Wege bis zu 715.000 Euro zu investieren. Ein weiterer großer Ausgabenposten liegt mit rund 500.000 Euro bei der Modernisierung der Straßenbeleuchtung; sie wird bis 2023 knapp 1,8 Millionen Euro kosten.

In Niederkrüchten steht 2020 der Verkauf eines Teils des früheren britischen Flughafen-Geländes an. Das Projekt ist innerhalb der gesamten Region mit insgesamt 880 Hektar eine der größten Entwicklungsflächen in Nordrhein-Westfalen; es gehört zu den Leuchtturm-Projekten im Regionalplan des Landes. Zudem ist die Lage an der Autobahn ebenso günstig wie es die kurzen Entfernungen nach Belgien und in die Niederlande sind. Auf einer Fläche von 150 Hektar – das entspricht 201 Fußballfeldern – sollen Gewerbe und Industrie angesiedelt werden; das Areal soll an einen einzigen Interessenten verkauft werden. Theoretisch können dort bis zu 5000 neue Arbeitsplätze entstehen. Damit könnten zum einen Menschen in der Region einen wohnortnahen Arbeitsplatz finden. Zum anderen könnten Arbeitssuchende in die Region ziehen. Sie brauchen Wohnungen, ihre Kinder benötigen Kita-Plätze und Schulen.

Für den Verkauf wurde Ende November ein europaweites, wettbewerbliches Bieterverfahren gestartet, das 30 Tage dauerte. „Bis 22. Dezember hatten Bieter Zeit, ihr Interesse zu bekunden“, sagt Tobias Hinsen, einer der Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft Energie- und Gewerbepark Elmpt (EGE). Es gebe einige Interessenten, sowohl aus Deutschland als auch internationale. „Im Anschluss werden in einem strukturierten Transaktionsprozess weitere Informationen an die möglichen Käufer herausgegeben“, so Hinsen. Auf dieser Basis könne dann ein erstes Angebot abgegeben werden. Wie der Verkauf weiter abgewickelt wird: Anhand eines abgestimmten Bewertungsmodells soll der optimale Interessent gefunden werden, der einer „nachhaltigen Entwicklung der Flächen“ gerecht werde. Mit ihm sollen dann die konkreten Verhandlungen für den Verkauf aufgenommen werden. Im zweiten Quartal 2020 soll dann mit einem Käufer – so die bisherigen Planungen – der Vertrag unterzeichnet werden.

Zudem wird die Gemeinde Niederkrüchten die Zahl der Kita-Plätze deutlich ausbauen. Dazu sollen in Elmpt und Alt-Niederkrüchten zwei neue Einrichtungen gebaut werden; sie sollen im August 2021 starten. Auch wird die Kita St. Bartholomäus erweitert.

Konkretisiert werden im Jahr 2020 auch die Pläne für ein gemeinsames Schwimmbad von Niederkrüchten mit der Nachbargemeinde Brüggen. Die Mitglieder beider Gemeinderäte haben mehrheitlich dafür gestimmt, die Planungen dazu fortzusetzen. Einen konkreteren Zeitplan gibt es bisher noch nicht. Ein möglicher Standort wäre das Birmges-Gelände in Brüggen. Die Gemeinde Niederküchten will zudem das Freibad in Elmpt auf eigene Kosten sanieren; die Gemeinde Brüggen will für das gemeinsame Bad eine Saunalandschaft betreiben.

Mit den Plänen für ein interkommunales Schwimmbad hängen der Umbau und die Modernisierung des Schulzentrums in Bracht zusammen. Die dortige Dependance der Gesamtschule Brüggen für die Fünft- bis Achtklässler soll für rund fünf Millionen Euro auch energetisch saniert werden. Außerdem wird das dortige marode Lehrschwimmbecken abgerissen, da die Fläche benötigt wird.

Die Gemeinde muss zudem die Planungen für die zu klein gewordenen Gerätehäuser in Brüggen und Bracht fortsetzen. Damit steht sie vor weiteren Investitionen in Millionenhöhe.

Deutlich ihr Gesicht verändern wird zudem die vielbefahrenen Borner Straße. Dort entstehen nicht nur neue Wohnanlagen. Auch die Straße selbst soll mit Fahrradwegen neu gestaltet werden. Diese fehlten bisher in Abschnitten; dies hatte in der Vergangenheit schon für gefährliche Situationen und auch für Unfälle gesorgt. Die Kosten werden mit rund 2,1 Millionen Euro veranschlagt. Einen Starttermin gibt es aber noch nicht.