Fridays for Future in Viersen

Demo in Viersen : Fridays for Future trotz Ferien

Auch in den Osterferien demonstrieren Schüler in Viersen für den Klimaschutz. Rund 100 Teilnehmer, Jugendliche und Erwachsene, trafen sich am Freitag und zogen durch die Innenstadt.

Rund 100 Teilnehmer, sowohl Jugendliche als auch Erwachsene, haben sich am Freitagnachmittag am Gereonsplatz in Viersen zu einer „Fridays for Future“-Demonstration eingefunden. Die Demonstranten zogen rund 30 Minuten lang durch die Innenstadt. Dabei haben die Teilnehmer den Rathausplatz mit Kreide bunt bemalt und eine Podiumsdiskussion am Rathausmarkt abgehalten. Schüler hielten Plakate mit Aufschriften wie „Klimaschutz statt Klimaschmutz“ oder „There is no planet B“ in die Luft.

Der Hauptorganisator Samuel Nellessen ist erfreut darüber, dass trotz der Osterferien zahlreiche Schüler für den Klimaschutz protestieren. Der Plan rund um die Demonstration war vorab besonders durch soziale Netzwerke weit verbreitet worden. „Der Fakt, dass wir trotz der Ferien einige Schüler ermutigen konnten, zeigt, dass es sich bei unseren Demonstrationen nicht nur ums Schule schwänzen dreht. Es ist eine erfreuliche Entwicklung für das sonst teilweise sehr schläfrige Viersen, dass sich so viele Schüler für den Klimaschutz engagieren“, sagt Nellessen.

Sie wollen zeigen, dass die Jugend nicht aktionslos bleibt und sich vor allem für die eigene Zukunft einsetzt. Jedoch sieht Nellessen teilweise noch ein Desinteresse bei den Schülern, an ihrem Verhalten wirklich etwas zu ändern. An diesem Desinteresse will er mit seiner „Fridays for Future“-Demonstration ansetzen. Unter anderem durch geplante Workshops möchten die Veranstalter für ein tiefer gehendes Bewusstsein bei den Schülern sorgen. Lokalpolitiker hätten sich bisher noch nicht zu den Demonstrationen geäußert, sagt Nellessen: „Deshalb können wir den Kopf aber nicht in den Sand stecken. In Zukunft planen wir, auch lokal- und kommunalpolitisch den Umweltschutz in den Vordergrund zu rücken.“

Das Stimmungsbild der Lehrer und Schulleiter sei weitestgehend positiv. Nellessen ist froh über ihre Unterstützung. Es sei jedoch trotzdem besser, dass trotz der Unterstützung das Fehlen im Unterricht nicht entschuldigt wird, da dies sonst den Zweck verfehlen würde. „Die Demonstrationen müssen weiterhin für eine Kontroverse sorgen, damit wir wirklich etwas bewegen. Wenn jeder die Demonstrationen einfach so erlaubt, würden die Demonstrationen keinen mehr interessieren“, sagt Nellessen.

Die erste Demonstration im März war mit knapp 250 Teilnehmern bisher die größte in Viersen. Student Otto Cerny ist der Meinung, dass die Veränderung im Kleinen, das heißt vor allem kommunalpolitisch anfangen muss. „Ich selbst esse weniger Fleisch und möchte wenn möglich versuchen, weniger zu fliegen. Mallorca-Urlaube und der Döner von der Ecke sind da nicht mehr drin“, sagt Cerny. Jana Gawron hat selbst vier Kinder und Enkelkinder. „Ich habe das Vertrauen in die Politik verloren. Politiker sollten weniger an sich und mehr an die Zukunft unserer Kinder denken“, sagt sie. Dieser Meinung schließt sich Abiturientin Laura Hoffhaus an. „Ich verlange, dass wir nicht durch Politiker wie Christian Lindner belächelt werden und angemessenes Gehör erfahren.“ Nellessen und sein Team planen nun jeden Monat eine Demonstration in Viersen. Die nächste ist voraussichtlich am 24. Mai.

Mehr von RP ONLINE